LVMH-Aktie steigt um 1,6%, da die Anleger trotz der Belastung durch China auf eine Erholung der Luxusbranche setzen
Am 19. August wird die LVMH-Aktie bei 483,30 € gehandelt, was einem Anstieg von 1,57% in den letzten 24 Stunden entspricht. Trotz der jüngsten Volatilität im gesamten Luxussektor zeigte LVMH moderate Stärke und erholte sich von den Ende Juli erreichten kurzfristigen Unterstützungsniveaus.
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Höhepunkte
- Die LVMH-Aktie legte um 1,6 % zu und signalisierte damit erneutes Anlegervertrauen inmitten von Anzeichen einer Stabilisierung des Sektors.
- Die technische Unterstützung in der Nähe von €470 scheint solide zu sein, mit Aufwärtspotenzial in Richtung €530, wenn die Dynamik anhält.
- Trotz des makroökonomischen Gegenwinds ist LVMH dank seines diversifizierten Markenportfolios und seiner robusten Erträge besser aufgestellt als andere Unternehmen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Aus der Trendperspektive betrachtet, bleibt LVMH unter seinem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, die sich derzeit in der Nähe von € 520 bzw. € 590 bewegen. Dieser Abwärtstrend spiegelt die allgemeine Marktkorrektur im europäischen Luxussektor wider, insbesondere seit dem zweiten Quartal 2024. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich derzeit um die 45er-Marke, was darauf hindeutet, dass die Aktie weder überverkauft noch überkauft ist, sich aber immer noch in einer vorsichtigen Handelsspanne bewegt.
Die Unterstützung liegt in der Nähe von 465 €, was einen im Juni und Juli getesteten Dreifachboden markiert. Der Widerstand wird bei 510 € gesehen, wobei ein Ausbruch über dieses Niveau eine kurzfristige Erholung in Richtung des Bereichs zwischen 550 € und 570 € auslösen könnte. Bis zu diesem Ausbruch bleibt das technische Setup aufgrund des aktuellen Anstiegs des Volumens und der Momentum-Indikatoren neutral bis leicht bullisch.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (Juni 2025 - August 2025). Quelle: TradingView
Aus Bewertungssicht wird LVMH mit einem KGV von etwa 20 gehandelt, was im Einklang mit Luxusunternehmen wie Hermès und Richemont steht, aber immer noch einen Abschlag gegenüber der Premium-Bewertung von Hermès darstellt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt nach wie vor bei etwa 3,5x, was den Markenwert von Louis Vuitton, Dior und des gesamten Portfolios widerspiegelt.
Der Luxussektor steht angesichts der nachlassenden Nachfrage unter Druck
Der Luxusmarkt war in den Jahren 2024 und 2025 mit Gegenwind konfrontiert, da die Verkäufe in Schlüsselregionen wie China und den Vereinigten Staaten langsamer als erwartet waren. Selbst marktbeherrschende Namen wie Gucci, Dior und Louis Vuitton haben sich darauf verlegt, diskrete Rabatte, Pop-up-Events und Treueprämien anzubieten - eine Taktik, die in der margenstarken Vergangenheit des Sektors selten zu beobachten war.
Dieser Wandel deutet darauf hin, dass sich die anspruchsvollen Verbraucher zurückziehen. Während sehr vermögende Privatpersonen weiterhin viel Geld ausgeben, sind Luxuskäufer aus der Mittelschicht wählerischer, insbesondere angesichts der anhaltenden Inflation und der weltweit angespannten Kreditbedingungen. LVMH ist dagegen nicht immun. Trotz seines unübertroffenen Portfolios an Mode-, Kosmetik- und Schmuckmarken - darunter Tiffany & Co., Fendi und TAG Heuer - verzeichnete das Unternehmen ein langsameres Wachstum in Schlüsselkategorien wie Wein und Spirituosen, die im letzten Quartalsbericht einen Rückgang von 7 % verzeichneten.
Dennoch bleibt LVMH grundsätzlich stärker als Konkurrenten wie Kering, das mit der Wiederbelebung seiner Marken und dem Einbruch der Gucci-Verkäufe zu kämpfen hat. Die Strategie von LVMH, ein Gleichgewicht zwischen Traditionsmarken wie Louis Vuitton und moderneren Linien wie Fenty und Off-White zu schaffen, schützt das Unternehmen weiterhin vor dem schlimmsten Abschwung. Die Gruppe profitiert auch von ihrer geografischen Diversifizierung: Während die Umsätze in Asien (ohne Japan) zurückgingen, verzeichneten Europa und Japan ein stabiles Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.
Kurzfristige Prognosen und Preisszenarien
LVMH scheint in eine kurzfristige Stabilisierungsphase einzutreten. Wenn die derzeitige Dynamik anhält und sich makroökonomische Signale wie das Verbrauchervertrauen und die Inflationserwartungen weiter verbessern, könnten sich die Aktien in den nächsten vier bis sechs Wochen in Richtung der Spanne von 510 bis 530 Euro erholen. Ein entscheidender Ausbruch über 530 € würde wahrscheinlich die Voraussetzungen für einen erneuten Test der 570 €-Marke bis zum vierten Quartal 2025 schaffen.
Im Basisszenario, in dem das makroökonomische Umfeld fragil, aber stabil bleibt, wird LVMH voraussichtlich zwischen 470 und 510 Euro seitwärts tendieren, unterstützt durch sein diversifiziertes Portfolio und seine anhaltende Kostendisziplin. In einem rückläufigen Szenario - wenn die geopolitischen Spannungen eskalieren oder die Nachfrage in China sich weiter verschlechtert - könnte die Aktie erneut den Bereich zwischen 450 und 460 Euro erreichen, wobei ein tieferer Rückgang nur möglich ist, wenn die Gewinnprognose nach unten korrigiert wird oder die Margen deutlich sinken.
Die Stimmung der Anleger gegenüber LVMH ist geprägt von einer starken Nachfrage nach Erlebnisluxus und einem stabilen Wachstum in der Kernsparte Mode und Lederwaren. Die Widerstandsfähigkeit der vermögenden Verbraucher und innovative Einzelhandelserweiterungen, wie das neue Louis Vuitton-Flaggschiff in Shanghai, unterstützen weiterhin die Stärke der Marke und die Preismacht.
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