Solarenergie ohne Netzanbindung verbessert die Wirtschaftlichkeit des Energiezugangs für 398 Millionen Menschen, so ein Bericht der Weltbank

Solarenergie ohne Netzanbindung verbessert die Wirtschaftlichkeit des Energiezugangs für 398 Millionen Menschen, so ein Bericht der Weltbank
Solarenergie ohne Netzanbindung stärkt Millionen Menschen

Solarenergie ohne Netzanbindung spielt eine immer größere Rolle beim Zugang zu Strom, da mehr Haushalte, landwirtschaftliche Betriebe und kleine Unternehmen eigenständige Systeme nutzen, die außerhalb der Reichweite herkömmlicher Stromnetze liegen. Ein neuer Marktbericht zeigt, dass diese Technologie inzwischen für 398 Millionen Menschen ohne Stromversorgung die kostengünstigste Option ist und zudem Arbeitsplätze, Einkommen und wichtige Dienstleistungen unterstützt.

Das Wichtigste

  • Die Zahl der Nutzer netzunabhängiger Solarprodukte stieg innerhalb von zwei Jahren um 26% auf 149 Millionen. Zugleich unterstützt der Sektor laut einem Bericht der Weltbankgruppe den Zugang zu Strom für 398 Millionen Menschen.
  • Um bis 2030 universellen Zugang zu netzunabhängiger Solarenergie zu erreichen, sind Gesamtinvestitionen von 11,4 Milliarden USD erforderlich, darunter jährlich 1,3 Milliarden USD an Zuschüssen und Subventionen sowie 1,6 Milliarden USD an Finanzierungen.
  • Der Sektor für Solarenergie ohne Netzanbindung erwirtschaftete innerhalb von 15 Jahren 28 Milliarden USD an Einkommen und Einsparungen und schuf 219.000 Arbeitsplätze. Für zwei Drittel der Zielhaushalte bleibt die Erschwinglichkeit jedoch ein zentrales Hindernis.

Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Marktwachstum und Finanzierungsbedarf

Wie die Weltbank unter Berufung auf das Energy Sector Management Assistance Program der Weltbankgruppe und GOGLA berichtet, zeigt der Off-Grid Solar Market Trends Report 2026, dass die Zahl der Menschen, die Solar-Home-Systeme, Wasserpumpen, Generatoren, Laternen und andere netzunabhängige Solarprodukte nutzen, in den vergangenen zwei Jahren um 26% auf 149 Millionen gestiegen ist, gegenüber 118 Millionen. Der Bericht wird auf dem Global Off-Grid Solar Forum and Expo in Kigali vorgestellt.

Der Studie zufolge ist Solarenergie ohne Netzanbindung für mindestens 398 Millionen Menschen ohne Zugang zu Strom weiterhin die kostengünstigste Lösung und ergänzt zugleich den Ausbau von Stromnetzen und Mini-Grids. Um diese Bevölkerungsgruppen bis 2030 zu erreichen, sind dem Bericht zufolge kontinuierliche öffentliche und private Investitionen sowie politische Maßnahmen erforderlich, die die Erschwinglichkeit verbessern und den Zugang zu Finanzierungen erweitern.

Dem Bericht zufolge wird Solarenergie ohne Netzanbindung zunehmend als Infrastruktur und nicht nur als vorübergehende Überbrückung bis zum Anschluss ans Stromnetz betrachtet. Unter den befragten Kunden geben 95% an, dass ihre Solar-Home-Systeme auch vier oder mehr Jahre nach dem Kauf noch funktionieren. Das unterstreicht die Langlebigkeit und Reife des Sektors.

Dem Bericht zufolge erfordert die Ausschöpfung des Potenzials des Sektors bis 2030 Investitionen von rund 11,4 Milliarden USD. Dazu gehören jährlich 1,3 Milliarden USD an Zuschüssen und Erschwinglichkeitssubventionen sowie 1,6 Milliarden USD pro Jahr für Eigenkapital-, Fremdkapital- und Forderungsfinanzierungen. Dieser Gesamtbetrag entspricht laut Bericht einem bescheidenen Anteil der geschätzten durchschnittlichen jährlichen Investitionen von 3 Billionen bis 5 Billionen USD in die Energiewende, die bis 2030 benötigt werden.

Arbeitsplätze, Einkommen und politische Maßnahmen

Dem Bericht zufolge nutzen 7,4 Millionen Menschen Solarenergie ohne Netzanbindung, um Kleinstunternehmen mit Strom zu versorgen oder einkommensschaffende Tätigkeiten in den Bereichen Landwirtschaft, Einzelhandel und Dienstleistungen zu unterstützen. In den vergangenen 15 Jahren haben diese Produkte den Kunden schätzungsweise 28 Milliarden USD an zusätzlichen Einnahmen und Einsparungen beschert. Im untersuchten Markt sind 219.000 Menschen beschäftigt – ein Anstieg um 29% in den vergangenen zwei Jahren.

Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund bekannt, dass Länder die Initiative Mission 300 vorantreiben, mit der die Weltbankgruppe und die Afrikanische Entwicklungsbank bis 2030 300 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika an die Stromversorgung anschließen wollen. Erneuerbare dezentrale Energie, einschließlich Solarenergie ohne Netzanbindung, dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen: 80% der 35 im Rahmen von Mission 300 entwickelten National Energy Compacts beziehen erneuerbare dezentrale Energie in ihre Anschlussziele ein.

Trotz des Kostenvorteils bleibt die Erschwinglichkeit dem Bericht zufolge ein großes Hindernis. Nur jeder dritte Haushalt ohne Stromversorgung kann sich ein Solar-Home-System der Einstiegsklasse über Pay-as-you-go-Finanzierung leisten; ein weiteres Drittel kann dies nur mit Schwierigkeiten.

Gezielte Maßnahmen wie Mehrwertsteuerbefreiungen, der Erlass von Einfuhrzöllen und Subventionen können laut Bericht dazu beitragen, die verbleibende Erschwinglichkeitslücke zu schließen und zugleich das weitere Marktwachstum zu unterstützen. Die Zusagen der Weltbankgruppe für Solarenergie ohne Netzanbindung, die als größte öffentliche Finanzierungsquelle für dieses Segment gilt, belaufen sich im Geschäftsjahr 2025–2026 auf 974 Millionen USD und entsprechen damit dem Niveau des Geschäftsjahres 2023–2024.

In unserem früheren Artikel zum aktualisierten Ausblick des IWF für Subsahara-Afrika haben wir darauf hingewiesen, dass zwar die Wachstumsprognose der Region für 2026 angehoben wurde, zugleich aber mit einer Verschärfung der Inflationsrisiken und einer restriktiveren Geldpolitik gerechnet wurde. Wir haben hervorgehoben, wie steigende Kreditkosten, der Druck durch den Schuldendienst und klimabedingte Schocks die Haushalte belasten und den Zugang zu Finanzierungen in der gesamten Region erschweren könnten.

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