EUR/USD unter Druck angesichts restriktiver Fed-Erwartungen

EUR/USD unter Druck angesichts restriktiver Fed-Erwartungen
EUR/USD

Das Währungspaar EUR/USD bleibt nach den stärker als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten unter Druck. Die Märkte haben ihre Erwartungen an die Politik der Federal Reserve deutlich revidiert: Während die Anleger Anfang des Monats noch mit Zinssenkungen rechneten, kommen nun Diskussionen über die Möglichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2026 auf. 

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Die US-Inflation beschleunigte sich im April auf 3,8 %, was die Nachfrage nach dem Dollar ankurbelte und die Renditen von US-Staatsanleihen in die Höhe trieb.

Euro behauptet sich dank EZB-Erwartungen

Trotz des Drucks durch den stärkeren Dollar konnte der Euro einen starken Rückgang bisher vermeiden. Die Märkte preisen weiterhin die Möglichkeit einer vorsichtigeren und relativ restriktiven Haltung der Europäischen Zentralbank ein, angesichts der anhaltenden Inflation in der Eurozone und der hohen Energiepreise. Zusätzliche Unterstützung erhält der Euro durch die Erwartung, dass die EZB das Tempo künftiger Lockerungen drosseln könnte, insbesondere wenn die Ölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten weiter steigen.

Geopolitik und Öl bleiben wichtige Treiber

Einer der Haupttreiber am Devisenmarkt bleibt der Nahostkonflikt und der anhaltende Anstieg der Ölpreise. Höhere Energiekosten heizen den Inflationsdruck weltweit an, während die US-Wirtschaft im Vergleich zu Europa weiterhin eine größere Widerstandsfähigkeit zeigt. Dieses Ungleichgewicht stützt den Dollar weiterhin als sicheren Hafen. Analysten von Morgan Stanley und der Bank of America stellen fest, dass sich die Märkte zunehmend auf ein „Higher for Longer“-Szenario einstellen, bei dem die Fed die Zinssätze über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau belässt.

Technischer Ausblick und kurzfristiges Szenario

EUR/USD notiert derzeit nahe 1,1600, nachdem er sich von den jüngsten lokalen Höchstständen zurückgezogen hat. Unmittelbare Unterstützung findet sich in der Zone von 1,1600–1,1560, während der Widerstand bei 1,1680–1,1700 liegt. Solange die Märkte den Zinspfad der Fed neu bewerten, dürfte der Dollar im Vorteil bleiben. Jegliche Anzeichen einer nachlassenden US-Inflation oder einer Verschlechterung der amerikanischen Wirtschaft könnten jedoch die Nachfrage nach dem Euro schnell wiederbeleben.

Ein Durchbruch unter den Unterstützungsbereich von 1,1700–1,1670, wie bereits im Artikel EUR/USD hält sich über 1,1700, während der Druck zunimmt erörtert, könnte den bullischen Ausblick weiter schwächen.

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