Kölner Zoll deckt groß angelegten Zigarettenschmuggel am Flughafen auf

Kölner Zoll deckt groß angelegten Zigarettenschmuggel am Flughafen auf
Zoll findet Schmuggelware

Am Flughafen Köln/Bonn geht der Zoll gegen mehrere Fälle von Zigarettenschmuggel aus der Türkei und aus Syrien vor. Im größten Fall entdeckt die Behörde nach eigenen Angaben knapp 57.000 unversteuerte Zigaretten im Gepäck einer Reisenden, insgesamt stellen die Einsatzkräfte in den geschilderten Fällen rund 80.000 Stück sicher.

Das Wichtigste

  • Der Kölner Zoll beschlagnahmt bei einer 28-jährigen Belgierin am Flughafen Köln/Bonn einen Rekordwert ausschließlich unversteuerter Zigaretten aus zwölf Gepäckstücken.
  • Die Mutter der Beschuldigten wurde bereits Ende August 2026 am selben Flughafen mit etwa 15.000 Schmuggelzigaretten erwischt, was ein familiäres Schmuggelmuster nahelegt.
  • Eine weitere Kontrolle führt zur Entdeckung von 7.000 unversteuerten Zigaretten bei einem deutsch-niederländischen Geschwisterpaar nach Rückkehr aus Syrien, unterstreicht laut Behörde das hohe Schmuggelrisiko.

Aufgriffe am Flughafen Köln/Bonn

Laut Zoll versucht eine 28-jährige Belgierin vor wenigen Tagen nach ihrer Ankunft aus Istanbul mit ihrem siebenjährigen Sohn den grünen Ausgang für anmeldefreie Waren zu passieren. Bei der Kontrolle stoßen die Einsatzkräfte in vier großen Koffern und acht weiteren Gepäckstücken auf fast ausschließlich mit unversteuerten Zigaretten gefülltes Gepäck.

Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln, spricht von einem neuen Rekordwert für einen solchen Schmuggelversuch am Flughafen. Nach seinen Angaben zeigen bereits die Röntgenbilder eindeutige Auffälligkeiten, zudem befinden sich kaum Kleidung oder persönliche Gegenstände in den Koffern. Selbst der Rucksack des Kindes ist den Angaben zufolge mit Schmuggelware gefüllt.

Gegen die Reisende leitet der Zoll noch vor Ort ein Steuerstrafverfahren ein. Die Zigaretten werden sichergestellt und sollen nach Abschluss des Verfahrens vernichtet werden.

Familiäre Verbindung und weiterer Fall

Nach Angaben des Hauptzollamts Köln stellt sich zudem heraus, dass die Mutter der Beschuldigten bereits Ende August 2026 nach ihrer Rückkehr aus Istanbul am selben Flughafen mit rund 15.000 Schmuggelzigaretten aufgegriffen wird. Der aktuelle Fall deutet damit auf ein wiederkehrendes Muster innerhalb derselben Familie hin.

Vor knapp einer Woche kontrolliert der Kölner Zoll zudem ein Geschwisterpaar nach der Rückkehr aus Syrien beim Verlassen des Flughafenterminals über den grünen Ausgang. Beim 37-jährigen Deutschen finden die Beamten 2.600 unversteuerte Zigaretten in zwei Koffern, bei seiner 41-jährigen Schwester mit niederländischer Staatsangehörigkeit weitere 4.400 Stück in einem Koffer.

Der Zoll verweist auch in diesem Fall auf typische Strukturen auf den Röntgenbildern als entscheidenden Hinweis. Für die Behörde unterstreichen die Funde das anhaltende Risiko des Schmuggels über den Reiseverkehr und den wirtschaftlichen Schaden durch hinterzogene Tabaksteuern.

Die geplante Tabaksteuererhöhung ab 2027 stand im Mittelpunkt unserer früheren Berichterstattung, nachdem der Finanzausschuss den Entwurf zur Änderung des Tabaksteuergesetzes gebilligt hatte. Dabei ging es um einen über mehrere Jahre gestaffelten Anstieg der Abgaben auf verschiedene Tabakprodukte, die erwarteten zusätzlichen Staatseinnahmen und die politische Debatte über mögliche Ausweichbewegungen in illegale Märkte. Zudem wurde betont, dass der Zoll handlungsfähig bleiben müsse, um regulären Handel zu schützen und den Schwarzmarkt einzudämmen.

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