Reserve Bank of Australia beginnt mit der Erforschung von Kryptowährungen
Australien hat offiziell die zweite Phase seines Pilotprojekts für digitale Währungen, Project Acacia, gestartet. Diese weitreichende Initiative wird von der Reserve Bank of Australia (RBA) und dem Digital Finance Cooperative Research Centre (DFCRC) geleitet.
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Diese sechsmonatige Phase konzentriert sich ausschließlich auf Anwendungsfälle im Großkundengeschäft und umfasst 24 Testszenarien, in denen verschiedene Arten von digitalem Geld untersucht werden, darunter digitale Zentralbankwährungen (CBDCs), Stablecoins und von Banken ausgegebene Einzahlungstoken, berichtet Cryptopolitan.
19 Szenarien werden mit realen Finanztransaktionen verknüpft, während fünf Szenarien simuliert werden und Sektoren wie festverzinsliche Wertpapiere, private Märkte, Emissionsgutschriften, Handelsforderungen und neue Kontofunktionen bei der RBA abdecken.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, zu bewerten, wie digitales Geld und die Tokenisierung von Vermögenswerten die Effizienz, Sicherheit und Transparenz der australischen Finanzinfrastruktur verbessern könnten. Nach Angaben der RBA wird der Versuch die Grenzen der Finanztechnologie im Land erweitern und Informationen für zukünftige regulatorische und operative Rahmenbedingungen liefern. Eine vollständige Bewertung und ein öffentliches Urteil über das Pilotprojekt werden nicht vor Anfang 2026 erwartet, so dass genügend Raum für Experimente und iteratives Feedback der Teilnehmer bleibt.
Australiens größte Banken führen die digitale Währung an
Commonwealth Bank (CBA), ANZ und Westpac - drei der größten Finanzinstitute des Landes - spielen eine zentrale Rolle im Projekt Acacia. Die CBA hat sich mit JPMorgan zusammengetan, um Blockchain-basierte Repo-Markt-Transaktionen zu testen, die eine wichtige Komponente der kurzfristigen Finanzierung und der geldpolitischen Operationen der Zentralbank darstellen. Sophie Gilder, Head of Blockchain and Digital Assets bei CBA, erklärte, dass der Repo-Markt aufgrund seiner wesentlichen Funktion im Liquiditätsmanagement ein natürlicher Kandidat für Innovationen durch Tokenisierung ist, mit dem Ziel, Reibungsverluste und operative Risiken zu verringern.
ANZ verfolgt einen anderen Ansatz und testet tokenisierte Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die die Effizienz des Betriebskapitals verbessern und die Zahlungen an Lieferanten beschleunigen könnten, insbesondere für kleine Unternehmen. Darüber hinaus untersucht ANZ, wie CBDCs im Großhandel Echtzeitabwicklungen im Markt für festverzinsliche Wertpapiere ermöglichen könnten, was potenzielle Vorteile bei der Kostensenkung und Transaktionsgeschwindigkeit mit sich bringen würde.
Obwohl Westpac den vollen Umfang seines Pilotprojekts nicht bekannt gegeben hat, ist die Bank schon seit langem an Blockchain- und Tokenisierungsversuchen beteiligt. Ihre fortgesetzte Teilnahme spiegelt eine breitere Verlagerung in der Branche wider, bei der getestet wird, wie digitale Währungen traditionelle Bankprozesse umgestalten können. Während sich diese Phase des Project Acacia entfaltet, werden die Ergebnisse jeder Bank dazu beitragen, die breitere australische Regulierungslandschaft für digitale Vermögenswerte zu gestalten.
Regulatorische Flexibilität fördert digitale Innovation
Der kühne Umfang von Project Acacia wurde durch befristete gesetzliche Ausnahmeregelungen ermöglicht, die von den australischen Regulierungsbehörden, einschließlich der Australian Securities and Investments Commission (ASIC), gewährt wurden. Diese Ausnahmeregelungen geben den Pilotteilnehmern die Freiheit, mit unregulierten digitalen Vermögenswerten zu experimentieren und so eine breitere Palette von Finanzinnovationen freizusetzen, als dies normalerweise im Rahmen der üblichen Compliance-Anforderungen zulässig wäre.
Diese regulatorische Flexibilität ermöglicht es der RBA und der DFCRC, die Risiken und Vorteile neuer Technologien in einem kontrollierten Umfeld gründlich zu bewerten und gleichzeitig die Aufsicht und den Verbraucherschutz aufrechtzuerhalten. Die Behörden betonen, dass einige Vorschriften zwar vorübergehend gelockert werden, das Pilotprojekt aber weiterhin streng überwacht wird, um Missbrauch zu verhindern. Dieser Ansatz spiegelt die wachsende Erkenntnis wider, dass verantwortungsvolles Experimentieren unerlässlich ist, wenn Australien in der globalen digitalen Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben will.
Mit dem Fortschreiten des Pilotprojekts werden die Ergebnisse dieser realen Experimente voraussichtlich die nationale Politik beeinflussen und dazu beitragen, die Zukunft von CBDCs, Stablecoins und anderen Formen von programmierbarem digitalem Geld im australischen Finanzökosystem zu definieren.
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