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Der Mitbegründer von BitMEX, Arthur Hayes, glaubt, dass ein militärischer Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran letztlich zu Gunsten von Bitcoin ausfallen könnte. Wenn steigende Haushaltsausgaben die Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen zu senken und mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, könnte dies den Kryptomarkt unterstützen. Aber wie realistisch ist dieses Szenario, und hat BTC wirklich Raum für Wachstum?
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Die Militäroperation der USA und Israels gegen den Iran ist in aller Munde, und auch Arthur Hayes hat sich dazu geäußert. In seinem jüngsten Aufsatz konzentriert er sich jedoch nicht auf die Militäraktionen selbst, sondern darauf, wie die US-Behörden darauf reagieren könnten. Seiner Ansicht nach wird der Druck auf den US-Haushalt zunehmen, wenn sich der Konflikt in die Länge zieht und kostspielig wird. In diesem Fall würde es für die Federal Reserve schwieriger werden, eine straffe Geldpolitik aufrechtzuerhalten.
Hayes weist darauf hin, dass die US-Notenbank bei größeren Krisen schon früher die Zinsen gesenkt hat. Dies geschah während des Golfkriegs in den 1990er Jahren und nach den Anschlägen vom 11. September 2001. In beiden Fällen lockerte die Regulierungsbehörde schnell die Politik, um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu stabilisieren.
Hayes' Hauptgedanke ist einfach: Wenn die Zinsen zu sinken beginnen und die Liquidität steigt, profitieren die Risikoanlagen. Er hält Bitcoin für eine dieser Anlagen, die von einem Zustrom von "billigem Geld" profitiert. Entscheidend ist für ihn nicht die militärische Auseinandersetzung selbst, sondern die konkreten Maßnahmen der Federal Reserve.
Arthur Hayes ist seit langem für seine kühnen Prognosen bekannt. Im Laufe der Jahre hat er argumentiert, dass Bitcoin langfristig ein noch nie dagewesenes Niveau erreichen könnte, wobei er das Gelddrucken und das Wachstum der globalen Verschuldung als Hauptfaktoren nannte. Gleichzeitig hat er immer wieder vor drastischen Einbrüchen gewarnt, insbesondere in Zeiten, in denen die Fed die Geldpolitik strafft.
Er hat auch kürzerfristige Szenarien mit konkreten Kurszielen skizziert. In einem Beitrag vom Januar 2025 schlug Hayes beispielsweise vor, dass BTC zunächst in den Bereich zwischen 70.000 und 75.000 US-Dollar zurückfallen und dann auf 250.000 US-Dollar ansteigen könnte. Im Frühjahr revidierte er dieses Ziel jedoch auf 200.000 $ herunter.
Ein weiteres bemerkenswertes Beispiel kam im Frühjahr 2024. Hayes warnte, dass es rund um die Bitcoin-Halbierung zu einem Rückschlag kommen könnte, und argumentierte, dass der "bullische Effekt" des Ereignisses bereits eingepreist sei und der Markt Ende April unter Verkaufsdruck geraten könnte.
Langfristig setzt er die Messlatte weiterhin hoch an. Während des gesamten letzten Jahres erklärte Hayes wiederholt, dass Bitcoin bis 2028 1 Million Dollar erreichen könnte, und verknüpfte diese Aussicht mit der zukünftigen Lockerung der Geldpolitik und der steigenden globalen Verschuldung. Aber wie viel Gewicht sollten Anleger seinen Vorhersagen beimessen?
Arthur Hayes ist mehr als nur ein Analyst - er ist eine der prominentesten Figuren des frühen Kryptomarktes. Er war Mitbegründer von BitMEX, der zeitweise größten Plattform für den Handel mit Bitcoin-Derivaten, deren tägliches Volumen häufig Milliarden von Dollar erreichte.
Zu Hayes' Karriere gehört jedoch auch ein aufsehenerregender Rechtsstreit mit US-Behörden. Im Jahr 2020 beschuldigten amerikanische Aufsichtsbehörden die BitMEX-Führungskräfte, gegen die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche verstoßen zu haben. Hayes bekannte sich später in einem Punkt schuldig, zahlte eine Geldstrafe und erhielt eine Bewährungsstrafe.
Infolgedessen bleibt sein Ruf zwiespältig: Einerseits ist er ein erfahrener Unternehmer, der mehrere Marktzyklen durchlaufen hat, andererseits hat er eine Vorgeschichte mit regulatorischen Konflikten.
Bitcoin wird derzeit bei rund 67.000 US-Dollar gehandelt, während die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen bei etwa 2,3 Billionen US-Dollar liegt. Die Schlüsselfrage ist nicht, wie sich der Konflikt entwickelt, sondern wie die Federal Reserve darauf reagiert. Die Märkte werden vor allem drei Dinge beobachten: ob die Fed mit Zinssenkungen beginnt, ob die Renditen von US-Anleihen sinken und ob die Rhetorik der Regulierungsbehörde dovish wird.
Wenn die Fed die Zinsen senkt oder Unterstützungsmaßnahmen einleitet, wird die Liquidität im System steigen und die Kreditkosten werden sinken. In solchen Phasen kehren die Anleger häufig in Risikoanlagen zurück, und Kryptowährungen erfreuen sich in der Regel einer erneuten Nachfrage. Dies ist genau das Szenario, auf das Hayes setzt: nicht "Krieg gleich Wachstum", sondern "lockere Politik gleich mehr Liquidität gleich stärkeres Interesse an BTC."
Wenn die Fed jedoch die Zinsen hoch hält und sich weiterhin auf die Bekämpfung der Inflation konzentriert, könnte das Wachstumsszenario ausbleiben oder sich verzögern. Darüber hinaus können geopolitische Spannungen starke Bewegungen in beide Richtungen auslösen - zunächst einen Anstieg der Angst und des Verkaufsdrucks, gefolgt von einer Erholung, wenn sich Anzeichen einer Entspannung abzeichnen.
Die Quintessenz ist einfach: Konflikte allein sind keine Garantie für den Aufstieg von Bitcoin. Der wahre "Treibstofftank" für BTC sind die Politik der Fed und die Liquiditätsströme. In den kommenden Monaten wird der Kryptomarkt weniger von den Schlagzeilen aus dem Nahen Osten abhängen als vielmehr davon, was mit den Zinssätzen und der Geldmenge in der US-Wirtschaft passiert.