LVMH-Aktie fällt um 4,2 %, nachdem Morgan Stanley das Rating aufgrund der überzogenen Bewertung herabgestuft hat
Am 19. Januar wird die LVMH-Aktie bei 583,90 € gehandelt und hat in den letzten 24 Stunden nach einer Herabstufung durch Morgan Stanley 4,2 % verloren. Durch den Ausverkauf hat sich die Aktie weiter von ihrem Novemberhoch bei 647 € entfernt.
Höhepunkte
- Die LVMH-Aktie fiel um 4,2% auf 583,90 €, nachdem Morgan Stanley die Aktie aufgrund von Bewertungsbedenken herabgestuft hatte.
- Die Analysten sehen aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach Luxusgütern und der gesenkten Gewinnprognosen bis 2026 ein begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial.
- Technische Signale deuten auf eine anhaltende Schwäche hin, es sei denn, die Aktie kann den Widerstand bei € 620 zurückerobern.
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Morgan Stanley stufte LVMH von "Overweight" auf "Equalweight" herab und begründete dies mit überzogenen Bewertungskennzahlen und einer Neueinschätzung der Wachstumserwartungen. In ihrer Notiz betonte die Bank, dass LVMH zwar nach wie vor führend im weltweiten Luxussektor sei, das Kursziel von € 635 jedoch nur noch begrenzt nach oben korrigiert werden könne. Die Bank senkte auch ihre Prognose für den Gewinn je Aktie im Jahr 2026 um etwa 4 %, was eine konservativere Sichtweise auf die Erholung in Schlüsselmärkten wie China widerspiegelt.
Diese Änderung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Befürchtungen, dass die weltweite Luxusnachfrage nach der Pandemie ihren Höhepunkt erreicht hat. Mehrere Luxusunternehmen, darunter Richemont und Kering, sind ebenfalls unter Druck geraten, da sich die Ausgaben für Luxusgüter verlangsamen. Der Ergebnisbericht von LVMH für das 3. Quartal deutete bereits auf ein schwächeres organisches Umsatzwachstum hin, insbesondere im Bereich Mode und Lederwaren, dem profitabelsten Geschäftsbereich des Unternehmens. Analysten beobachten genau, ob dieser Trend auch im 4. Quartal und Anfang 2026 anhalten wird.
Geopolitische Ungewissheit, inflationärer Gegenwind und veränderte Konsumgewohnheiten belasten auch die Stimmung im gesamten Luxussektor. Die uneinheitliche wirtschaftliche Erholung Chinas und die geringeren Touristenströme nach Europa begrenzen weiterhin das Aufwärtspotenzial, insbesondere im margenstarken Boutiquengeschäft. Trotz des starken Markenportfolios der Gruppe - Louis Vuitton, Dior und Tiffany & Co. - stellen sich die Anleger die Frage, ob die Premium-Multiples ohne eine deutliche Beschleunigung des Umsatzwachstums aufrechterhalten werden können.
Technisches Setup deutet auf eine Handelsspanne mit schwachem Momentum hin
Die jüngsten technischen Indikatoren bestätigen, dass die Aktie deutlich unter ihrem gleitenden 50- und 200-Tage-Durchschnitt gehandelt wird, der derzeit bei 681 € bzw. 743 € liegt. Der drastische Kursrückgang hat den RSI in den überverkauften Bereich gedrückt, wo er jetzt unter 35 liegt, was darauf hindeutet, dass ein weiterer Abwärtstrend kurzfristig begrenzt sein könnte, auch wenn es kein Erholungsmomentum gibt.
Die wichtigste kurzfristige Unterstützung liegt in der Nähe der psychologischen Marke von 570 €. Sollte diese Marke durchbrochen werden, ist ein weiterer Rückgang bis in den Bereich von 545-550 € möglich. Auf der Oberseite liegt der Widerstand weiterhin im Bereich von 615-620 €, der mit einer früheren Durchbruchszone und dem gleitenden 20-Tage-Durchschnitt zusammenfällt. Ein nachhaltiger Anstieg über 640 € wäre erforderlich, um den aktuellen Abwärtstrend zu brechen und die Aufwärtsdynamik wiederherzustellen. Da sich die Aktie jedoch derzeit in einem volatilen Abwärtskanal bewegt, bleibt die kurzfristige Tendenz neutral bis bärisch.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (November 2025 - Januar 2025). Quelle: TradingView.
Die Bewertung von LVMH ist ebenfalls unter Druck geraten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit ca. 24,5x immer noch hoch und liegt deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt. Da sich das Gewinnwachstum im Jahr 2024 abschwächen und erst 2025 wieder beschleunigen dürfte, stoßen die aktuellen Multiplikatoren auf Widerstand, da es keine eindeutigen positiven Katalysatoren gibt. Auch das EV/EBITDA-Verhältnis ist wieder über das 15-fache geklettert, ein Wert, der zuvor institutionelle Gewinnmitnahmen nach sich zog.
Kurzfristig bärische Tendenz, mittelfristige Stabilisierung möglich
Kurzfristig spricht das technische und fundamentale Setup für eine vorsichtige Haltung. Sollte sich LVMH nicht über € 570 halten können, könnte sich der Verkaufsdruck verstärken und die Aktie in einem risikoarmen Umfeld in Richtung € 550 oder sogar € 530 drücken. Dieses Szenario könnte eintreten, wenn sich die Gewinne im vierten Quartal weiter verlangsamen oder wenn die Erholung des chinesischen Konsums bis in die erste Hälfte des Jahres 2026 weiter ins Stocken gerät.
Das Basisszenario geht davon aus, dass sich die Aktie zwischen €570 und €620 stabilisiert, einer Zone, in der langfristige Anleger in Erwartung einer Erholung im Jahr 2026 Positionen aufbauen könnten. Dies würde sich mit den jüngsten Analystenrevisionen decken, die darauf hindeuten, dass die Ertragsdynamik zurückkehren könnte, sobald der makroökonomische Gegenwind nachlässt.
Innerhalb der Arnault-Familie nehmen die Nachfolgespannungen zu, da Bernard Arnault, 74, die Kontrolle über LVMH langsam an seine fünf Kinder abgibt. Insiderberichte deuten auf sich abzeichnende Streitigkeiten hin, insbesondere um die Führungspositionen bei Dior und Moët Hennessy.
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