Prognose für den Erdgaspreis: Frachtkostenschock beflügelt Aufschwung, da die Obergrenze von 3,55 $ durchbrochen wird.
Die Erdgas-Futures erholen sich nach einem starken Abverkauf wieder in Richtung 3,16 $, doch die Erholung stößt auf technischen Widerstand, selbst wenn sich die globalen LNG-Märkte aggressiv verengen. Die Frachtraten sind in die Höhe geschossen, die Exporte aus Katar wurden gestoppt, und die europäischen Gaspreise sind in die Höhe geschnellt. Der makroökonomische Hintergrund ist brisant. Das Chartbild bleibt zurückhaltend.
Höhepunkte
- LNG-Frachtraten steigen um mehr als 40 %, da sich die Unterbrechungen bei den Tankern verschärfen.
- Katar stoppt die Exporte, während europäisches Gas in einer Sitzung um über 30 % ansteigt.
- Der EMA-Cluster von 3,2 bis 3,7 $ begrenzt den Aufwärtstrend, wenn er nicht entschieden zurückerobert wird.
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Auf dem Tages-Chart wird Erdgas immer noch unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten gehandelt. Der 20-Tage-EMA bei 3,20 $ stellt einen unmittelbaren Widerstand dar, gefolgt von der 50-Tage-Linie bei 3,56 $ und den 100- und 200-Tage-Linien, die sich um 3,61 bis 3,67 $ gruppieren. Das gesamte Band stellt jetzt ein Überangebot dar.

Dynamik der Erdgaspreise (Quelle: TradingView)
Der im Februar verzeichnete Anstieg auf 7 $ hat sich vollständig zurückgebildet. Seitdem hat der Kontrakt niedrigere Höchststände erreicht und ist wieder in Richtung der 3 $-Zone gedriftet. Der RSI von 46 signalisiert eher eine Stabilisierung als eine Beschleunigung. Für eine strukturelle Veränderung muss der Preis über 3,20 $ schließen und dann mit einem Durchbruch über 3,55 $ steigen.
LNG-Störungen sorgen für Volatilität
Die Fundamentaldaten sind der Grund für den derzeitigen Aufschwung. Mehr als 20 % des weltweiten LNG-Handels werden in der Regel über die mit Hormuz verknüpften Routen abgewickelt. Da die Frachtkosten stark ansteigen und etwa 19 % der weltweiten LNG-Exporte auf Katar entfallen, zwingt jeder anhaltende Ausfall die Käufer in Asien und Europa, um die begrenzten Ladungen zu konkurrieren.
Die Lagerbestände in Europa sind nach wie vor knapp bemessen: In Deutschland liegt die Kapazität bei 27 % und die regionalen Vorräte bei etwa 30 %, während die saisonalen Werte bei über 50 % liegen. Diese Empfindlichkeit verstärkt die Preisreaktionen auf Schlagzeilen über Störungen.
Wie bereits erwähnt, war die Winterrallye von Panik getrieben und hat keine dauerhafte Struktur geschaffen. Diese Erholung könnte sich aufgrund des Angebotsrisikos fortsetzen, doch bedarf es zur Bestätigung höherer Höchststände über 3,55 $. Bis dahin handelt es sich bei Erdgas um Volatilität, nicht um eine bestätigte Trendwende.
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