Rackl-gruppe verhandelt über verkauf der bäckerei-kette mit 35 filialen
Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Rackl-Gruppe laufen laut Aussagen aus dem Sanierungsumfeld derzeit Gespräche mit mehreren Interessenten über eine Übernahme. Betroffen sind 35 Filialen von Rackls Backstubn in der Region sowie rund 470 Beschäftigte; das Amtsgericht München hatte das Verfahren bereits zum 1. Dezember 2025 eröffnet.
Höhepunkte
- Rackl-Gruppe mit 35 Filialen verhandelt im laufenden Eigenverwaltungsverfahren über einen möglichen Komplettverkauf an mehrere Interessenten, Entscheidung steht noch aus.
- Branchenweite Belastungen durch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise sowie verändertes Kaufverhalten verschärfen den Kostendruck und führen zu weiteren Insolvenzen wie Kayser und Neff.
- Der Betrieb läuft trotz Sanierungsverfahren weiter, etwa 40 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Liefergeschäft, Fokus bleibt auf Fortführung und Erhalt der Arbeitsplätze.
Übernahmegespräche im laufenden eigenverwaltungsverfahren
Sanierungsexperte Tobias Sorg von dmp solutions sagte gegenüber BILD, dass aktuell Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten geführt werden. Ziel sei ein Verkauf der gesamten Unternehmensgruppe, eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Weitere Details nannte Sorg mit Verweis auf eine vereinbarte Verschwiegenheit der beteiligten Parteien nicht. In der Eigenverwaltung müsse eine endgültige Lösung zudem von der Gläubigerversammlung und dem eingesetzten Sachwalter mitgetragen werden. Im Mittelpunkt stehe neben der wirtschaftlichen Perspektive vor allem der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.Branchenbelastungen durch kosten und verändertes kaufverhalten
Nach Unternehmensangaben setzt die allgemeine Wirtschaftskrise der Bäckereibranche seit Jahren zu. Neben Folgen der Corona-Pandemie belasten demnach insbesondere gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. Zusätzlich wirke sich ein verändertes Kaufverhalten aus, weil mehr Kunden aus Preisgründen beim Discounter kaufen. In diesem Umfeld wurden zuletzt weitere Entwicklungen in der Branche bekannt, darunter die Schließung der Kette Kayser sowie eine Insolvenzmeldung der Bäckerei-Kette Neff in Baden-Württemberg. Die Rackl-Gruppe steht damit in einem Markt, in dem Kostendruck und Wettbewerbsverlagerungen die Ertragslage verschärfen.Betrieb läuft weiter, fokus auf fortführung und arbeitsplätze
Der Geschäftsbetrieb wird nach Angaben im Artikel trotz der Krise in den Filialen und im Liefergeschäft fortgeführt. Geschäftsführer Xaver Rackl erklärte in einer Mitteilung, das Ziel bleibe, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Das Amtsgericht München habe die Fortführung in Eigenverwaltung genehmigt, wodurch die Geschäftsführung die Kontrolle behält, zugleich aber ein Sachwalter die Einhaltung der Insolvenzvorgaben überwacht. Zur Gruppe gehören die Rackls Backstubn GmbH & Co. KG sowie die Bäckerei Xaver Rackl GmbH und die Konditorei Xaver Rackl GmbH. Das Liefergeschäft steuert laut Bericht rund 40 Prozent zum Gesamtumsatz bei.Wir berichteten zuvor über die Insolvenzanträge des Forst- und Gartengeräte-Spezialisten Endress. In unserem Beitrag ging es um den anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdruck, hohe Kosten sowie eine schwache Nachfrage, die den Händlerverbund in die Zahlungsunfähigkeit führten. Außerdem wurde erläutert, dass der Betrieb an tragfähigen Standorten möglichst weiterlaufen soll und für Beschäftigte zunächst Insolvenzgeld vorgesehen ist.
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