Endress stellt Insolvenzantrag, 20 Filialen und 260 Beschäftigte betroffen

Endress stellt Insolvenzantrag, 20 Filialen und 260 Beschäftigte betroffen
Endress meldet Insolvenz

In der anhaltenden Schwächephase im deutschen Einzelhandel hat der Forst- und Gartengeräte-Spezialist Endress Insolvenzanträge gestellt, wie aus Unterlagen und Aussagen hervorgeht, die die Stuttgarter Zeitung zitiert. Betroffen sind nach Unternehmensangaben 260 Mitarbeiter an 20 Standorten in Süddeutschland. Die Anträge wurden demnach am 4. März beim Amtsgericht Stuttgart eingereicht.

Höhepunkte

  • Endress Motorgeräte GmbH Stuttgart und Endress Bayern GmbH München stellten Insolvenzanträge, betroffen sind 20 Filialen und rund 260 Beschäftigte.
  • Anhaltender Preis- und Wettbewerbsdruck durch Billigkonkurrenz aus Fernost, hohe Kosten und schwache Nachfrage führten zur Zahlungsunfähigkeit trotz Warenrücknahmen durch Lieferanten.
  • Insolvenzgeld für drei Monate ist für die Beschäftigten vorgesehen, tragfähige Filialen wie in Ulm, Nürnberg, Pfaffenhofen, Weilheim und Schwäbisch Hall sollen weitergeführt werden.

Insolvenzanträge und Unternehmenshintergrund

Endress ist als Fachhandelsverbund für Forst- und Gartentechnik mit Filialen, Werkstätten und Onlinehandel in Süddeutschland aktiv. Laut einem Bericht von BILD betreffen die Insolvenzanträge die Endress Motorgeräte GmbH in Stuttgart sowie die Endress Bayern GmbH in München. Seniorchef Ulrich Endress sprach in einer Mitteilung an die Belegschaft vom „traurigsten Moment“ in der mehr als 70-jährigen Firmengeschichte. Die Wurzeln des Unternehmens reichen den Angaben zufolge in die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, als Hans Endress im Schwarzwald mit dem Vertrieb von Kettensägen begann.

Ursachen: Preisdruck, volle Lager, schwache Nachfrage

Als zentralen Grund nennt das Unternehmen einen anhaltenden Preis- und Wettbewerbsdruck, insbesondere durch Billigkonkurrenz aus Fernost. Ulrich Endress sagte laut Stuttgarter Zeitung, man habe trotz eines über einjährigen Kampfes ums Überleben die Insolvenz nicht verhindern können und bei den Billigpreisen keine Chance. Zusätzlich belasteten hohe Kosten, volle Lagerbestände und eine verhaltene Nachfrage die wirtschaftliche Lage. Lieferanten hätten den Händlerverbund teilweise durch Warenrücknahmen unterstützt, eine nachhaltige Konjunkturerholung sei jedoch ausgeblieben. Endress vertreibt unter anderem Rasenmäher, Motorsägen und weitere Geräte von Marken wie Stihl, Husqvarna, John Deere und Honda.

Ausblick für Standorte und Beschäftigte

Der Händler sieht nach eigenen Angaben die Möglichkeit, zumindest die tragfähigsten Standorte weiterzuführen. Genannt werden im Bericht Filialen unter anderem in Ulm, Nürnberg, Pfaffenhoffen, Weilheim und Schwäbisch Hall. Die Belegschaft sei über das Verfahren informiert worden. Für die Beschäftigten ist laut Bericht Insolvenzgeld für drei Monate in Höhe der Nettolöhne vorgesehen.

Wir berichteten zuvor über den Insolvenzantrag des Mineralwasser-Abfüllers Rhenser Mineralbrunnen GmbH. In unserem Beitrag ging es um den starken Wettbewerbsdruck, steigende Transportkosten, niedrige Margen und eine spürbare Kaufzurückhaltung sowie die Unsicherheit für rund 140 Beschäftigte bei zunächst gesicherten Löhnen für mehrere Monate.

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