Gold stabilisiert sich nach neuntägigem Rückgang, während der Iran-Krieg den Markt neu prägt
Der Goldpreis hat sich am Dienstag nach neun aufeinanderfolgenden Rückgängen stabilisiert, auch wenn die Erholung im Moment eher wie eine Pause als eine Trendwende aussieht. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten ist das Metall um mehr als 15 Prozent gefallen, und der Markt reagiert zunehmend nicht auf den üblichen Status des Goldes als sicherer Hafen, sondern auf die inflationären Folgen des Energieschocks.
Höhepunkte
- Der Goldpreis stabilisierte sich nach neun Verlusttagen, ist aber seit Ende Februar um fast 17 % gefallen.
- Steigende Öl- und Gaspreise haben die Inflationsrisiken und den Druck auf die Zinserwartungen erhöht und sich zum wichtigsten negativen Faktor für Gold entwickelt.
- Der Krieg verändert die Rolle des Goldes: Anstelle der klassischen Nachfrage nach sicheren Häfen sieht der Markt Verkäufe aus Gründen der Liquidität und der Kapitalumschichtung.
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Am Dienstag machten die Preise einen Teil ihrer früheren Verluste wieder wett, nachdem sie am Montag stark eingebrochen waren und der Goldpreis zeitweise um 8,8 % gefallen war. Nach Angaben von Bloomberg stieg das Metall im asiatischen Handel zunächst um fast 1 %, bevor es wieder zurückfiel; der Spot-Goldpreis fiel um 1,5 % auf 4.340,80 $.
Der Markt blieb inmitten widersprüchlicher Signale über eine mögliche Deeskalation sehr volatil: Donald Trump kündigte einen fünftägigen Aufschub möglicher US-Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur an, ein iranischer Beamter wies jedoch Behauptungen zurück, dass Verhandlungen im Gange seien, während das Wall Street Journal berichtete, dass die US-Partner am Persischen Golf in den Konflikt hineingezogen werden könnten.
Druck durch Öl und Zinssätze
Der Hauptgrund für den Ausverkauf des Goldes ist das stark gestiegene Inflationsrisiko, das durch den Anstieg der Öl- und Gaspreise verursacht wird. Die Anleger haben sich aus Gold als liquider und rentabler Anlageform zurückgezogen, um ihre Mittel in einer Zeit allgemeiner Marktanspannungen umzuschichten. Zusätzlicher Druck entsteht durch die Erwartung einer strafferen Geldpolitik der Zentralbanken: Höhere Energiepreise verringern die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Lockerung, während steigende Renditen die Opportunitätskosten des Goldbesitzes erhöhen, der keine Kuponerträge abwirft.
Auch der Verlauf des Krieges selbst wirkt sich auf die Entwicklung des Goldes aus. Die Ungewissheit über den künftigen Betrieb der Straße von Hormuz, die Schäden an der Energieinfrastruktur im Persischen Golf und die steigenden Versicherungs- und Schifffahrtskosten unterstützen die hohen Ölpreise und verstärken die Sorge vor einer neuen Inflationswelle.
Analysten weisen darauf hin, dass ein ähnliches Muster nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 auftrat, als auf einen anfänglichen Nachfrageschub nach sicheren Anlagen ein monatelanger Rückgang des Goldpreises folgte, als sich der Energieschock auf den Märkten ausbreitete und sich die Zinserwartungen verfestigten.
Ein neuer Test für Safe-Haven-Anlagen
Dies ist für den Markt aus zwei Gründen von Bedeutung. Erstens zeigt der Rückgang des Goldpreises um mehr als 15 % seit Beginn des Konflikts, einschließlich eines Intraday-Rückgangs von 8,8 % am Montag, dass selbst traditionelle sichere Anlagen während eines Energieschocks und einer Neubewertung der Zinssätze an Boden verlieren können.
Zweitens bedeutet die Kombination aus teurem Öl, dem Risiko von Unterbrechungen in der Straße von Hormuz und der Möglichkeit, dass weitere Länder in den Krieg hineingezogen werden, dass der Druck auf Gold auch bei erhöhter geopolitischer Unsicherheit anhalten kann.
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass der Ölpreis wieder ansteigt, nachdem Trump die Angriffe auf iranische Energieziele aufgeschoben hat.
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