Stadtwerke Görlitz starten grenzüberschreitenden Fernwärmeausbau mit Förderung
Mit dem heutigen Spatenstich beginnt laut einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie der Bau des Projekts UNITED HEAT zwischen Görlitz und Zgorzelec. Das Vorhaben der Stadtwerke Görlitz und des polnischen Wärmeversorgers SEC Zgorzelec soll bis 2030 die bislang getrennten Wärmenetze verbinden und vollständig dekarbonisieren. Auf deutscher Seite unterstützt der Bund die Investitionen nach Angaben des Ministeriums mit 81,6 Millionen Euro, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung wirtschaftlich tragfähig zu machen und den Preisdruck für Kunden zu begrenzen.
Höhepunkte
- Stadtwerke Görlitz starten mit Bau des ersten von zwölf Leitungskilometern eines grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekts, das bis 2030 ausgebaut werden soll.
- Das Projekt erhält insgesamt rund 80 Millionen Euro Bundesförderung, verspricht über sechs Millionen Euro Einsparungen und einen um fast 8 Prozent niedrigeren Energiepreis als rein nationale Lösungen.
- Die deutsch-polnische Kooperation UNITED HEAT gilt als Modell für andere Grenzregionen und soll Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und wirtschaftliche Vorteile fördern.
Ausbauplan bis 2030 und Förderrahmen
Das 2020 initiierte Vorhaben gilt als grenzüberschreitendes Infrastrukturprojekt im Wärmesektor und erhielt 2022 den CB-RES-Status der Connecting Europe Facility. Der jetzige Baustart markiert den Beginn des ersten von insgesamt zwölf geplanten Leitungskilometern. Nach Darstellung des Ministeriums sollen durch die Kopplung der Netze Versorgungssicherheit, Kosteneffizienz und Dekarbonisierung gleichzeitig vorangetrieben werden.
Politisch wird das Projekt auf mehreren Ebenen begleitet. Im Februar 2024 unterzeichnete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine gemeinsame Absichtserklärung mit dem polnischen Wirtschaftsministerium, im Februar 2026 folgte eine weitere mit dem polnischen Energieministerium. Seit 2023 unterstützt zudem die Deutsche Energie-Agentur das Vorhaben über die Deutsch-Polnische Energieplattform, die vom Auswärtigen Amt gefördert wird.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnet das Projekt als Beispiel dafür, wie Kommunen länderübergreifend bei der Wärmeversorgung zusammenarbeiten können. Nach ihren Angaben stärkt die Verknüpfung der deutschen und polnischen Fernwärmenetze die Energiesicherheit und schafft Vorteile für Unternehmen und Verbraucher in beiden Städten. Das Ministerium beziffert die Bundesmittel über die Förderung für effiziente Wärmenetze auf rund 80 Millionen Euro.
Kostenvorteile und Bedeutung für die Grenzregion
Das Projekt an der Neiße soll nach Ministeriumsangaben nicht nur Emissionen senken, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Bei Investition und Betrieb können demnach insgesamt mehr als sechs Millionen Euro eingespart werden. Der Energiepreis liegt laut den Angaben fast 8 Prozent unter dem Niveau einer rein nationalen Lösung.
Damit wird UNITED HEAT auch als Modell für andere Grenzregionen positioniert. Die Bundesregierung verweist darauf, dass europäische Energiekooperation nicht nur über Großprojekte funktioniert, sondern ebenso über kleinere Vorhaben kommunaler Versorger. Gerade solche lokalen Kooperationen können nach dieser Lesart zu Vorreitern der Energiewende werden.
Im Anschluss an den Spatenstich tauscht sich Reiche mit Vertretern des polnischen Energieministeriums sowie mit politischen Vertretern aus Sachsen und Niederschlesien aus. Im Mittelpunkt stehen der Strukturwandel in ostdeutschen Kohleregionen und der Ausbau nachhaltiger Energieinfrastruktur. Beide Seiten wollen die Partnerschaft bei Energieprojekten und technologischer Innovation weiter vertiefen.
Wir berichteten zuvor über die Debatte um ein Reformpaket der Bundesregierung, in der Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Vorstoß von Finanzminister Lars Klingbeil grundsätzlich unterstützte, ihn aber an schnelle Strukturreformen knüpfte. Dabei standen unter anderem eine frühere Senkung der Körperschaftsteuer, Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsmarkts sowie kurzfristige Entlastungen für Pendler im Fokus.
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