BlaBlaCar stellt Fernbus-Liniennetz in Europa ein

BlaBlaCar stellt Fernbus-Liniennetz in Europa ein
BlaBlaCar zieht sich zurück

Der Rückzug von BlaBlaCar verschärft den Druck im europäischen Markt für günstige Fernbusreisen. Von der Einstellung des nationalen und internationalen Liniennetzes sind Verbindungen zu mehr als 300 Städten betroffen, darunter mehrere Routen von und nach Deutschland.

Höhepunkte

  • BlaBlaCar stellt den Betrieb seines Fernbus-Liniennetzes in Europa aufgrund von stark gestiegenen Kosten und hartem Wettbewerb ein.
  • In Deutschland entfallen Verbindungen von Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt nach Paris sowie mehrere innerdeutsche Strecken.
  • Vom Fernbus-Aus sind 40 Mitarbeiter betroffen; BlaBlaCar setzt künftig auf Mitfahrplattform und Ticketvermittlung externer Anbieter.

Kostendruck und Wettbewerb belasten den Betrieb

Wie BILD berichtet, begründet BlaBlaCar das Aus seines Fernbusgeschäfts mit hartem Wettbewerb und stark gestiegenen Kosten. Das Unternehmen erklärt, ein profitabler Betrieb sei unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.

Betroffen sind in Deutschland unter anderem Strecken von Köln, Düsseldorf, Stuttgart, München und Frankfurt nach Paris sowie mehrere innerdeutsche Verbindungen. Damit verliert das Unternehmen ein Netz, das sowohl nationale als auch internationale Ziele in Europa abdeckt.

Luca Roggenkamp, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen, beschreibt den Markt als stark umkämpft. Er verweist zudem auf Fahrpersonalmangel, steigende Personalkosten und zunehmende bürokratische Anforderungen sowie auf steuerliche Nachteile des Busverkehrs gegenüber Bahn und internationalem Flugverkehr.

Folgen für Beschäftigte und weiteres Geschäft

BlaBlaCar war mit sehr günstigen Ticketpreisen in den Markt gegangen und bot auf einzelnen Strecken Sitzplätze schon für 99 Cent an. Das französische Unternehmen setzte dabei auf rund 60 europäische Transportunternehmen, die die Fahrten im Auftrag von BlaBlaCar Bus übernahmen.

Von dem Fernbus-Aus sind 40 Mitarbeiter direkt betroffen. Fortführen will das Unternehmen nach eigenen Angaben seine Mitfahrplattform sowie die Vermittlung von Bustickets anderer Anbieter, womit BlaBlaCar im Mobilitätsmarkt präsent bleibt, ohne eigene Linien weiter zu betreiben.

In unserem früheren Artikel über Lufthansas Kürzungen im Kurzstreckennetz haben wir berichtet, dass der Konzern bis Oktober rund 20.000 Flüge aus dem Programm nimmt, weil gestiegene Kerosinpreise zahlreiche Verbindungen unrentabel machen. Zudem sollte durch die Anpassungen Treibstoff eingespart und das Streckennetz stärker auf zentrale europäische Drehkreuze ausgerichtet werden, was für Passagiere spürbare Auswirkungen durch gestrichene Verbindungen hat.

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