Berlin ringt um Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für Bürgergeld-Empfänger

Berlin ringt um Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für Bürgergeld-Empfänger
Finanzierungsdebatte in Berlin

Im Streit um die Gesundheitsreform steht in Berlin die Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für Millionen Bürgergeld-Empfänger im Mittelpunkt. Nach den im Text genannten Angaben geht es um eine Lücke in Milliardenhöhe, die derzeit über die übrigen Beitragszahler mitgetragen wird.

Höhepunkte

  • Bundesmittel für Bürgergeld-Empfänger decken mit 144 Euro pro Monat die tatsächlichen Krankenkassenkosten von über 400 Euro nicht, jährliche Finanzierungslücke beträgt rund 12 Milliarden Euro.
  • Union fordert Leistungseinschränkungen für Bürgergeld-Bezieher, wenn keine zusätzlichen Bundesmittel bereitgestellt werden, um Beitragszahler langfristig zu entlasten.
  • Geplante Gesundheitsreform erhöht Zuzahlungen für Medikamente auf mindestens 7,50 und maximal 15 Euro pro Packung; Belastungsgrenze für Bürgergeld-Empfänger liegt bei 135,12 Euro pro Jahr.

Finanzierungslücke belastet Reformdebatte

Wie zuerst von BILD berichtet, fordert Gesundheitsministerin Nina Warken mehr Mittel des Bundes für die Absicherung von Bürgergeld-Empfängern, während Finanzminister Lars Klingbeil dies ablehnt.

Nach den im Text genannten Angaben überweist das Jobcenter die Beiträge an die Krankenkassen, Bürgergeld-Empfänger zahlen also keine eigenen Krankenversicherungsbeiträge. Zugleich erhalten sie den vollen Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung, einschließlich Arztbesuchen, Behandlungen und Medikamenten wie andere Versicherte.

Die Krankenkassen sehen dabei ein erhebliches Finanzproblem. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse fließen aus dem Bundeshaushalt pro Bürgergeld-Empfänger 144 Euro im Monat, benötigt würden jedoch mehr als 400 Euro, um die tatsächlichen Ausgaben zu decken. Die Differenz tragen laut Text die übrigen Beitragszahler, insgesamt geht es um rund 12 Milliarden Euro.

Politische Forderungen und Folgen für Versicherte

Aus der Union kommt vor diesem Hintergrund die Forderung, Leistungen für Bürgergeld-Empfänger einzuschränken, falls der Bund keine zusätzlichen Mittel bereitstellt. In einer internen Fraktionssitzung sagt Junge-Union-Chef Johannes Winkel, es müsse wieder einen Unterschied beim Umfang der Gesundheitsversorgung geben, je nachdem ob jemand Beiträge zahlt oder nie eingezahlt hat.

Parallel sieht die Gesundheitsreform höhere Zuzahlungen vor, etwa bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Künftig sollen pro Packung mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro fällig werden, statt bislang 5 bis 10 Euro.

Für Bürgergeld-Empfänger gelten dabei Belastungsgrenzen auf Basis des Regelsatzes von 563 Euro im Monat. Daraus ergibt sich laut Text eine jährliche Belastungsgrenze von 135,12 Euro, für chronisch Kranke von 67,56 Euro. Ist diese Schwelle erreicht, können sich Versicherte für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.

Über den Koalitionsstreit um zusätzliche Staatsschulden und den finanzpolitischen Kurs der Bundesregierung hatten wir bereits berichtet. Dabei ging es um die Frage, ob im Krisenfall neue Kredite und sogar eine Aussetzung der Schuldenbremse in Betracht kommen, während aus der Union stattdessen Reformen und Einsparungen gefordert wurden. Vor dem Hintergrund schwacher Konjunktur stand die Koalition unter wachsendem Druck, ihre Reformagenda und die Haushaltslinie zu klären.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.