Bundesnetzagentur verschärft Druck auf Netzbetreiber beim Smart-Meter-Ausbau

Bundesnetzagentur verschärft Druck auf Netzbetreiber beim Smart-Meter-Ausbau
Bundesnetzagentur erhöht Druck

Der stockende Austausch alter Stromzähler rückt in Deutschland stärker in den Fokus der Regulierung. Die Bundesnetzagentur erhöht den Druck auf Netzbetreiber, weil der Einbau digitaler Smart Meter aus ihrer Sicht zu langsam vorankommt und damit günstigere, flexiblere Stromnutzung gebremst wird.

Höhepunkte

  • Die Bundesnetzagentur geht mit Verfahren und Zwangsgeldandrohungen gegen Dutzende Netzbetreiber wegen Verzögerungen beim Smart-Meter-Ausbau vor.
  • Smart Meter ermöglichen Verbrauchern die Nutzung von Preissignalen und dynamischen Tarifen, insbesondere bei schwankender Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen.
  • Deutschland liegt beim Smart-Meter-Rollout europaweit zurück, während Länder wie Italien oder Ungarn bereits bis zu 100 Prozent Abdeckung vorweisen.

Druck auf Betreiber und laufende Verfahren

Wie BILD berichtet, geht die Bundesnetzagentur mit Verfahren und angedrohten Zwangsgeldern gegen Dutzende Netzbetreiber vor, die beim Einbau intelligenter Stromzähler zurückliegen.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, sagt, die Behörde erhöhe den Druck auf Netzbetreiber mit Zwangsgeldandrohungen und entsprechenden Verfahren. Davon sollen Verbraucher profitieren, weil Smart Meter günstigeren Strombezug ermöglichen und zugleich zur Stabilität der deutschen Stromversorgung beitragen.

Hintergrund des verschärften Vorgehens ist, dass in Millionen Haushalten weiterhin analoge Stromzähler im Einsatz sind. Aus Sicht der Behörde bremst das den breiteren Einsatz digitaler Messtechnik, die als Voraussetzung für eine modernere Steuerung des Stromsystems gilt.

Vorteile für Tarife, Netzsteuerung und Verbraucher

Die wirtschaftliche Bedeutung der neuen Geräte zeigt sich besonders bei stark schwankender Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Am 1. Mai war zeitweise so viel Strom im Netz, dass Händler für die Abnahme sogar Geld bekamen.

Mit Smart Metern könnten auch Privathaushalte solche Preissignale besser nutzen, etwa beim Laden von E-Autos in Zeiten hoher Stromproduktion und besonders niedriger Preise. Grundlage dafür sind dynamische Tarife, die sich nahezu in Echtzeit an den Börsenstrompreisen orientieren.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland beim Rollout zurück. In Ländern wie Italien oder Ungarn sind laut Text bereits 90 bis 100 Prozent der Haushalte mit Smart Metern ausgestattet, was eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien, eine bessere Netzsteuerung und Einsparungen für Verbraucher unterstützt.

In unserem früheren Beitrag zu extrem negativen Strompreisen am 1. Mai haben wir erläutert, wie hohe PV-Einspeisung bei gleichzeitig geringer Nachfrage zu einem Überangebot im Netz und starken Verwerfungen im Intraday-Handel führen kann. Dabei ging es vor allem um das Flexibilitätsproblem: Ohne bessere Steuerungsmöglichkeiten werden automatische Drosselungen, gezielte Abschaltungen sowie der breitere Einsatz von Smart Metern und Steuertechnik als Hebel für mehr Netzstabilität diskutiert.

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