EUR/USD hält sich nahe 1,1800, da die NFP-Daten den Dollar nicht stützen

EUR/USD hält sich nahe 1,1800, da die NFP-Daten den Dollar nicht stützen
EUR/USD

Das EUR/USD-Währungspaar befindet sich weiterhin in einer starken Zone, doch handelt es sich hierbei nicht mehr nur um eine technische Erholung: Das Paar notiert angesichts sich verändernder Zinserwartungen um die Marke von 1,1800, wobei der Markt zunehmend eine frühere Lockerung der Geldpolitik durch die Fed sowie eine vorsichtigere Haltung der EZB einpreist. Gleichzeitig bleibt die Obergrenze der Spanne von 1,1800–1,1840 ein solider Widerstand, der das Aufwärtsmomentum kurzfristig bremsen könnte, während der Bereich von 1,1720–1,1680 als unmittelbare Unterstützung dient. Ein Durchbrechen dieser Zone nach unten würde den Weg in Richtung 1,1660–1,1640 ebnen.

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Fed, EZB und Inflation

Das Bild in den USA bleibt gemischt: Die NFP-Zahlen für April fielen stärker als erwartet aus, wobei die Beschäftigung um 115.000 stieg und die Arbeitslosenquote bei 4,3 % blieb, was der Fed kein klares Signal für eine rasche Zinssenkung gibt. Die Verbraucherstimmung hat sich jedoch stark verschlechtert: Der vorläufige Michigan-Index fiel auf 48,2, ein neues Tief, was die Anzeichen für eine nachlassende Nachfrage und eine mögliche Konjunkturabkühlung im weiteren Jahresverlauf verstärkt.

In der Eurozone hat sich die Inflation beschleunigt: Laut Eurostat stieg die jährliche Inflationsrate von 2,6 % im März auf 3,0 % im April, was eine restriktivere Haltung der EZB stützt. Infolgedessen diskutiert der Markt zunehmend nicht mehr eine kehrtwende hin zu einer lockeren Geldpolitik, sondern eine vorsichtigere oder sogar restriktivere EZB, insbesondere wenn die Energiepreise auf hohem Niveau bleiben.

Öl und Iran

Geopolitik ist derzeit einer der wichtigsten Treiber für den Devisenmarkt: Der Preis für Brent-Öl ist über 100 USD pro Barrel gestiegen, wobei einige Schätzungen angesichts der Risiken eines Scheiterns der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie der zunehmenden Spannungen rund um die Straße von Hormus bereits auf 105 USD hindeuten. Dies ist für den Euro von Bedeutung, da höhere Energiepreise die Handelsbilanz Europas stärker belasten als die der USA und gleichzeitig die Nachfrage nach dem Dollar als sicherer Hafen ankurbeln.

Was das bedeutet

Kurzfristig bleibt das Basisszenario für EUR/USD moderat bullisch, sofern sich die US-Inflation verlangsamt und die Spannungen im Nahen Osten nicht weiter eskalieren. Sollte der Ölpreis jedoch weiter steigen und sich die Risiken rund um die Straße von Hormus verschärfen, könnte der Dollar schnell wieder an Schwung gewinnen und das Währungspaar zurück in Richtung 1,1600 drücken.

Kurzfristig dürfte sich das Paar, wie bereits in „EUR/USD unter Druck, da der Markt auf den US-NFP-Bericht wartet“ erwähnt, weiterhin innerhalb der aktuellen Spanne bewegen.

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