EU treibt Handelsabkommen mit den USA nach Trump-Zolldrohungen voran
Die Europäische Union hat nach nächtlichen Gesprächen zwischen Abgeordneten und Mitgliedstaaten einen wichtigen Schritt zur Umsetzung eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten gemacht. Für die Märkte signalisiert die Einigung eine Verringerung des Zollrisikos, insbesondere für europäische Automobilhersteller, Industrieunternehmen und Exporteure, die erneut von Donald Trump bedroht wurden.
Höhepunkte
- Die EU hat eine vorläufige Einigung zur Umsetzung eines Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten erzielt.
- Brüssel ist bereit, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen.
- Im Rahmen des umfassenderen Abkommens würden die USA die Zölle auf die meisten europäischen Waren auf 15 % begrenzen.
- Für die Märkte könnte das Abkommen den Druck auf europäische Aktien, insbesondere im Automobil- und Industriesektor, verringern.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Brüssel will Zollstreit beilegen
Laut CNBC begrüßte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch die vorläufige Einigung und forderte die Abgeordneten auf, das Verfahren zügig abzuschließen. Das Abkommen baut auf einer Vereinbarung auf, die die EU und die USA im Juli 2025 auf Trumps Golfresort in Turnberry, Schottland, erzielt hatten.
Damals erklärte sich Brüssel bereit, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen, während Washington zustimmte, Zölle auf die meisten europäischen Waren auf 15 % zu begrenzen. Ziel der Vereinbarung ist es, eine weitere Eskalation der transatlantischen Handelskonflikte zu verhindern – besonders vorteilhaft für europäische Exporteure wie Automobilhersteller (Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen).
Die Gespräche dauerten mehr als fünf Stunden und endeten mit einem Kompromiss, der der EU helfen könnte, neue Zollandrohungen von Trump zu vermeiden. Der US-Präsident hatte zuvor gewarnt, dass er die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU auf 25 % anheben könnte, falls der Block das frühere Handelsabkommen nicht umsetzt.
Details der Vereinbarung
Im Rahmen des Abkommens wird die Europäische Union Zölle auf US-Industriegüter abschaffen, während die Trump-Regierung die Zölle auf die meisten europäischen Waren auf 15 % begrenzt.
Das Abkommen enthält einen Schutzmechanismus, der es Brüssel erlaubt, Zollsenkungen auszusetzen, falls Importe aus den USA der europäischen Industrie ernsthaften Schaden zufügen. Außerdem kann die EU die Präferenzen aussetzen, wenn die USA nach Ende 2026 weiterhin erhöhte Zölle auf europäischen Stahl und Aluminium erheben.
Schutzmechanismen für Europa
Der neue Text gibt Brüssel Instrumente an die Hand, um zu reagieren, falls das Abkommen europäischen Produzenten schadet. EU-Beamte können Zollvergünstigungen pausieren, wenn US-Importe Unternehmen im Block schädigen.
Die Abgeordneten fügten zudem eine Ablaufklausel hinzu. Die Regelung soll Ende 2029 auslaufen, sofern sie nicht verlängert wird. Diese Bestimmung soll der EU Verhandlungsspielraum sichern, falls Washington gegen die Bedingungen verstößt oder zu einseitigen Zollmaßnahmen zurückkehrt.
Signal für Märkte und europäische Aktien
Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt zur Entspannung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Nach monatelangen Drohungen und Verhandlungen fanden beide Seiten einen Kompromiss, der eine Eskalation des Handelskriegs verhindert.
Für Europa ist dies besonders wichtig angesichts wirtschaftlicher Herausforderungen und der Notwendigkeit, die Exportstabilität zu wahren. Für die USA senkt das Abkommen das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen der EU. Auch wenn die endgültige Zustimmung noch aussteht, wirkt sich der Durchbruch bereits stabilisierend auf die globalen Märkte aus und senkt geopolitische Risiken für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Wie bereits berichtet, fallen US-Aktien, da der Iran mit einer Ausweitung des Konflikts droht.
- Forex
- Crypto