EUR/USD unter Druck, da die Märkte wieder auf den Dollar setzen

EUR/USD unter Druck, da die Märkte wieder auf den Dollar setzen
EUR/USD

​Das Währungspaar EUR/USD ist in den letzten Sitzungen deutlich gefallen, da der US-Dollar stark zugelegt hat. Hauptauslöser waren die jüngsten Protokolle der Federal Reserve, die darauf hindeuteten, dass die US-Notenbank bereit ist, ihre restriktive Geldpolitik länger als bisher erwartet beizubehalten. Zudem signalisierten mehrere FOMC-Mitglieder, dass eine weitere Zinserhöhung möglich bleibt, sollte die Inflation hoch bleiben. 

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Vor diesem Hintergrund stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen auf Mehrmonatshochs und sorgten für verstärkte Kapitalzuflüsse in auf Dollar lautende Anlagen.

Schwache Eurozonen-Konjunktur belastet den Euro zusätzlich

Neue makroökonomische Daten aus Frankreich setzten dem Euro einen weiteren Dämpfer. Der zusammengesetzte PMI für Mai fiel unerwartet auf 43,5 Punkte – den niedrigsten Stand seit fast sechs Jahren – und signalisiert eine deutliche Abschwächung der Geschäftsaktivität in der gesamten Eurozone. Anleger zeigen sich zunehmend besorgt über die Wachstumsaussichten der Region, insbesondere angesichts hoher Energiepreise und steigender Produktionskosten. Nach Veröffentlichung der Daten fiel der EUR/USD in Richtung 1,1590 und markierte neue Wochentiefs.

Auseinanderlaufende Fed- und EZB-Politik bleibt der Haupttreiber

Der Markt konzentriert sich derzeit auf den sich ausweitenden Zinsunterschied zwischen den USA und der Eurozone. Der Leitzins der Federal Reserve liegt weiterhin deutlich über dem der EZB, während die Erwartungen an weitere Lockerungsschritte der europäischen Notenbank begrenzt bleiben. Gleichzeitig räumen Analysten ein, dass steigende Ölpreise und anhaltender Inflationsdruck die EZB im Sommer zu einer restriktiveren Haltung zwingen könnten, auch wenn dies bislang nicht ausreicht, um eine nachhaltige Erholung des Euro zu unterstützen. Die meisten Analysten schätzen die kurzfristige Handelsspanne für EUR/USD derzeit zwischen 1,1500 und 1,1800 ein.

Ausblick und wichtige Kursmarken

Kurzfristig bleibt der Vorteil weiterhin auf Seiten des US-Dollars. Sollte die US-Inflation über dem Ziel der Fed bleiben und die Renditen von US-Staatsanleihen hoch bleiben, dürfte der Druck auf EUR/USD anhalten, mit Abwärtsrisiken in Richtung der Zone 1,1550–1,1500. Gleichzeitig richten die Märkte ihr Augenmerk verstärkt auf die Inflationsdaten der Eurozone und die Aussagen der EZB. 

Jegliche Hinweise auf eine mögliche Straffung der Geldpolitik – wie im Artikel EUR/USD fällt unter 1,1600, Verkaufsdruck hält an hervorgehoben – könnten den Euro vorübergehend stabilisieren und das Paar zurück in den Bereich 1,1700–1,1730 führen.

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