EUR/USD verliert an Schwung

EUR/USD verliert an Schwung
EUR/USD

​Der Euro ging Ende Mai nach einer starken Rallye im ersten Quartal in eine Phase vorsichtiger Korrektur über. EUR/USD bewegt sich weiterhin nahe der Marke von 1,1600, obwohl der Druck auf die europäische Währung angesichts der steigenden Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen und sich verändernden Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve zugenommen hat.

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EZB bleibt bei ihrem restriktiven Kurs, aber Europas Wirtschaft schwächelt

Die wichtigste Stütze für den Euro ist derzeit die Haltung der Europäischen Zentralbank. Die Notenbank signalisiert weiterhin ihre Bereitschaft, die Zinsen länger als bisher vom Markt erwartet auf erhöhtem Niveau zu halten – angesichts der anhaltenden Inflation im Dienstleistungssektor und fortbestehender energiewirtschaftlicher Risiken. Gleichzeitig werden die Anzeichen für eine Abschwächung der Konjunktur im Euroraum immer deutlicher: Die Industrieproduktion bleibt schwach, während das Unternehmenswachstum weiter an Dynamik verliert. Dies stellt die EZB vor ein schwieriges Dilemma – die Inflation zu bekämpfen, ohne das Wirtschaftswachstum zusätzlich zu belasten.

US-Dollar profitiert von Unsicherheit rund um die Fed

Auf US-Seite reagieren die Märkte weiterhin sehr sensibel auf jegliche Signale der Federal Reserve. Trotz der Erwartung einer möglichen geldpolitischen Lockerung im Laufe des Jahres 2026 lagen die jüngsten US-Inflationsdaten über den Prognosen, was den Dollar vorübergehend stärkte und die Risikobereitschaft der Anleger dämpfte. Zusätzliche Unterstützung erhält die US-Währung durch geopolitische Spannungen und erhöhte Volatilität an den Rohstoffmärkten – Bedingungen, unter denen Investoren traditionell in auf Dollar lautende Anlagen zurückkehren.

Kurzfristiger Ausblick: hohe Volatilität ohne klaren Trend

EUR/USD bleibt unter Verkaufsdruck, wobei Aufwärtsversuche durch Widerstand im Bereich 1,1640–1,1660 begrenzt werden, während die Bären weiterhin versuchen, die Unterstützung bei 1,1600 zu durchbrechen. In dieser Phase bleibt die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach unten in Richtung 1,1580–1,1550 erhöht; ein Anstieg über den Widerstand könnte hingegen eine Bewegung in Richtung 1,1680–1,1700 auslösen, wo erneut Verkaufsinteresse auftreten dürfte.

Wie ich bereits im Artikel EUR/USD unter Druck: Märkte setzen wieder auf den Dollar erwähnt habe, könnten die weiteren Entwicklungen des Paares maßgeblich von der Lage im Nahen Osten und den künftigen Entscheidungen der wichtigsten Zentralbanken abhängen.

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