Der Euro handelt weiterhin mit verhaltener Tendenz, wobei EUR/USD über 1,1600 bleibt, während das kurzfristige Kursgeschehen von einer Kombination aus schwachen Makrodaten aus der Eurozone, geopolitischen Faktoren und der allgemeinen Dollar-Dynamik bestimmt wird. Dennoch hält das Unvermögen der Bullen, die Widerstandszone bei 1,1650–1,1660 zu durchbrechen, das Risiko eines erneuten Rückgangs aufrecht.
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Monetäres Umfeld
Die EZB hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen: Der Einlagensatz liegt bei 2,00 %, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 % und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40 %. Die nächste wichtige Sitzung ist für den 11. Juni 2026 angesetzt, bei der die Märkte auf eine Bestätigung warten, ob die Zentralbank bereit ist, länger als bisher erwartet an ihrem restriktiven Kurs festzuhalten. Vor diesem Hintergrund fehlt dem Euro derzeit ein starker eigenständiger Aufwärtstreiber und er bleibt äußerst sensibel gegenüber Veränderungen der Zinserwartungen und der allgemeinen Risikostimmung.
Belastungsfaktoren für den Euro
Der Hauptbelastungsfaktor für den Euro ist die sichtbare Verschlechterung der Unternehmensaktivität in der Eurozone. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex (PMI) für Mai fiel auf 47,5, während der Dienstleistungsindex auf 46,4 sank, was auf eine sich beschleunigende Abschwächung hindeutet. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck aufgrund steigender Energiepreise hoch, was die EZB vor die Herausforderung stellt, Wachstum zu stützen und gleichzeitig die Inflation zu bekämpfen. Zusätzlicher Druck entsteht durch geopolitische Risiken, die die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicheren Hafen weiter unterstützen.
Dollar und die Fed
Auf US-Seite bleibt das Bild gemischt. Schwäche bei einigen Konjunkturindikatoren und die Erwartung einer künftigen Lockerung durch die Fed begrenzen das Aufwärtspotenzial des Dollars, doch anhaltende Inflation und zunehmende Marktspekulationen über eine möglicherweise restriktivere Geldpolitik stützen den USD weiterhin. Infolgedessen bleibt EUR/USD in einer Spanne gefangen, in der der Euro vorübergehend von Phasen der Dollar-Schwäche profitieren kann, aber nach starken US-Daten schnell an Schwung verliert. Mit anderen Worten: Der Euro hängt derzeit stärker davon ab, ob der Dollar schwächer wird, als von der Stärke der Eurozonen-Wirtschaft selbst.
Ausblick kurzfristig
Das Basisszenario für die nahe Zukunft bleibt erhöhte Volatilität und eine Konsolidierung im Bereich von 1,1600–1,1700, mit erhöhter Sensibilität gegenüber EZB-Rhetorik und geopolitischen Schlagzeilen. Sollte die EZB am 11. Juni einen restriktiveren Tonfall bestätigen und die Inflation in der Eurozone hoch bleiben, könnte der Euro einen Versuch in Richtung 1,18 und darüber hinaus unternehmen. Sollten sich jedoch Rezessionssorgen verstärken oder der Dollar durch starke US-Konjunkturdaten neuen Auftrieb erhalten, dürfte EUR/USD erneut unter Druck geraten, wie bereits in EUR/USD hält sich über 1,1600, da Iran-Entwicklungen das Paar stützen erwähnt.
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