Premium Food Group-Chef Tönnies signalisiert höhere Spitzensteuer

Premium Food Group-Chef Tönnies signalisiert höhere Spitzensteuer
Tönnies für höhere Steuern

Zum 70. Geburtstag von Clemens Tönnies rückt neben seiner Unternehmerkarriere auch seine Position zur Steuerpolitik in den Fokus. Der langjährige Fleischunternehmer aus Rheda-Wiedenbrück verbindet den Rückblick auf den Aufstieg der heutigen Premium Food Group mit einer überraschend offenen Haltung zu einer Anhebung des Spitzensteuersatzes.

Höhepunkte

  • Tönnies befürwortet eine Anhebung des Spitzensteuersatzes in Deutschland, warnt jedoch davor, die Erbschaftsteuer für Mittelstandsunternehmen zu erhöhen.
  • Die Premium Food Group erwirtschaftet laut Unternehmensangaben rund 8 Milliarden Euro Jahresumsatz und beschäftigt 21.000 Mitarbeiter, davon 17.000 in Deutschland.
  • Die Positionierung von Tönnies zur Steuerreform setzt in der aktuellen Debatte ein Signal gegen eine stärkere finanzielle Belastung des deutschen Mittelstands zugunsten internationaler Investoren.

Karriereweg und Konzernentwicklung

Wie die "Rheinische Post" berichtet, äußert sich Tönnies kurz vor seinem Geburtstag zur laufenden Debatte in der schwarz-roten Bundesregierung über eine Steuerreform und sagt, starke Schultern könnten mehr tragen. Den Spitzensteuersatz könne der Staat aus seiner Sicht anheben, bei der Erbschaftsteuer warnt der Unternehmer dagegen vor Belastungen für den deutschen Mittelstand.

Der aus Ostwestfalen stammende Unternehmer beschreibt seinen Aufstieg aus einfachen Verhältnissen. In der kleinen Metzgerei seiner Eltern in Rheda erkennen er und sein Bruder Bernd früh, dass das klassische Geschäft nur begrenzte Erträge bringt, und verdienen zunächst Geld mit dem Aufbereiten von Knochenresten für Wursthersteller.

Nach eigener Darstellung verfügt Tönnies bereits mit 22 Jahren über seine erste Million. Den entscheidenden Wachstumsschub bringt später die Strategie, nicht nur einzelne Fleischstücke, sondern das gesamte Schwein zu vermarkten und Kunden gezielt mit den jeweils benötigten Zuschnitten zu beliefern.

Bedeutung für Fleischbranche und Mittelstand

Aus dem Familienunternehmen entsteht trotz schwerer Einschnitte ein international aufgestellter Lebensmittelkonzern. Der Betrieb wächst nach dem Tod seines Bruders ebenso weiter wie nach Krisen wie BSE, der Corona-Pandemie, Debatten über Leiharbeit und einem inzwischen beigelegten Familienstreit.

Heute erzielt die Premium Food Group laut den im Text genannten Unternehmensangaben rund 8 Milliarden Euro Jahresumsatz und beschäftigt weltweit 21.000 Menschen, davon 17.000 in Deutschland. Zu den bekannten Marken zählen Tillman's, Gutfried und Hareico, während Böklunder weiter als Sponsor von Schalke 04 auftritt.

Mit seiner Steuerposition setzt Tönnies in der Debatte um Reformen ein wirtschaftspolitisches Signal, das von vielen Unternehmerstimmen abweicht. Seine Unterstützung für einen höheren Spitzensteuersatz bei gleichzeitiger Ablehnung höherer Erbschaftsteuern verweist auf die Sorge, dass deutsche Mittelstandsunternehmen sonst stärker unter Druck ausländischer Investoren geraten könnten.

In unserem früheren Artikel zur HelloFresh-SE-(HFG)-Aktie haben wir die jüngste Kursstabilisierung um 4,3 € sowie zentrale technische Marken wie MA-20, MA-50 und MA-200 eingeordnet. Zudem ging es um die strategische Neuausrichtung in den USA, bei der HelloFresh den Fokus von aggressivem Wachstum auf Margenverbesserung und stabilere Cashflows verlagert. Insgesamt wurde damit der Spagat zwischen Umsatzgröße und Profitabilität als entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung hervorgehoben.

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