Berlin kritisiert Senatsplan zur klimaneutralen Fernwärme als Kostenrisiko

Berlin kritisiert Senatsplan zur klimaneutralen Fernwärme als Kostenrisiko
Kritik am Fernwärme-Plan

In Berlin hat der Senat einen Fahrplan für die sogenannte Wärmewende im Bereich der Fernwärme vorgestellt. Die Debatte richtet sich vor allem auf die Frage, ob eine klimaneutrale Versorgung technisch umsetzbar ist oder die Heizkosten für viele Haushalte deutlich erhöht.

Höhepunkte

  • Der Berliner Senatsplan sieht vor, Fernwärme ab 2024 mit Power-to-Heat-Anlagen und Wasserstoff klimaneutral zu erzeugen und Kohleabwärme zu beenden.
  • Kritikpunkte betreffen die Wirtschaftlichkeit: Power-to-Heat funktioniert nur bei ausreichend überschüssigem Wind- und Solarstrom, während Wasserstoff als teuer gilt.
  • Die Umstellung könnte höhere Fernwärmekosten verursachen, weshalb Experten Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit für Berliner Haushalte als zentralen Risikofaktor sehen.

Senatsfahrplan und zentrale Kritikpunkte

Wie BILD berichtet, haben Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Christian Feuerherd, Chef der Berliner Energie und Wärme GmbH, bei einem Termin im Kraftwerk Klingenberg erläutert, wie klimaneutrales Heizen über Fernwärme künftig aussehen soll.

Im Mittelpunkt stehen nach den Angaben Power-to-Heat-Anlagen und Wasserstoff. Ein Drittel der Berliner Haushalte nutzt Fernwärme, die bisher überwiegend als Abwärme in Kraftwerken entsteht. Dem Text zufolge soll damit bis 2024 Schluss sein.

Die Kritik in dem Beitrag richtet sich gegen die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Konzepts. Power-to-Heat gilt darin nur dann als klimaneutral, wenn überschüssiger Strom aus Wind- und Solaranlagen verfügbar ist, was im Winter nach dieser Darstellung selten der Fall ist. Auch Wasserstoff wird als teuer beschrieben und ebenfalls an ein hohes Angebot erneuerbarer Energie geknüpft.

Folgen für Haushalte und energiepolitische Debatte

Nach dieser Einschätzung könnte die geplante Umstellung dazu führen, dass Fernwärme deutlich teurer wird und Heizen für Verbraucher zum Luxus wird. Giffey bezeichnet die Wärmewende in dem Text dagegen als wirtschaftlich tragfähig.

Der Beitrag ordnet die Pläne damit als energiepolitisch umstritten ein, weil die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit für Berliner Haushalte im Zentrum stehen. Für den Wärmesektor in der Hauptstadt ist die Frage entscheidend, ob alternative Erzeugungsformen in ausreichendem Umfang und zu tragbaren Kosten verfügbar sind.

In unserem früheren Beitrag zum möglichen LNG-Abkommen zwischen Deutschland und Kanada haben wir erläutert, wie das Staatsunternehmen Sefe langfristig als Abnehmer auftreten könnte, um die Gasversorgung zu diversifizieren. Dabei ging es auch um die offene Frage, wann das geplante Exportterminal Ksi Lisims überhaupt liefern kann, sowie um die logistischen und strategischen Aspekte der Versorgung Europas angesichts geopolitischer Unsicherheiten und des Wettbewerbs um LNG-Ladungen.

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