Deutschland meldet sinkende Arbeitslosigkeit, BA sieht weiter keine Trendwende

Deutschland meldet sinkende Arbeitslosigkeit, BA sieht weiter keine Trendwende
Arbeitslosigkeit sinkt erneut

Nach mehreren Monaten fällt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Mai wieder unter die Marke von 3 Millionen. Der Rückgang beruht jedoch vor allem auf saisonalen Einstellungen im Frühjahr, während zentrale Arbeitsmarktindikatoren weiter auf eine angespannte Lage hindeuten.

Das Wichtigste

  • Die Zahl der Arbeitslosen sank im Mai um 58.000 auf 2,950 Millionen, die Arbeitslosenquote fiel um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent.
  • Arbeitslosengeld-Bezieher stiegen im Mai auf 1,073 Millionen, 113.000 mehr als im Vorjahr, was auf Druck auf den regulären Arbeitsmarkt hinweist.
  • Die Erwerbstätigenzahl lag bei 45,75 Millionen und damit 189.000 unter Vorjahresniveau, während die Nachfrage nach Arbeitskräften auf niedrigem Niveau mit 643.000 Stellen verharrt.

Mai-Daten und Einordnung der Bundesagentur

Wie die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Pressemeldung mitteilt, sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Mai um 58.000 auf 2,950 Millionen. Die Arbeitslosenquote geht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zurück.

Die Behörde sieht darin aber keine nachhaltige Wende. Saisonbereinigt nimmt die Arbeitslosigkeit zwar um 12.000 ab, nach Einschätzung der BA dürfte dies jedoch vor allem ein Gegeneffekt auf den schwachen April sein. BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles sagt, die Frühjahrsbelebung komme in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt.

Auch die Unterbeschäftigung bleibt hoch. Sie liegt bei 3,628 Millionen Menschen und damit 15.000 über dem Vorjahreswert, auch wenn sie saisonbereinigt um 8.000 sinkt.

Schwache Beschäftigung und anhaltender Druck

Zusätzlichen Druck zeigt der Anstieg beim Arbeitslosengeld. Im Mai beziehen 1,073 Millionen Menschen diese Leistung, das sind 113.000 mehr als ein Jahr zuvor, ein Hinweis darauf, dass die Schwäche zunehmend den regulären Arbeitsmarkt trifft.

Die Zahl der Erwerbstätigen liegt mit 45,75 Millionen um 189.000 unter dem Vorjahresniveau. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt darunter und verzeichnet ein Minus von 75.000.

Bei der Arbeitskräftenachfrage zeigt sich nur eine leichte Stabilisierung. Im Mai sind 643.000 offene Stellen bei der BA gemeldet, 8.000 mehr als vor einem Jahr, laut Behörde bleibt die Nachfrage damit aber auf niedrigem Niveau stabil.

Parallel beziehen rund 3,83 Millionen Menschen Bürgergeld, 103.000 weniger als vor einem Jahr. Dennoch gelten weiterhin 7,1 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland als hilfebedürftig, während am Ausbildungsmarkt bis Mai noch 199.000 Bewerber weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative gefunden haben.

Die jüngsten US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 215.000 und lagen damit über den Erwartungen – ein weiteres Indiz dafür, dass sich der Arbeitsmarkt in den USA allmählich abkühlt. Gleichzeitig zogen auch die fortlaufenden Anträge auf 1,786 Millionen an, was darauf hindeuten kann, dass Betroffene schwerer eine neue Stelle finden. Wir hatten zudem erläutert, warum diese Daten von Märkten und der Fed als schneller Indikator für Entlassungsdynamik und den künftigen Zinskurs besonders aufmerksam verfolgt werden.

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