Bundesregierung legt Gesetz für neue Gaskraftwerke und Kapazitätsausschreibungen vor

Bundesregierung legt Gesetz für neue Gaskraftwerke und Kapazitätsausschreibungen vor
Neue Gaskraftwerke geplant

Mit dem geplanten Kohleausstieg und dem wachsenden Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energien treibt Deutschland den Aufbau neuer gesicherter Stromkapazitäten voran. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht dazu Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke vor, die Versorgungslücken in Dunkelflauten abfedern und bis 2045 klimaneutral betrieben werden sollen.

Höhepunkte

  • Die Bundesregierung plant Gesetzesentwurf für neue Gaskraftwerke mit verpflichtender Wasserstofffähigkeit und vollständiger Klimaneutralität ab 2045.
  • Ab 2031 soll eine Umlage für Stromkunden eingeführt werden, um den Kraftwerksbau inklusive Vergütungszahlungen an bezuschlagte Bieter zu finanzieren.
  • Der Gesetzentwurf sieht einen Südbonus vor, um gezielt neue Kapazitäten zur Stärkung der Energieversorgung in besonders benötigten Regionen zu schaffen.

Finanzierung und regionale Steuerung des Ausbaus

Vorgesehen ist zudem, dass neun Gigawatt der ausgeschriebenen Kapazität Strom über einen längeren Zeitraum am Stück bereitstellen können. Alle neuen Kraftwerke müssen nach dem Entwurf zwingend wasserstofffähig sein und ab 2045 vollständig klimaneutral betrieben werden.

Für Stromkunden ist ab 2031 eine neue Umlage vorgesehen, über die die Förderung des Kraftwerksbaus finanziert werden soll. Dazu zählen laut Gesetzentwurf unter anderem Vergütungszahlungen an bezuschlagte Bieter.

Zusätzlich enthält die Vorlage einen sogenannten Südbonus. Damit soll sichergestellt werden, dass neue Kapazitäten in den Regionen entstehen, in denen sie aus Sicht der Bundesregierung für eine sichere und effiziente Energieversorgung besonders benötigt werden.

In unserem früheren Beitrag zu den Ausschreibungsergebnissen der Bundesnetzagentur für Biomasse- und Biomethananlagen haben wir berichtet, dass die Biomasse-Runde trotz Unterzeichnung 388 Zuschläge über insgesamt 491 MW erhielt und erstmals seit 2022 wieder Biomethan-Projekte zum Zug kamen. Zudem zeigten die Daten, wie sich Zuschlagswerte, Förderhöchstwerte und regionale Schwerpunkte (etwa Bayern bei Biomasse) auf die Investitionsbedingungen im Bioenergie-Markt auswirken.

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