Scope bestätigt Uniper-Rating mit stabilem Ausblick

Scope bestätigt Uniper-Rating mit stabilem Ausblick
Uniper-Rating stabil bestätigt

Uniper behält angesichts des laufenden Umbaus seines Geschäftsmodells und geplanter Wachstumsinvestitionen seine Bonitätseinstufung im Investment-Grade-Bereich. Die Einschätzung stützt sich auf eine starke Finanzlage, höhere Widerstandskraft in volatilen Gasmärkten und den Status des Energiekonzerns als staatsnahes Unternehmen.

Höhepunkte

  • Scope Ratings bestätigt das Uniper-Rating bei BBB mit stabilem Ausblick trotz erwarteter Beschleunigung der Wachstumsinvestitionen und erhöhter Gasmarktvolatilität.
  • Uniper reduziert bis 2025 die Kohlekraftwerkskapazität auf 2,3 GW, davon 1,2 GW Reserve, und prüft neue Kapazitäten angesichts Ausschreibungen für Gas in Deutschland bis Ende 2026.
  • Scope erwartet, dass Unipers Verschuldungsgrad im Verhältnis zum EBITDA von 2,0x (2025/2026) auf 1,0x bis 2028 sinkt, mit deutlichem Puffer zu Herabstufungsschwellen.

Ratingbestätigung trotz höherer Investitionen

Wie Scope Ratings mitteilt, bestätigt die Agentur das Emittentenrating von Uniper SE mit BBB und stabilem Ausblick, zugleich bleiben auch das Rating für unbesicherte vorrangige Schuldtitel bei BBB und das Kurzfristrating bei S-2 unverändert.

Nach Einschätzung der Agentur verfügt Uniper über ausreichend finanziellen Spielraum, um die erwartete Beschleunigung der Wachstumsinvestitionen aufzufangen. Zugleich sieht Scope das Unternehmen widerstandsfähiger, weil es seinen Geschäftsbereich schrittweise stärker auf kontrahierte und abgesicherte Aktivitäten ausrichtet. Die in den vergangenen Wochen erhöhte Volatilität am Gasmarkt habe die stabile operative Entwicklung zusätzlich unterstrichen.

Das Emittentenrating basiert auf einer eigenständigen Bonitätsbeurteilung von BBB- sowie einer Anhebung um eine Stufe. Diese Verbesserung begründet Scope mit Unipers Einordnung als staatsnahes Unternehmen.

Umbau, Risikoabsicherung und Marktfolgen

Uniper setzt den Umbau seines Geschäftsmodells und den Veräußerungsplan im Rahmen der Auflagen aus der EU-Beihilfegenehmigung fort. Im Jahr 2025 senkte das Unternehmen seine Kohleverstromungskapazität auf 2,3 GW, davon 1,2 GW in Reserve, nach zuvor mehr als 6 GW. Parallel prüft der Konzern neue Kapazitäten in seinen Kernmärkten, um seine Marktposition und Relevanz in der Merit Order zu erhalten. Ausschreibungen für neue Gaskraftwerke in Deutschland, die für Ende 2026 vorgesehen sind, eröffnen dabei laut Scope einen Marktzugang mit langfristig vertraglich gesicherten Erträgen. Investitionen in erneuerbare Energien bleiben ebenfalls ein Wachstumspfad, wenn auch in kleinerem Umfang.

Auch das Geschäftsrisikoprofil profitiert aus Sicht der Agentur von einem weiter verbesserten Risikomanagement. Die jüngste globale Gasmarktvolatilität und Lieferstörungen in der Region Hormus hätten die Leistung von Uniper bislang nicht beeinträchtigt. Scope wertet die vergangenen Monate als Beleg für strengere Risikolimits, ein besseres Margenmanagement sowie ein breiter diversifiziertes und flexibleres Gasbeschaffungsportfolio. Trotz der fortbestehenden Risiken aus Gasbeschaffung, Midstream-Geschäft und Stromerzeugung sieht die Agentur geringere Abwärtsrisiken als vor der Verstaatlichung.

Das Finanzrisikoprofil bleibt bei A-. Scope verweist auf die starke Bilanz zum Jahresende 2025 und erwartet bis 2028 einen schrittweisen Anstieg der Verschuldung infolge höherer Wachstumsinvestitionen. Der Verschuldungsgrad, gemessen als von Scope angepasste Schulden im Verhältnis zum EBITDA, soll sich von einer starken Netto-Cash-Position in den Jahren 2025 und 2026, rund 2,0x EBITDA, bis 2028 auf etwa 1,0x entwickeln. Selbst dann bleibe laut Scope ein deutlicher Puffer sowohl zu den Herabstufungsschwellen der Agentur als auch zur internen Finanzpolitik von Uniper mit maximal 2,5x wirtschaftlicher Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA bestehen.

ESG-Faktoren haben laut Scope keinen Einfluss auf diese Ratingmaßnahme. Zugleich bleibt Uniper wegen seiner bedeutenden Rolle in der europäischen Stromerzeugung regulatorischen, ökologischen und politischen Risiken ausgesetzt, vor allem im Zusammenhang mit fossilen und nuklearen Anlagen. Die Energiekrise in Europa habe zwar die Bedeutung der Versorgungssicherheit gezeigt, doch das politische Umfeld der grünen Transformation und die Rolle konventioneller Erzeugung bleiben volatil.

In unserem früheren Beitrag zum zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Gas und Wasserstoff 2025-2037/2045 haben wir erläutert, wie die Bundesnetzagentur den geplanten Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und die Umstellung bestehender Gasnetze in die nächste Planungsphase überführt. Im Fokus standen die vorgesehenen Investitionen von 24,3 Milliarden Euro für ein rund 9.241 Kilometer langes Wasserstoffnetz sowie zusätzliche 2,9 Milliarden Euro für Erdgasnetz-Projekte, die kurzfristig weiterhin Kraftwerke und Industrie absichern sollen.

Dieses Material kann Meinungen Dritter enthalten, keine der Daten und Informationen auf dieser Webseite stellt eine Anlageberatung gemäß unserem Haftungsausschluss dar. Obwohl wir uns an strikte redaktionelle Integrität halten, kann dieser Beitrag Verweise auf Produkte unserer Partner enthalten.