Bundesregierung bereitet Marineeinsatz in der Straße von Hormus vor

Bundesregierung bereitet Marineeinsatz in der Straße von Hormus vor
Marineeinsatz vor Entscheidung

Die Bundesregierung treibt die Vorbereitungen für einen möglichen Marineeinsatz der Bundeswehr in der Straße von Hormus voran. Ein Kabinettsbeschluss könnte bereits in der kommenden Woche fallen, sofern die politische und rechtliche Grundlage für die Mission steht.

Höhepunkte

  • Die Bundesregierung hat einen Mandatstext für den Einsatz deutscher Marineschiffe in der Straße von Hormus vorbereitet, Bundestag muss noch zustimmen.
  • Minenjagdboot ‚Fulda‘ und Versorgungsschiff ‚Mosel‘ sind im östlichen Mittelmeer stationiert und könnten das Einsatzgebiet binnen sieben bis zehn Tagen erreichen.
  • Rechtliche Grundlage für den Einsatz ist unklar, da schnelle Uno-Resolution unwahrscheinlich ist; Ministerien prüfen Nutzung der Resolution vom 11. März.

Mandatstext und möglicher Einsatzrahmen

Wie der BILD unter Berufung auf den „Spiegel“ berichtet, haben das Auswärtige Amt und das Verteidigungsministerium einen Mandatstext vorbereitet, um deutsche Marineschiffe für eine Mission in der strategisch wichtigen Meerenge zu entsenden. Nach einem möglichen Beschluss im Bundeskabinett müsste der Bundestag dem Einsatz noch zustimmen.

Der Zeitplan ist eng, weil die U.S. und der Iran am kommenden Freitag in Genf eine Vereinbarung zur Beendigung der Kampfhandlungen unterzeichnen wollen. Diese Einigung gilt als zentrale Voraussetzung für eine internationale Sicherungsmission in der Straße von Hormus.

Mit dem Minenjagdboot „Fulda“ und dem Versorgungsschiff „Mosel“ verfügt die Bundeswehr bereits über zwei Schiffe in Reichweite. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befinden sie sich im östlichen Mittelmeer und könnten das Einsatzgebiet innerhalb von sieben bis zehn Tagen erreichen.

Rechtliche Hürden und politische Risiken

Die deutsche Marine soll Teil einer von Frankreich und dem UK geführten Operation werden. Bundeskanzler Friedrich Merz hat gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer erklärt, Deutschland sei bereit, sich an einer rein defensiv ausgerichteten und unabhängigen Mission zu beteiligen.

Nach dem G7-Gipfel in Évian betont Merz jedoch, dass noch keine Entscheidung getroffen ist, weder in der Bundesregierung noch im Parlament. Als offenes Problem gilt vor allem die Rechtsgrundlage, weil eine schnelle Resolution im Uno-Sicherheitsrat als unwahrscheinlich erscheint.

Laut „Spiegel“ prüfen die Ministerien deshalb eine am 11. März verabschiedete Uno-Resolution als juristische Basis. Darin wird hervorgehoben, dass Staaten das Recht haben, ihre Schiffe gegen Angriffe und Provokationen zu verteidigen, was aus Sicht der Bundesregierung für ein Bundestagsmandat ausreichen könnte.

Politisch bleibt der Vorstoß heikel. Außenminister Johann Wadephul stellt die Frage, ob ein Minenräum-Einsatz tatsächlich von allen Seiten gewollt ist, während aus Teheran bereits ablehnende Signale gegen jede ausländische Militärpräsenz in der Meerenge kommen.

In unserem früheren Beitrag zur Debatte um die Sicherung der Straße von Hormus haben wir beleuchtet, wie beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains parallel zur Ukraine-Unterstützung auch konkrete europäische Beiträge für die Meerenge diskutiert wurden. Dabei wurde bereits die deutsche Bereitschaft thematisiert, moderne Minenjagdboote zur Räumung und Absicherung der Route zu entsenden. Diese Überlegungen bildeten den politischen Rahmen, in dem nun ein möglicher Mandatstext und Einsatzplan für deutsche Marineschiffe vorbereitet wird.

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