Euro-Raum-Staaten sehen laut Scope Ratings wachsende Schuldenrisiken bis 2031

Euro-Raum-Staaten sehen laut Scope Ratings wachsende Schuldenrisiken bis 2031
Euro-Raum: Schuldenrisiken steigen

Die öffentliche Gesamtverschuldung im Euro-Raum bleibt nach einer Prognose bis 2031 weitgehend stabil, verdeckt jedoch stark unterschiedliche fiskalische Entwicklungen zwischen den Mitgliedstaaten. Während die Schuldenquote des Währungsraums nur leicht von 88% Ende 2025 auf rund 90% steigt, konzentrieren sich die langfristigen Tragfähigkeitsrisiken auf Länder mit hohen Zinslasten und schwächerer Haushaltsdynamik.

Höhepunkte

  • Scope Ratings erwartet bis 2031 eine aggregierte Schuldenquote von etwa 90% des BIP im Euro-Raum, aber erhebliche Unterschiede zwischen den Staaten.
  • Frankreich, Finnland und Belgien müssen bis 2031 mit einem Anstieg der Schuldenquote um mehr als 10 Prozentpunkte und höheren Zinslasten rechnen.
  • Griechenland soll seine Schuldenquote bis 2031 um 76 Prozentpunkte gegenüber 2019 senken, während schwaches Wachstum und steigende Sozialausgaben die Euro-Raum-Stabilität belasten.

Schuldenpfade und Zinslasten bis 2031

Wie Scope Ratings berichtet, steigt die aggregierte Schuldenquote im Euro-Raum bis 2031 auf etwa 90% des BIP und bleibt damit unter dem jüngsten Höchststand von 97% im Jahr 2020. Nach Einschätzung der Ratingagentur verdeckt dieses vergleichsweise stabile Gesamtbild erhebliche Unterschiede zwischen einzelnen Staaten, vor allem dort, wo ein wachsender Teil künftiger Haushalte für steigende Zinszahlungen verwendet werden muss.

Zu den strukturell besonders belasteten Staaten zählen Frankreich, Finnland und Belgien, deren Schuldenquoten bereits hoch sind und bis 2031 um mehr als 10 Prozentpunkte zunehmen sollen. Auch die Slowakei und Österreich stehen unter Druck, während in Deutschland zwar ähnliche Herausforderungen bestehen, die vergleichsweise niedrige Schuldenquote und die Rolle als Referenzemittent im Euro-Raum aber noch fiskalischen Spielraum ermöglichen.

Italien verzeichnet ebenfalls steigende Zinsausgaben im Verhältnis zu den Staatseinnahmen. Scope sieht dort jedoch eine breiter stabile Schuldenquote in den kommenden Jahren, da politische Stabilität, Defizitreduzierung, Reformfortschritte und EU-Mittel die Belastung trotz nur moderaten Wachstums abfedern.

Reformen stützen einige Länder, schwaches Wachstum belastet den Ausblick

Im Gegensatz dazu profitieren mehrere Staaten weiterhin von früheren Reformen. Griechenland soll seine Schuldenquote bis 2031 im Vergleich zu 2019 um 76 Prozentpunkte senken, auch Portugal und Spanien bauen ihre öffentliche Verschuldung weiter ab; Portugal und Slowenien gehören zudem zu den wenigen Ländern mit niedrigeren Zinszahlungen im Jahr 2031 als 2019.

Für den Euro-Raum insgesamt erschweren schwaches Wachstum von rund 1,0% sowie höhere strukturelle Ausgaben für Verteidigung und alterungsbedingte Sozialkosten die notwendige Haushaltskonsolidierung. Scope zufolge hängt die Sicherung der langfristigen Schuldentragfähigkeit und damit des aktuellen Ratingniveaus von wachstumsfördernden Strukturreformen, einer Begrenzung altersbedingter Kosten und einer Eindämmung der Sozialausgaben ab.

In unserem früheren Beitrag zur Debatte um die geplante Ablösung des Bürgergelds haben wir erläutert, warum die Höhe der Regelsätze erneut zum Streitpunkt in Deutschland geworden ist und welche Einsparpotenziale zur Haushaltsstabilisierung diskutiert werden. Dabei ging es um das jährliche Volumen von rund 50 Milliarden Euro, die Argumentation für eine Überprüfung der Leistungen sowie die möglichen Auswirkungen auf die Entlastung des Bundeshaushalts.

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