Deutschlands Arbeitsmarkt steht bis 2040 vor dem Ausscheiden von 13,3 Millionen Erwerbspersonen
Die Alterung der Belegschaft verschärft den Druck auf das Arbeitskräfteangebot in Deutschland, weil die geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden 15 Jahren schrittweise das Rentenalter erreichen. Bis 2040 werden rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben, das entspricht 30,0 % der im vergangenen Jahr verfügbaren Erwerbspersonen.
Höhepunkte
- Bis 2040 scheiden 13,3 Millionen Erwerbspersonen aus dem deutschen Arbeitsmarkt aus, junge Altersgruppen können Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen.
- Die Erwerbsbeteiligung der 55- bis 59-Jährigen liegt 2025 bei 85,3 % mit 5,5 Millionen Personen; die 60- bis 64-Jährigen stellen weitere 4,5 Millionen Erwerbspersonen bei 69,5 % Erwerbsquote.
- Der Anteil der Erwerbspersonen ab 55 Jahren steigt von 20,7 % (2015) auf 27,0 % (2025); bei den ab 65-Jährigen von 2,5 % auf 4,3 % im gleichen Zeitraum.
Altersstruktur verschiebt das Erwerbspersonenangebot
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mitteilt, können jüngere Altersgruppen die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen. Die 60- bis 64-Jährigen stellen im Jahr 2025 trotz des bereits laufenden Übergangs in den Ruhestand noch 4,5 Millionen Erwerbspersonen, was einer Erwerbsquote von 69,5 % entspricht.Unter den 55- bis 59-Jährigen ist mit 85,3 % ein deutlich höherer Anteil weiterhin am Arbeitsmarkt aktiv. Mit 5,5 Millionen Erwerbspersonen bildet diese Gruppe über alle Altersklassen hinweg die größte Kohorte, zusammen kommen die beiden Babyboomer-Gruppen auf 10,0 Millionen Erwerbspersonen.
Zwar verzeichnen die 35- bis 44-Jährigen mit 88,9 % und die 45- bis 54-Jährigen mit 89,1 % die höchsten Erwerbsquoten. Mit 9,9 beziehungsweise 9,1 Millionen Erwerbspersonen bleiben sie zahlenmäßig jedoch knapp hinter den Babyboomern zurück.
Steigende Erwerbsbeteiligung Älterer dämpft den Fachkräftedruck nur kurzfristig
Zur Abfederung des künftigen Arbeitskräftemangels wird diskutiert, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen weiter zu erhöhen. Bereits jetzt wächst ihr Gewicht am Arbeitsmarkt deutlich, der Anteil der Erwerbspersonen ab 55 Jahren steigt von 20,7 % im Jahr 2015 auf 27,0 % im Jahr 2025.Dieser Trend spiegelt nach Angaben der Behörde sowohl die Alterung der Gesellschaft als auch eine stärkere Aktivierung von Menschen in den Jahren vor dem gesetzlichen Renteneintritt wider. Zudem zeigen sich Effekte der stufenweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre.
Auch bei den ab 65-Jährigen nimmt die Präsenz am Arbeitsmarkt zu. Ihr Anteil an allen Erwerbspersonen steigt von 2,5 % im Jahr 2015 auf 4,3 % im Jahr 2025, was den demografischen Wandel im deutschen Arbeitsmarkt zusätzlich sichtbar macht.
In unserem früheren Beitrag zur „Rente mit 63“ haben wir die aktuellen Durchschnittszahlungen für 2025 eingeordnet: Männer erhalten im Schnitt 1.846 Euro, Frauen 1.469 Euro. Zudem wurde herausgearbeitet, dass bislang unklar bleibt, ob eine Abschaffung dieser Rentenart tatsächlich zu einem stärkeren Anreiz zur Weiterarbeit führen würde, weil belastbare Berechnungen zu den Arbeitsmarkt- und Verhaltenswirkungen fehlen.
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