LVMH-Aktie konsolidiert bei € 475 mit Anlegern, die in Bezug auf Handel und Margen optimistisch sind
Am 15. August wird die LVMH-Aktie bei 475,25 € gehandelt, was einem Anstieg von 0,50% in den letzten 24 Stunden entspricht. Trotz des Anstiegs bleibt die Aktie deutlich unter ihrem Höchststand von über 760 € im Jahr 2023, was den anhaltenden Abwärtstrend der letzten 12 Monate widerspiegelt.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.
Höhepunkte
- Die LVMH-Aktie hat sich wieder über 475 € erholt, bleibt aber deutlich unter ihrem Höchststand von 2023, was auf einen vorsichtigen Optimismus angesichts der Unsicherheiten im Handel zurückzuführen ist.
- Das Unternehmen mildert den Druck der Zölle durch die Ausweitung der Produktion in den USA und aktives diplomatisches Engagement.
- Die Anleger beobachten die Ergebnisse des dritten Quartals genau auf Anzeichen einer Erholung in Kernsegmenten wie Mode sowie Weine und Spirituosen.
Aus technischer Sicht bleiben die Momentum-Indikatoren neutral bis bärisch. Der Relative Strength Index (RSI) bewegt sich um 45 und schafft es nicht, in den zinsbullischen Bereich über 50 vorzudringen. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 492 €, während der 200-Tage-Durchschnitt auf etwa 520 € gefallen ist. Diese Konstellation bestätigt einen rückläufigen Crossover, der Anfang des zweiten Quartals 2025 begann und sich noch nicht umgekehrt hat.
Unterstützungsniveaus befinden sich bei 450 € und erneut bei 430 € - Niveaus, die während früherer zollbedingter Ausverkäufe getestet wurden. Widerstand bildet sich bei 495 € und noch stärker bei 520 €, wo der gleitende 200-Tage-Durchschnitt und die frühere Durchbruchszone aufeinandertreffen. Die Bollinger Bands haben sich in letzter Zeit verengt, was auf eine abnehmende Volatilität und eine mögliche Ausbruchsphase hinweist.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (Juni 2025 - August 2025). Quelle: TradingView
Die Bewertungskennzahlen deuten darauf hin, dass sich der Markt auf ein langsameres Wachstum einstellt. LVMH wird derzeit mit einem KGV von 20,97 (nachlaufend) und einem KGV von 20,62 (vorwärts) gehandelt - weit entfernt von den Höchstständen im Jahr 2021, als sich die Multiplikatoren 30 näherten. Obwohl diese Zahlen immer noch im Einklang mit anderen führenden Luxusunternehmen wie Hermès und Kering stehen, spiegeln sie die geringere Bereitschaft der Anleger wider, angesichts der globalen Handelsunsicherheit einen Aufschlag zu zahlen.
Zölle und die diplomatische Wende der USA
Die schwache Performance von LVMH im Jahr 2025 ist zu einem großen Teil auf die erneuten Handelsspannungen zwischen den USA und der EU zurückzuführen. Eine wiederbelebte Version des Zollregimes der Trump-Ära übt einen steigenden Kostendruck auf Luxusgüter aus, die auf den US-Markt gelangen. Obwohl die kürzlich ausgehandelten Bedingungen die Zölle auf 15 % begrenzen und nicht mehr wie früher mit 50 % drohen, bleibt die Belastung erheblich. Nach einer internen Schätzung, über die das Wall Street Journal berichtete, könnten die Auswirkungen der Zölle auf die Luxuskonzerne 7,5 Milliarden Euro an jährlichen Kosten erreichen - mit direkten Auswirkungen auf die Gewinnspannen und Preisstrategien.
Als Reaktion darauf beschleunigt LVMH seine Lokalisierungsstrategie, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Ein zweites Louis-Vuitton-Atelier wird derzeit in Texas entwickelt und soll Anfang 2027 seinen Betrieb aufnehmen. Diese baut auf der ersten texanischen Produktionsstätte des Unternehmens auf, die 2019 eröffnet wurde und bereits dazu beigetragen hat, das Risiko von US-Importzöllen auszugleichen.
CEO Bernard Arnault hat persönlich eine diplomatische Rolle übernommen und sich mit europäischen und amerikanischen Beamten getroffen, um einen ausgewachsenen Handelskrieg zu verhindern. Dennoch zeigen die jüngsten Quartalsergebnisse die Kosten dieser geopolitischen Unsicherheit. Im ersten Quartal 2025 meldete LVMH einen Rückgang des Konzernumsatzes um 2 % auf 20,3 Mrd. Euro, wobei die Hauptgeschäftssparte Mode und Lederwaren im Vergleich zum Vorjahr um 4 % zurückging. Moët Hennessy - traditionell ein Margenführer - verzeichnete im Jahr 2024 einen Mittelabfluss von 1,5 Milliarden Euro, nach einem starken positiven freien Cashflow in den Vorjahren. Diese Sparte reagiert besonders empfindlich auf Importzölle und die sich verändernde globale Nachfrage.
Warteschleife vor den Q3-Ergebnissen wahrscheinlich
Kurzfristig dürfte die LVMH-Aktie in einer Handelsspanne zwischen € 450 und € 500 bleiben. Die Anleger warten auf weitere Klarheit in Bezug auf die Handelsverhandlungen und den anstehenden Ergebnisbericht für Q3 2025. Bis dahin wird die Stimmung wahrscheinlich vorsichtig bleiben, da die Händler nicht bereit sind, aggressive Positionen einzunehmen, wenn keine neuen Erträge oder politischen Katalysatoren vorliegen.
Im Falle einer Hausse könnten anhaltende Fortschritte bei der Lokalisierung der US-Produktion zusammen mit einer Stabilisierung der chinesischen Nachfrage die Aktie bis zum vierten Quartal wieder in Richtung der Widerstandsmarke von 520 € treiben. Ein Durchbruch dieses Niveaus würde klare Beweise für eine robuste Marge und ein verbessertes Umsatzwachstum erfordern.
Das Interesse an LVMH ist wieder erwacht, nachdem Goldman Sachs die Aktie auf seine "Conviction Buy"-Liste gesetzt hat und dabei auf die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens in Abschwungphasen des Luxusmarktes hinwies. Die Bank rechnet mit einem Aufwärtspotenzial von 18 % und einem Kursziel von 552 €, während einige Schätzungen bis zu 873 € reichen und die starke Marken- und Preismacht betonen.
- Forex
- Crypto