LVMH-Aktie fällt um 1,7%, da die Nachfrage nach Luxusgütern in China und den USA nachlässt.
Am 21. August wird die LVMH-Aktie bei 485,10 € gehandelt, was einem Rückgang von 1,7 % in den letzten 24 Stunden entspricht. Dies ist ein Rückschlag nach einer bescheidenen zweitägigen Rallye Anfang der Woche. Die Aktie steht weiterhin unter Druck und bewegt sich in der Nähe des unteren Endes ihrer 52-Wochen-Spanne.
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Höhepunkte
- Die LVMH-Aktie wird nahe dem unteren Ende ihrer 52-Wochen-Spanne gehandelt, mit einem technischen Widerstand bei 517 € und einer Unterstützung um 470 €.
- Die Nachfrage nach Luxusgütern schwächt sich branchenweit ab, insbesondere in China und den USA, was Druck auf die Umsätze und Margen ausübt.
- Trotz des technischen Signals "Strong Buy" dürfte eine Erholung nur von kurzer Dauer sein, sofern sich die fundamentalen Bedingungen nicht verbessern.
Aus technischer Sicht ist der Trend auf dem mittelfristigen Chart eindeutig rückläufig. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt oberhalb des aktuellen Kursniveaus und bildet bei 517 € einen Widerstand, während der gleitende 200-Tage-Durchschnitt, der derzeit bei 572 € liegt, den längerfristigen Abwärtstrend verstärkt. Die Aktie hat seit Mai keines dieser Schlüsselniveaus durchbrochen, was auf einen Mangel an Aufwärtsdynamik hindeutet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist wieder in Richtung der 42er-Marke gerutscht und liegt damit zwar noch nicht im überverkauften Bereich, aber deutlich unter der für Haussephasen typischen 70er-Marke.
Dennoch deuten mehrere von Investing.com beobachtete technische Indikatoren auf eine mögliche kurzfristige Erholung hin. Die technische Gesamteinstufung lautet "Strong Buy" aufgrund der zinsbullischen Signale der Oszillatoren und der kurzfristigen gleitenden Durchschnitte, die auf eine potenzielle Unterstützung um 470 € hinweisen. Auch das Volumen hat leicht zugenommen, was auf eine gewisse Akkumulation auf dem aktuellen Niveau hindeutet. Dennoch bleibt die Kursentwicklung fragil und anfällig für makroökonomische Daten und sektorweite Stimmungsumschwünge.

Kursdynamik der LVMH-Aktie (Juni 2025 - August 2025). Quelle: TradingView
Zur Vervollständigung des technischen Bildes haben sich die Bollinger Bänder in letzter Zeit verengt, was auf eine abnehmende Volatilität und das Potenzial für einen bevorstehenden Ausbruch hinweist. Der Kurs schmiegt sich derzeit an das untere Band, was häufig darauf hindeutet, dass die Aktie kurzfristig überverkauft ist. Darüber hinaus zeigt der MACD (Moving Average Convergence Divergence) erste Anzeichen für einen zinsbullischen Crossover, wobei sich die Signallinie abflacht und das Histogramm sich der Nulllinie nähert. Diese Signale sind zwar noch nicht vollständig bestätigt, deuten aber auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Kurskorrektur hin.
Luxusgüter stehen vor Nachfrageerosion
Der aktuelle Kursrückgang der LVMH-Aktie ist kein Einzelfall. Der gesamte Luxussektor steht vor einer mehrseitigen Herausforderung, da die Nachfrage in allen wichtigen Regionen, insbesondere in Asien und Nordamerika, zurückgeht. Globale Luxusmarken wie Dior, Gucci und Cartier verzeichnen allesamt starke Umsatzrückgänge, die auf geringere Konsumausgaben, eine hohe Inflation und einen schwachen Aufschwung nach der COVID-Initiative in China zurückzuführen sind.Besonders akut ist die Situation im Segment Weine & Spirituosen von LVMH. Moët Hennessy hat aufgrund von Überexpansion, schnellen Übernahmen und schwacher Preisdisziplin bis 2024 1,5 Milliarden Euro verbrannt. Das Management hat es bisher versäumt, einen klaren Sanierungsplan zu formulieren, und die Sparte belastet die Rentabilität des gesamten Konzerns. Dies ist sehr besorgniserregend, da Wines & Spirits in der Vergangenheit sowohl für stabile Margen als auch für Markenprestige gesorgt hat.
Trotz dieses Drucks verzeichnete LVMH solide Ergebnisse für das Gesamtjahr 2024: 84,7 Milliarden Euro Umsatz und 18,9 Milliarden Euro Betriebsergebnis. Die Prognosen für die Zukunft waren jedoch bemerkenswert konservativ. Die geografische Diversifizierung ist ein weiterer stabilisierender Faktor: 27,5 % des Umsatzes stammen aus Asien (ohne Japan), 25,4 % aus Nordamerika und 17,2 % aus Europa (ohne Frankreich), der Rest verteilt sich auf Japan, Frankreich und die Schwellenländer. Diese Breite bietet eine gewisse Widerstandsfähigkeit, erschwert aber auch die strategische Ausrichtung als Reaktion auf regionale Abschwünge.
Preisaussichten und Szenarien
Die kurzfristigen Aussichten für LVMH sind neutral bis leicht rückläufig. Das Basisszenario sieht vor, dass sich die Aktie in den nächsten 2 bis 4 Wochen innerhalb einer engen Spanne von 470 bis 500 Euro konsolidiert. Dabei wird von anhaltendem Gegenwind durch die Verbrauchernachfrage, anhaltender Schwäche im Wein- und Spirituosenbereich und begrenzten Aufwärtskatalysatoren durch anstehende Gewinnrevisionen ausgegangen.
Im Bärenfall könnten eine erneute Schwäche des chinesischen Luxuskonsums oder eine Verschlechterung der operativen Verluste bei Moët Hennessy den Aktienkurs in den Bereich von 440 bis 460 Euro drücken. Weitere Risiken sind Wechselkursschwankungen und Zinssorgen, insbesondere in der Eurozone und den USA, die den Appetit der Anleger auf zyklische Luxusgüter beeinträchtigen könnten.
Der Luxussektor hatte in den Jahren 2024 und 2025 aufgrund der schleppenden Verkäufe in wichtigen Märkten wie China und den USA zu kämpfen. Ikonische Marken wie Gucci, Dior und Louis Vuitton haben auf seltene Preisnachlässe und Werbemaßnahmen zurückgegriffen, um die Kunden zu halten.
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