WTI-Rohöl hält sich nahe der 58 $-Marke, da die Befürchtungen einer Angebotsschwemme zunehmen und die Verkäufer die Kontrolle behalten
Rohöl der Sorte WTI setzte am Mittwoch seine Talfahrt fort und pendelte knapp über der Marke von 58 $ pro Barrel, nachdem es unter wichtige technische und psychologische Unterstützungszonen gefallen war. Der Ausverkauf, der die Preise auf den niedrigsten Stand seit Mai drückte, spiegelt sowohl einen strukturellen Zusammenbruch in den Charts als auch einen wachsenden Pessimismus hinsichtlich der globalen Angebots-Nachfrage-Aussichten wider.
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Höhepunkte
- WTI-Rohöl wird knapp über 58 $ gehandelt, dem niedrigsten Stand seit Mai.
- Die IEA prognostiziert für 2026 einen Überschuss von 4 Mio. bpd, was die Abwärtsstimmung weiter anheizt.
- Der Widerstand bei 61,50 $ bleibt der Schlüssel zur Umkehr des kurzfristigen Drucks.

WTI-Preisdynamik (Quelle: TradingView)
Die Marktstimmung hat sich weiter abgeschwächt, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) davor gewarnt hatte, dass das Angebot die Nachfrage im nächsten Jahr um fast 4 Millionen Barrel pro Tag übersteigen könnte.
Technischer Zusammenbruch verstärkt sich
Das technische Bild von WTI deutet auf eine entscheidende Verschiebung der Dynamik hin. Rohöl hatte sich Ende September innerhalb eines symmetrischen Dreiecks konsolidiert, doch der Durchbruch durch die Trendlinie und den gleitenden Durchschnitt bestätigte eine rückläufige Trendwende. Der 20-Tages-EMA ($59,38), der 50-Tages-EMA ($60,49) und der 100-Tages-EMA ($61,45) haben sich allesamt zu übergeordneten Widerstandsniveaus entwickelt, während der 200-Tages-EMA ($62,41) nun das obere Ende einer starken Angebotszone markiert.
Gelingt es nicht, diese Niveaus zurückzuerobern, sind die Preise anfällig für weitere Abwärtsbewegungen. Der Money Flow Index (MFI) von 49,8 unterstreicht das Fehlen von Anschlusskäufen, da die Erholung über $ 60 wiederholt gescheitert ist. Ein Durchbruch unter die $58-Marke würde den Weg in Richtung $57,67 und möglicherweise tiefere Verluste in der Nähe der $55-Marke eröffnen, während Erholungsversuche die $61,50-Marke überwinden müssen, um den derzeitigen Abwärtstrend zu neutralisieren.
Makroökonomische Faktoren verstärken den Abwärtstrend
Abgesehen von den Charts verstärken auch makroökonomische Faktoren die Schwäche des Ölpreises. Die IEA-Prognose eines Rekordüberschusses hat die Hoffnungen auf eine angebotsbedingte Erholung gedämpft, während die anhaltenden Handelsspannungen zwischen den USA und China die globalen Verbrauchserwartungen weiterhin belasten. Die IEA nannte die steigende OPEC+-Produktion und die sich verlangsamende Industrietätigkeit als Hauptursachen für das erwartete Überangebot.
Gleichzeitig haben die nachlassenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten die Risikoprämie, die die Preise zuvor gestützt hatte, weiter verringert. Die jüngsten diplomatischen Fortschritte, darunter der Austausch von Gefangenen und die Deeskalation in der Region, haben eines der letzten Aufwärtsmotive auf dem Markt beseitigt. Die Händler richten ihr Augenmerk nun auf die wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten, um Anzeichen für eine robuste Nachfrage zu erkennen, obwohl erste Anzeichen darauf hindeuten, dass die Lagerbestände weiterhin erhöht sind.
Ausblick und zuvor diskutierter Kontext
WTI-Rohöl befindet sich weiterhin an einem kritischen Punkt. Die 58 $-Marke hat vorübergehend für Stabilität gesorgt, doch der anhaltende Verkaufsdruck und die sich verschlechternden makroökonomischen Rahmenbedingungen machen den Markt anfällig für neue Tiefststände. Solange die Preise nicht die 61,50 $-Marke zurückerobern und wieder über die wichtigen EMAs steigen, bleibt der Weg des geringsten Widerstands nach unten gerichtet.
Zuvor hatten wir darauf hingewiesen, dass die Struktur von WTI schwächer wird, da sie sich nicht über der 61 $-Marke halten konnte, und dass ein Durchbruch unter die 60 $-Marke ein Abrutschen in Richtung 58 bis 56 $ auslösen könnte. Diese Aussichten bestätigen sich weiterhin, wobei die derzeitige Konsolidierung wahrscheinlich nur eine Pause innerhalb einer breiteren Abwärtsphase darstellt. Vorerst bleiben die Händler vorsichtig und beobachten, ob die anstehenden US-Lagerbestandszahlen und die globalen Angebotsdaten ein Signal der Stabilisierung liefern.
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