EUR/USD klettert in Richtung $1,17, da Wetten auf eine Lockerung der Fed und die Politik der Eurozone die Stimmung heben
Der Euro setzte seine Erholung am Donnerstag fort und kletterte auf 1,167 gegenüber dem US-Dollar, da die Käufer von der allgemeinen Dollarschwäche und der sich verbessernden europäischen Stimmung profitierten. Die Erholung folgt auf die Verteidigung der Unterstützungszone zwischen 1,154 und 1,156 in der vergangenen Woche, einer wichtigen Fibonacci-Basis, die zur Stabilisierung des Paares nach wochenlangen Verkäufen beitrug.
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Höhepunkte
- Euro erholt sich in Richtung 1,17 angesichts des schwächeren Dollars und der Erwartung einer Lockerung der Fed.
- Die Verzögerung der französischen Politik mindert die politischen Risiken in der Eurozone und hebt die Stimmung.
- Ein technischer Ausbruch über 1,1679 könnte den Weg in Richtung 1,18 eröffnen.
Händler sehen in der Bewegung eine potenzielle Verschiebung des kurzfristigen Momentums, das durch die Erwartung von Zinssenkungen in den USA und nachlassende politische Spannungen in Europa unterstützt wird.
Technischer Aufschwung gewinnt an Zugkraft
Auf den Charts hat EUR/USD die absteigende Trendlinie durchbrochen, die die Aufwärtsbewegung seit Mitte September begrenzt hatte. Der Kurs bewegt sich nun um den Bereich von 1,167, wobei der Schlüsselwiderstand bei 1,168 liegt, wo der 200-EMA zusammenläuft - ein Niveau, das als entscheidend für die Bestätigung einer zinsbullischen Fortsetzung angesehen wird. Ein nachhaltiger Abschluss oberhalb dieses Punktes könnte die Erholung in Richtung 1,173 und dann 1,183 ausweiten, was mit früheren Angebotszonen und einem Fibonacci-Retracement-Cluster übereinstimmt.

EUR/USD-Kursanalyse (Quelle: TradingView)
Die Momentum-Signale verbessern sich, sind aber noch nicht entscheidend. Der RSI ist auf 60 gestiegen, was auf eine Verschiebung hin zu einer zinsbullischen Kontrolle nach längerer Neutralität hindeutet, während die kurzfristigen 20- und 50-Tages-EMAs beginnen, sich nach oben zu wölben. Die längerfristigen EMAs befinden sich jedoch nach wie vor über dem Kurs, was darauf hindeutet, dass es sich immer noch um eine Erholung im Anfangsstadium und nicht um eine bestätigte Trendumkehr handelt. Sollte es nicht gelingen, die Marke von 1,162 zu überschreiten, könnte das Paar auf die Untergrenze von 1,154 zurückfallen, die weiterhin die wichtigste strukturelle Unterstützung darstellt.
Makroökonomischer Hintergrund stützt den Euro
Abgesehen von den technischen Aspekten sprechen auch die makroökonomischen Faktoren für den Euro. Die Entscheidung des französischen Premierministers Sébastien Lecornu, die umstrittenen Rentenreformen zu verschieben, hat die innenpolitische Unsicherheit verringert und die kurzfristigen Risikoprämien für europäische Vermögenswerte reduziert. In der Zwischenzeit bleibt der US-Dollar nach den zurückhaltenden Kommentaren der Federal Reserve und den schwächeren Renditen der Staatsanleihen unter Druck.
Die Marktteilnehmer rechnen zunehmend mit einer Zinssenkung der Fed um 50 Basispunkte noch vor Jahresende, wobei das Beige Book die Schwäche des Arbeitsmarktes in den regionalen Volkswirtschaften hervorhebt. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell räumte diese "Schwäche" in seinen Ausführungen am Dienstag ein, was die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik weiter verstärkte. Die sich daraus ergebende Divergenz zwischen der Zurückhaltung der Fed und der relativen Stabilität der Eurozone verschafft dem Euro kurzfristig einen Vorteil, selbst wenn die globalen Handelsrisiken angesichts der erneuten Spannungen zwischen den USA und China fortbestehen.
Ausblick
EUR/USD steht nun vor einem entscheidenden Moment an der Schwelle von 1,168. Ein Durchbruch würde die Chancen auf eine ausgedehnte Erholung in Richtung 1,18 und möglicherweise auf die Hochs des Sommers bei 1,183 erhöhen. Umgekehrt könnte eine Ablehnung auf diesem Niveau das Paar zurück in Richtung 1,154 ziehen, wo die breitere Struktur anfällig für erneute Verkäufe bleibt.
Zuvor hatten wir darauf hingewiesen, dass die Verteidigung der Fibonacci-Basis von 1,155 durch den Euro ein entscheidendes Signal für die Widerstandsfähigkeit des Marktes inmitten der Dollar-Dominanz war. Diese Basis hat sich nun zu einem Ausgangspunkt für eine Erholung entwickelt, und die jüngste Erholung bestätigt, dass die Käufer wieder die taktische Kontrolle übernehmen. Die Händler bleiben jedoch vorsichtig, da die weltweiten Handelskonflikte und die sich ändernden Erwartungen an die Fed-Politik weiterhin die kurzfristige Volatilität bestimmen.
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