Zollfall in Sachsen, Dachdecker muss 2.700 Euro Strafe wegen Sozialabgaben zahlen
Nach jahrelangen Ermittlungen zu nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen ist ein Dachdecker aus Plauen rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Fall betrifft Schwarzarbeit in den Jahren 2019 bis 2023 und verursachte bei den Sozialversicherungsträgern einen Schaden von rund 22.600 Euro.
Das Wichtigste
- Das Amtsgericht Chemnitz verhängte gegen einen 49-jährigen Dachdecker aus Plauen einen Strafbefehl über 2.700 Euro wegen Schwarzarbeit und fehlender Sozialabgaben.
- Zwischen 2019 und 2023 beschäftigte der Verurteilte mehrere Arbeitnehmer ohne Anmeldung zur Sozialversicherung, wodurch ein Schaden von rund 22.600 Euro für Sozialkassen entstand.
- Auslöser des Verfahrens waren eine Polizeikontrolle sowie Beschwerden von Bauherren über mangelhafte Reparaturen, der Strafbefehl wurde im Sommer 2026 rechtskräftig.
Ermittlungen und Urteil im Fall Schwarzarbeit
Wie der Zoll mitteilte, hat das Amtsgericht Chemnitz gegen den 49-jährigen Dachdecker aus Plauen einen Strafbefehl über 90 Tagessätze verhängt. Der einzelne Tagessatz wurde auf 30 Euro festgesetzt, womit sich die Gesamtgeldstrafe auf 2.700 Euro beläuft.Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Chemnitz und des Hauptzollamts Erfurt beschäftigte der inzwischen rechtskräftig Verurteilte zwischen 2019 und 2023 mehrere Arbeitnehmer schwarz. Diese waren nicht zur Sozialversicherung angemeldet, zudem führte er keine Sozialversicherungsbeiträge ab.
Auslöser des Verfahrens war eine Verkehrskontrolle der Polizei, bei der Beschäftigte des Dachdeckers auf dem Weg zu einer Baustelle angetroffen wurden. Die anschließende Prüfung durch den Zoll ergab, dass für die Arbeitnehmer keine Sozialversicherungsmeldungen vorlagen. Der Strafbefehl wurde im Sommer 2026 rechtskräftig.
Schaden für Sozialkassen und regionale Geschäftspraxis
Durch das Vorgehen entstand den Sozialversicherungsträgern nach Behördenangaben ein Schaden von rund 22.600 Euro. Zusätzlich lagen Anzeigen von Bauherren vor, die sich über mangelhafte Dachreparaturen beschwerten.Der Handwerker akquirierte seine Aufträge mobil im Raum Plauen und Hof. Dabei bot er seine Dachdeckerleistungen direkt an der Haustür gegen Barzahlung an, ein Vertriebsweg, der in diesem Fall mit nicht angemeldeter Beschäftigung und ausbleibenden Abgaben verbunden war.
In unserem früheren Beitrag zur Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ging es um den Umfang und die Effizienz der Arbeitgeberprüfungen in Deutschland sowie um die Frage, wie stark die Personalausstattung die Prüfdichte beeinflusst. Anlass war eine parlamentarische Nachfrage, die Kennzahlen zu Prüfleistungen und zum zusätzlichen Kontrollpotenzial bei vollständig besetzten Stellen über die Jahre 2015 bis 2026 in den Fokus rückte.
Neueste Labor Market Nachrichten
- Forex
- Crypto