Pavlo Kot

Deutschlands Tankstellenbranche warnt vor höherem Spritpreis zum Jahreswechsel

Deutschlands Tankstellenbranche warnt vor höherem Spritpreis zum Jahreswechsel
Spritpreise steigen deutlich

Mit dem absehbaren Auslaufen der staatlichen Spritpreisbremse rückt zum Jahreswechsel ein deutlicher Anstieg der Kraftstoffpreise in Deutschland in den Fokus. Neben der Rückkehr zum vollen Steuersatz auf Benzin könnte auch eine höhere Treibhausgas-Minderungsquote den Literpreis nach Einschätzung des Branchenverbands um bis zu 40 Cent erhöhen.

Das Wichtigste

  • Ab 1. Januar endet die Spritpreisbremse in Deutschland und der volle Steuersatz für Benzin greift wieder, was laut Carsten Müller einen Preisanstieg von 35 bis 40 Cent pro Liter bedeuten könnte.
  • Die Erhöhung der Treibhausgas-Minderungsquote zum Jahreswechsel zwingt Mineralölkonzerne zu mehr Biokraftstoff, was die Kosten an den Zapfsäulen weiter erhöht.
  • Ein zu niedriger staatlicher Preisdeckel könnte Importeure und Raffinerien zu Exporten motivieren, das Angebot in Deutschland verknappen und Preisdruck verschärfen.

Preistreiber zum Jahreswechsel

Wie BILD berichtet, warnt Tankstellen-Verbandschef Carsten Müller im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ vor einem kräftigen Preissprung an deutschen Zapfsäulen. Nach bisherigem Stand läuft die aktuelle Spritpreisbremse nach drei Monaten aus, sodass ab 1. Januar wieder der volle Steuersatz für Benzin gilt.

Zusätzlich steigt zum Jahreswechsel die sogenannte Treibhausgas-Minderungsquote, mit der Mineralölkonzerne zu einer stärkeren Beimischung von Biokraftstoffen bewegt werden sollen. Müller hält deshalb einen Aufschlag von „locker 35 bis 40 Cent mehr pro Liter“ für möglich.

Die Bundesregierung arbeitet zugleich an einem staatlichen Preisdeckel für Benzin. Müller bezeichnet ein solches Modell als „blanken Populismus“, weil sich die Einkaufskosten regional deutlich unterscheiden und Tankstellenbetreiber in einzelnen Märkten Kraftstoffe spürbar teurer beziehen als in günstigeren Regionen.

Risiken für Versorgung und Tankstellenbetreiber

Müller warnt zudem vor Vorzieheffekten kurz vor dem Jahreswechsel. Bereits beim Auslaufen der vorherigen Spritpreisbremse im Juni habe es Hamsterkäufe gegeben, und ein ähnlicher oder sogar stärkerer Ansturm auf Tankstellen könne sich nun wiederholen.

Nach seiner Darstellung könnte ein zu niedriger Preisdeckel außerdem dazu führen, dass Importeure und Raffinerien Kraftstoffe lieber im Ausland verkaufen, wo höhere Erlöse möglich sind. Das würde die Zahl der Anbieter verringern, Knappheit verschärfen und den Preisdruck im deutschen Markt weiter erhöhen.

Gegen den Vorwurf überhöhter Margen weist Müller auf eine aus seiner Sicht geringe Ertragslage im Tankstellengeschäft hin. Pächter erzielten seinen Angaben zufolge rund 1,5 Cent Gewinn je Liter, während die Transportkosten zuletzt deutlich gestiegen seien.

In unserem früheren Artikel zum CO2-Preisdeckel für Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas haben wir erläutert, wie die Koalition im Bundestag eine Stabilisierung des CO2-Preises für 2027 auf dem Niveau von 2026 über Änderungen am Brennstoffemissionshandelsgesetz anstoßen will. Dabei ging es auch um angepasste Mengen und Preise bei Emissionszertifikaten sowie um die erwarteten Mindereinnahmen für den Klima- und Transformationsfonds, die in der politischen Debatte entsprechend umstritten sind.

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