China und Kanada vereinbaren Fahrplan zur Wiederherstellung ihrer Handelsbeziehungen nach jahrelangen Spannungen
Das vorläufige Handelsabkommen zwischen China und Kanada signalisiert einen vorsichtigen, aber bedeutsamen Neustart nach Jahren des diplomatischen Streits und der Eskalation der Zölle.
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Der "Fahrplan für die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen Kanada und China", der während des Besuchs von Premierminister Mark Carney im Januar unterzeichnet wurde, soll die Kanäle für Handel, Investitionen und langfristige Zusammenarbeit wieder öffnen, ohne so zu tun, als ob die geopolitischen Spannungen verschwunden wären, berichtet Fortune.
Für die Unternehmen ist die Botschaft pragmatisch: Beide Regierungen scheinen bereit zu sein, das Risiko in den Beziehungen durch einen kontrollierten, quotenbasierten Zugang zu verringern, anstatt eine umfassende Liberalisierung vorzunehmen. Das Abkommen zeigt auch, wie sich die Handelspolitik in Richtung eines Modells des "verwalteten Marktes" verschiebt, bei dem strategische Sektoren eng strukturierte Ausnahmeregelungen anstelle von pauschalen Zollschranken erhalten. Die politische Symbolik ist ebenso wichtig wie die wirtschaftliche, da dies die erste Reise des kanadischen Premierministers nach China seit Jahren und nach einem Jahrzehnt angespannter Beziehungen war. Dennoch bleibt die Vereinbarung vorläufig, und das Risiko der Umsetzung ist hoch, wenn eine der beiden Seiten zu Vergeltungsmaßnahmen zurückkehrt. Klar ist, dass beide Hauptstädte versuchen, die wirtschaftlichen Beziehungen zu stabilisieren und gleichzeitig Raum für eine erneute Eskalation zu lassen, falls sich die Bedingungen verschlechtern.
Kanada lockert den Druck der EV und schützt gleichzeitig die Stahlindustrie
Das wichtigste Zugeständnis Ottawas ist die gezielte Wiedereröffnung der chinesischen EV-Importe, die von einem Strafzollsystem zu einem begrenzten Zugang im Rahmen von Quoten übergeht. Kanada wird die Meistbegünstigung für ein jährliches Kontingent chinesischer E-Fahrzeuge wiederherstellen und den effektiven Zollsatz von dreistelligen Beträgen auf 6,1 % der erlaubten Mengen senken - eine deutliche Abkehr von der harten Haltung, die 2024 eingenommen wurde. Indem die Regierung einen wachsenden Anteil des Kontingents für "erschwingliche" Fahrzeuge unter 35.000 CAD reserviert, versucht sie, ein Gleichgewicht zwischen der Verbrauchernachfrage und der politischen Optik des industriellen Schutzes herzustellen.
Gleichzeitig verlängert Kanada die Aussetzung bestimmter Stahl- und Aluminiumzölle bis 2026, allerdings nur für Produkte mit begrenzter inländischer Verfügbarkeit, und signalisiert damit, dass die Zollinstrumente in Bereitschaft bleiben. In der Praxis handelt es sich nicht um einen vollständigen Rückzug, sondern um eine kontrollierte Lockerung, die darauf abzielt, Joint Ventures anzuziehen und die Widerstandsfähigkeit der EV-Lieferkette zu verbessern, während gleichzeitig der Einfluss auf chinesische Industrieimporte beibehalten wird. Der allgemeine Trend ist klar: Kanada ist immer noch bereit, Zölle als industriepolitische Maßnahme einzusetzen, aber es macht jetzt Ausnahmen, wenn die inländische Inflation, die Erschwinglichkeit oder strategische Investitionsziele Flexibilität erfordern. Der Rahmen für EV-Quoten schafft auch einen Präzedenzfall, dem andere "sensible" Sektoren folgen könnten: Wiedereröffnung des Handels, aber nur unter strengen Leitplanken.
China lockert Agrarzölle, aber die Beziehung bleibt fragil
Im Gegenzug signalisiert Peking Erleichterungen für die kanadische Landwirtschaft - insbesondere für Raps, der zum politisch heikelsten Rohstoff in der Auseinandersetzung geworden ist. China plant, die Strafzölle auf kanadisches Rapssaatgut zu senken und die Antidiskriminierungszölle für alle Kategorien, einschließlich Rapsschrot und Meeresfrüchte, abzuschaffen, was eine teilweise Erholung der Lieferungen möglich macht. Für Kanada ist das wichtig, denn China ist nicht nur ein weiterer Abnehmer, sondern seit jeher der wichtigste Markt für wichtige Rapsexporte, und Zollspitzen haben gezeigt, wie schnell der Sektor destabilisiert werden kann.
Die vorgeschlagenen Senkungen würden dazu beitragen, den Druck auf Landwirte und Exporteure auf dem Weg ins Jahr 2026 zu verringern, aber die Struktur des Abkommens deutet darauf hin, dass die Erholung nur schrittweise und unter bestimmten Bedingungen eintreten könnte. Pekings früherer Einsatz von Antidumpingmaßnahmen, Sicherheitsleistungen und Vergeltungszöllen zeigt, dass der Zugang zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen immer noch als Waffe eingesetzt werden kann, wenn die politischen Spannungen wieder aufflammen. In diesem Sinne beseitigt die Vereinbarung das Risiko nicht - sie reduziert es lediglich für den Moment und bietet einen Weg für eine schrittweise Normalisierung, wenn beide Seiten ihre Anreize aufeinander abstimmen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass sich die Beziehungen von der Konfrontation hin zu einer kontrollierten Koexistenz entwickeln: Die Handelsströme können wieder aufgenommen werden, allerdings unter dem ständigen Schatten politischer Umkehrungen.
Kürzlich schrieben wir, dass die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit einem Wachstum von 4,4 % ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht hat, was die Erwartung untermauert, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 28. Januar die Zinssätze unverändert lassen wird.
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