Trumps Zölle könnten asiatische Exporte im Wert von 621 Milliarden Dollar gefährden

Trumps Zölle könnten asiatische Exporte im Wert von 621 Milliarden Dollar gefährden
Trumps Sicherheitszölle bedrohen Asiens Handelsströme mit 621 Milliarden Dollar

Während der Oberste Gerichtshof der USA abwägt, ob die "reziproken" Zölle von Präsident Donald Trump gekippt werden sollten, stützt sich das Weiße Haus auf ein anderes Instrument, das außerhalb des Gerichtsstreits liegt: Zölle nach Abschnitt 232, die der nationalen Sicherheit dienen.

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Eine Analyse von Nikkei Asia schätzt, dass diese Maßnahmen - die bereits verhängt wurden oder noch in Erwägung gezogen werden - letztendlich asiatische Exporte im Wert von bis zu 621 Milliarden Dollar bedrohen könnten, wenn sie auf breiter Basis angewendet würden.

Es steht viel auf dem Spiel, denn ein Urteil gegen die gegenseitigen Zölle würde einen zentralen Pfeiler von Trumps Handelsstrategie treffen und Importeure, die bereits Zölle in Höhe von mehr als 200 Milliarden Dollar gezahlt haben, möglicherweise zu Rückzahlungen zwingen. Abschnitt 232 gibt der Regierung jedoch einen separaten rechtlichen Weg, produktspezifische Abgaben zu erheben, wenn Importe als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft werden. Trump hat von dieser Befugnis seit seiner ersten Amtszeit aggressiv Gebrauch gemacht, und Analysten sagen, dass seine zweite Amtszeit einen noch stärkeren protektionistischen Charakter aufweist. Selbst wenn der Oberste Gerichtshof einen Weg für Zölle einschränkt, verfügt Washington über einen weiteren mächtigen Kanal, um Druck auf die globalen Handelsströme auszuüben.

Ein breiteres Zollnetz für Metalle, Automobile und Chips

Abschnitt 232 stammt aus dem Trade Expansion Act von 1962 und erlaubt Zölle, nachdem Untersuchungen nationale Sicherheitsgründe festgestellt haben. Die Trump-Administration hat im vergangenen Jahr 14 Untersuchungen nach Section 232 eingeleitet, die sich gegen Sektoren wie Maschinen, kritische Mineralien, Pharmazeutika und Automobile richten - ein Tempo, das weit über den historischen Normen liegt. Nikkei stellt fest, dass rund 40 % aller in den letzten sechs Jahrzehnten durchgeführten Section-232-Untersuchungen auf Trump entfallen, und er war der erste Präsident, der 2017 tatsächlich Zölle verhängt hat.

In seiner aktuellen Amtszeit haben die Zölle, die an die nationale Sicherheit gebunden sind, bereits Branchen wie Stahl, Aluminium, Automobile, Möbel, Kupfer und Halbleiter getroffen, was bedeutet, dass sie von der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs über die gegenseitigen Zölle nicht betroffen sind. Handelsexperten argumentieren, dass dies die Definition von "Sicherheit" zu einer flexiblen Rechtfertigung für den Schutz der Industrie ausweitet. Ehemalige Verhandlungsführer warnen auch davor, dass Trump weitreichende Zölle auf den gesamten Sektor erheben und dann selektiv Länder ausnehmen könnte, die bilateralen Abkommen zustimmen. Diese Dynamik führt zu Unsicherheiten sowohl für Exporteure als auch für US-Importeure, da Ausnahmen eher transaktionsbezogen als regelbasiert sein könnten.

Asien ist am stärksten gefährdet, einschließlich der Verbündeten der USA

Unter den asiatischen Partnern ist China mit Waren im Wert von 142 Milliarden Dollar am stärksten von anhängigen oder bereits beschlossenen 232-Zöllen betroffen, wie Nikkei auf der Grundlage von Zolldaten aus dem Jahr 2024 ermittelt hat. Die Bedrohung geht jedoch weit über die Rivalen hinaus: Japan ist in Höhe von 107 Milliarden Dollar und Südkorea in Höhe von 102 Milliarden Dollar gefährdet, womit wichtige Verbündete der USA ganz oben auf der Risikoliste stehen. Die Besorgnis besteht darin, dass selbst Länder mit Handelsabkommen oder ausgehandelten Festzollvereinbarungen in künftigen Runden nicht geschützt sein könnten.

Fachleute für Handelspolitik warnen, dass diese Abkommen an Wert verlieren könnten, wenn neue Kategorien nach Abschnitt 232 hinzukommen. Während die genauen Zollsätze und Produktlisten für die noch laufenden Untersuchungen noch unklar sind, zeigt die Schätzung, wie groß die Pipeline der potenziellen Zölle geworden ist. In der Praxis könnten die USA den Druck auf die Zölle durch Behauptungen über die nationale Sicherheit weiter erhöhen, selbst wenn die rechtlichen Auseinandersetzungen andere Instrumente einschränken. Für Asien bedeutet das, dass nicht nur die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Bedeutung ist, sondern auch die Entwicklung hin zu einer dauerhaften, sektoralen Zollregelung.

Kürzlich schrieben wir, dass die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit einem Wachstum von 4,4 % ein Zwei-Jahres-Hoch erreichte und damit die Erwartung zementierte, dass die US-Notenbank auf ihrer Sitzung am 28. Januar die Zinsen unverändert lassen wird.

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