Salzgitter AG erhält höhere SALCOS-Förderung in Deutschland

Salzgitter AG erhält höhere SALCOS-Förderung in Deutschland
SALCOS-Förderung erhöht

Die Finanzierung für den Umbau der Stahlproduktion in Salzgitter wird ausgeweitet, nachdem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie laut Mitteilung eine Aufstockung der Zuwendung für das Projekt SALCOS um rund 322 Millionen Euro bewilligt hat. Vorausgegangen war die beihilferechtliche Genehmigung der ergänzenden Mittel durch die Europäische Kommission am 6. Februar 2026. Damit soll die planmäßige Umsetzung des Vorhabens abgesichert und die Wettbewerbsfähigkeit sowie industrielle Wertschöpfung am Standort Deutschland gestärkt werden.

Höhepunkte

  • Das BMWE erhöht die SALCOS-Förderung der Salzgitter AG nach EU-Genehmigung vom 6. Februar 2026 um rund 322 Millionen Euro auf über 1 Milliarde Euro.
  • Das Projekt SALCOS stellt schrittweise auf wasserstoffbasierte Direktreduktion mit Elektrolichtbogenofen um und erhält dafür nun zusätzliche finanzielle Absicherung.
  • Die Förderung, finanziert zu 70 Prozent vom Bund und 30 Prozent vom Land Niedersachsen, bringt Wachstumspotenzial und Planungssicherheit für Wasserstoffprojekte in der Stahlbranche.

Erhöhter Zuschuss nach EU-Beihilfefreigabe

Das BMWE bewilligt für das Zukunftsprojekt SALCOS der Salzgitter AG eine Erhöhung der Zuwendung um rund 322 Millionen Euro. Grundlage dafür ist die beihilferechtliche Genehmigung der ergänzenden Mittel durch die Europäische Kommission vom 6. Februar 2026. Bereits bei der ursprünglichen beihilferechtlichen Genehmigung im Oktober 2022 war festgestellt worden, dass die berechnete Finanzierungslücke die damals notifizierte und bewilligte Beihilfe von rund 1 Milliarde Euro überstieg. Zum Zeitpunkt der ersten Genehmigung war noch von der Kombinationsmöglichkeit mit weiteren Instrumenten ausgegangen worden, die sich später als nicht umsetzbar erwiesen hat. Mit der nun bewilligten Aufstockung wird die Umsetzung des Projekts nach BMWE-Angaben weiter abgesichert.

Technologiewechsel Richtung Wasserstoff und EAF

Kern des Vorhabens ist die schrittweise Umstellung der Stahlproduktion von der klassischen Hochofenroute auf eine Direktreduktionsanlage. Dabei soll der Einsatz von Wasserstoff nach und nach wachsen und mit einem Elektrolichtbogenofen kombiniert werden. Der benötigte Wasserstoff soll unter anderem über einen eigens errichteten Elektrolyseur bereitgestellt werden. Das Projekt wurde im Oktober 2022 beihilferechtlich genehmigt und im April 2023 auf nationaler Ebene beschieden. Aus Sicht des BMWE schafft die zusätzliche Förderung die finanzielle Grundlage, um die Umsetzung in größeren Schritten voranzutreiben.

Bedeutung für Standort und Förderarchitektur

Das BMWE bezeichnet SALCOS als zentrales Zukunftsprojekt der deutschen Stahlindustrie und verbindet die zusätzliche Finanzierung mit dem Ziel, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung in Deutschland zu stärken. Die Förderung ist Teil eines großvolumigen Transformationsvorhabens, das als Primärstahlprojekt aus dem IPCEI Wasserstoff eingeordnet wird. Die Finanzierung erfolgt zu 70 Prozent durch den Bund und zu 30 Prozent durch das Land Niedersachsen. Mit der Aufstockung reagiert die öffentliche Hand auf eine Finanzierungslücke, die bereits in der ersten Genehmigungsphase sichtbar war. Für die Branche signalisiert der Schritt zusätzliche Planungssicherheit für den Umstieg auf wasserstoffbasierte Prozesse.

Wir hatten zuvor über die schwächelnde Konjunktur in Deutschland und die Einordnung des Landes im globalen BIP-Ranking berichtet. Im Fokus standen zudem die vom IW skizzierten strukturellen Belastungsfaktoren sowie der Ausblick, dass Indien Deutschland mittelfristig im Ranking überholen könnte – verbunden mit der Erwartung, dass staatliche Investitionen das Wachstum stützen.

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