Hamburg verschärft Wärmewende bis 2040

Hamburg verschärft Wärmewende bis 2040
Hamburg dreht an der Heizung

Deutschlands größte Industriestadt setzt in ihrer kommunalen Wärmeplanung auf einen schnellen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen. Bis 2040 sollen in Hamburg 78 Prozent der Gebäude mit Wärmepumpen beheizt werden, obwohl derzeit noch 83 Prozent mit Gas oder Öl versorgt werden.

Höhepunkte

  • Hamburgs Senat hat beschlossen, dass bis 2040 78 Prozent der Häuser Wärmepumpen und 22 Prozent Fernwärme nutzen sollen, um fossile Heizungen abzulösen.
  • Erst drei Prozent der Hamburger Gebäude verfügen derzeit über Wärmepumpen; monatlich kommen bisher rund 250 neue Anlagen hinzu, trotz 46 Prozent Heizungsanteil an den CO2-Emissionen.
  • Die rechtlich unverbindliche Wärmeplanung lässt Umsetzung offen, während steigende Netzentgelte beim Gasnetz infolge sinkender Nutzer als Kostenrisiko für verbleibende Kunden gelten.

Wärmeplan mit ehrgeizigem Umbauziel

Wie BILD berichtet, hat der Hamburger Senat am Dienstag seine Wärmeplanung beschlossen und damit das Ziel bekräftigt, bis 2040 bei Gebäudeheizungen aus fossilen Energieträgern auszusteigen.

Nach Angaben von Energiesenatorin Katharina Fegebank sollen dann 78 Prozent der Häuser eine Wärmepumpe nutzen, während 22 Prozent an das Fernwärmenetz angeschlossen sind. Hamburg liegt damit fünf Jahre vor vielen anderen Großstädten, was auch auf einen Klima-Volksentscheid in der Hansestadt zurückgeht.

Der Ausgangspunkt ist allerdings deutlich entfernt von diesem Ziel. Nach Senatsangaben entstehen 46 Prozent der CO2-Emissionen der Stadt beim Heizen, nur drei Prozent der Gebäude werden derzeit mit Wärmepumpen versorgt. Monatlich kommen laut Senat aktuell rund 250 neue Wärmepumpen hinzu.

Hohe Umstellungskosten und unklare Umsetzung

Offen bleibt, wie der Umbau in gut 13 Jahren praktisch erreicht werden soll. Die kommunale Wärmeplanung ist rechtlich nicht bindend, weder für Verbraucher noch für Energieversorger, und auch bei der Hamburger Energienetze GmbH gibt es dem Bericht zufolge noch keine Pläne für eine Abschaltung der Gasnetze.

Ein möglicher wirtschaftlicher Hebel liegt bei den Netzentgelten. Wenn mehr Kunden das Gasnetz verlassen, verteilen sich die Kosten auf weniger Anschlüsse, was die Belastung für verbleibende Nutzer erhöhen kann.

Auch in Berlin verfolgt die Politik einen weitreichenden Umbau. Dort liegt der Anteil von Gasheizungen derzeit bei 50,9 Prozent, Heizöl kommt auf 14 Prozent, während der Wärmebedarf in den kommenden Jahren durch Dämmung und neue Fenster um ein Fünftel sinken soll. In der Hauptstadt wie in Hamburg dient der Wärmeplan jedoch vor allem als Orientierung, welche Heizungsarten in einzelnen Gebieten vorgesehen sind.

Aus Sicht der Opposition fehlt vor allem ein belastbarer Umsetzungsweg. CDU-Energieexperte Markus Kranig kritisiert, dass mit den verschärften Klimazielen auch nachvollziehbar erklärt werden müsse, wie diese erreicht werden sollen. Verbraucher können in beiden Städten online prüfen, welche Heizungsart für ihren Standort vorgeschlagen wird.

In unserem früheren Artikel zum neuen Rechtsrahmen für Energy Sharing im Energiewirtschaftsgesetz haben wir erläutert, dass seit Dezember 2025 mit Paragraf 42c EnWG die gemeinsame Nutzung lokal erzeugten Ökostroms über das Netz ermöglicht wird. Im Mittelpunkt stand dabei, dass Netzbetreiber ab dem 1. Juni 2026 die gemeinsame Stromnutzung sowie massengeschäftstaugliche Abrechnungs- und Kommunikationsprozesse im Bilanzierungsgebiet sicherstellen müssen. Die Bundesregierung setzt zunächst auf die praktische Erprobung durch Marktteilnehmer, ohne zusätzliche Vorgaben anzukündigen.

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