Deutsche Unternehmen planen Stellenabbau angesichts anhaltender Wirtschaftskrise

Deutsche Unternehmen planen Stellenabbau angesichts anhaltender Wirtschaftskrise
Stellenabbau in Deutschland

Die Schwächephase der deutschen Wirtschaft hält an und belastet die Personalplanungen vieler Unternehmen. Nach drei Jahren eingetrübter Erwartungen rechnet inzwischen knapp jedes dritte Unternehmen noch in diesem Jahr mit einem Abbau von Stellen.

Höhepunkte

  • Fast 30 Prozent der deutschen Unternehmen planen laut IW-Studie 2024 Stellenabbau, in der Industrie sogar 37 Prozent, nur 14 Prozent erwägen Neueinstellungen.
  • 35 Prozent aller befragten Unternehmen erwarten sinkende Produktion, lediglich 21 Prozent rechnen mit einem Produktionsplus, während die generelle Geschäftslage als schwach eingeschätzt wird.
  • Das IW nennt den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus als Treiber höherer Energie- und Transportkosten sowie als direkte Bedrohung für deutsche Exportketten.

IW-Studie zeigt schwache Erwartungen

Wie BILD unter Berufung auf eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft berichtet, wollen fast 30 Prozent aller Unternehmen in Deutschland noch in diesem Jahr Stellen streichen. Besonders stark fällt der geplante Personalabbau demnach in der Industrie aus, wo 37 Prozent der Firmen mit weniger Beschäftigten planen, während nur 14 Prozent zusätzliches Personal vorsehen.

Auch im Dienstleistungssektor bleibt die Lage angespannt. Dort wollen 28 Prozent der Unternehmen Jobs abbauen, 22 Prozent beabsichtigen Neueinstellungen. Zugleich rechnen 35 Prozent aller befragten Unternehmen mit sinkender Produktion, nur 21 Prozent erwarten ein Plus.

Die Geschäftslage bleibt ebenfalls schwach. Insgesamt sagen 43 Prozent der Firmen, dass ihre Geschäfte schlechter laufen als vor einem Jahr, während nur 14 Prozent eine Verbesserung sehen. In der Industrie erwarten 39 Prozent der Unternehmen eine rückläufige Produktion, bei den Dienstleistern gehen 35 Prozent von schlechteren Geschäften aus.

Geopolitische Risiken erhöhen Druck auf Wirtschaft

Als wesentlichen Grund für die anhaltend schlechte Stimmung nennt das IW den Konflikt im Nahen Osten. IW-Konjunkturexperte Michael Grömling sagt, der Iran-Krieg ersticke die Hoffnung auf eine echte wirtschaftliche Erholung im Keim.

Nach Einschätzung des Instituts trifft die Sperrung der Straße von Hormus die Lieferketten unmittelbar, treibt Energie- und Transportkosten und schwächt den für Deutschland wichtigen Export. Das erhöht nach Ansicht des IW den Reformdruck auf die Bundesregierung und verschärft die Belastung für das deutsche Wirtschaftsmodell.

Den Streit in der Bundesregierung um zentrale energiepolitische Reformvorhaben haben wir bereits beleuchtet: Im Fokus standen vier Gesetzentwürfe zur EEG-Reform, zum Netzpakt, zur Kraftwerksstrategie und zum Bundesbedarfsplangesetz. Dabei ging es um mögliche Kürzungen bei der Solarförderung, den beschleunigten Netzausbau sowie den Ausbau von Gaskraftwerken und Batteriespeichern – und darum, wie Koalitionskonflikte wichtige Entscheidungen in einer ohnehin angespannten Wirtschaftslage verzögern können.

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