Thüringen startet Pilotprojekt für vorausgefüllte Steuererklärungen
Thüringen führt in diesem Jahr ein Pilotprojekt ein, bei dem Finanzämter vorausgefüllte Steuererklärungen an ausgewählte Steuerpflichtige verschicken. Das zunächst auf ein Jahr angelegte Verfahren richtet sich an Menschen mit Einkünften aus Arbeit oder Rente und könnte nach Angaben des Finanzministeriums rund 40.000 Personen entlasten.
Höhepunkte
- Thüringens Finanzämter verschicken im Pilotprojekt „Amsel“ bereits 6.000 vorausgefüllte Steuererklärungen für 2025 mit Rücksendefrist bis Ende Juli.
- Das Modell richtet sich insbesondere an ältere Bürger und nicht-Elster-Nutzer, während Selbstständige vom Verfahren ausgeschlossen sind.
- Rund drei Viertel der Teilnehmer stimmten in einem ähnlichen Projekt in Hessen zu; Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg nehmen ebenfalls am Pilotprojekt teil.
Pilotprojekt mit Rücksendefrist bis Juli
Wie BILD berichtet, stellt Thüringens Finanzministerin Katja Wolf das sogenannte Amtsveranlagungsprojekt in Erfurt vor. Die Finanzämter erstellen dabei Steuererklärungen für das Jahr 2025 auf Basis vorliegender Einkommensdaten und senden diese an die betroffenen Haushalte, die sie bei Zustimmung nur noch unterschreiben und zurückschicken müssen.Ehepaare müssen beide unterschreiben, eine Teilnahme ist jedoch freiwillig. Nach Angaben von Wolf sind die ersten 6.000 Briefe bereits in Erfurt und Ilmenau unterwegs, die Rücksendung muss bis Ende Juli erfolgen.
Das Verfahren läuft unter dem Projektnamen „Amsel“ und steht auch Menschen offen, die das Online-Programm Elster bislang nicht genutzt haben. Selbstständige sind von dem Modell ausgenommen.
Entlastung für Ältere und Signal für andere Länder
Mit dem Projekt will das Land Bürger vom bürokratischen Aufwand der Steuererklärung entlasten. Nach Einschätzung der Ministerin dürfte vor allem ältere Menschen von dem vereinfachten Verfahren profitieren.Wolf verweist zudem auf Erfahrungen aus Hessen, wo im Bereich des Finanzamts Kassel bei einem ähnlichen Projekt drei Viertel der angeschriebenen Steuerpflichtigen zugestimmt haben. An dem Pilotprojekt beteiligen sich neben Thüringen auch Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg.
Die steuerfreie 1.000-Euro-Entlastungsprämie für Beschäftigte stand in unserem früheren Beitrag im Fokus, weil die Bundesregierung den Zeitraum für die Auszahlung bis zum 30. Juni 2027 verlängern will. Wir hatten dabei erläutert, dass die Prämie freiwillig bleibt und viele Unternehmen wegen der angespannten Wirtschaftslage bislang zurückhaltend sind, weshalb die Fristverlängerung die Beteiligung erhöhen soll.
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