Nach der Frühjahrskorrektur befindet sich der Erdgasmarkt wieder in einer Erholungsphase. Der europäische TTF ist zurück in den Bereich von 47–48 €/MWh geklettert, während sich der US-amerikanische Henry Hub über 3 $/MMBtu stabilisiert hat – angetrieben von steigenden Erwartungen an die Sommernachfrage und einer erhöhten LNG-Exportaktivität.
Dieser Artikel wurde aus dem Original übersetzt. Lesen Sie die Originalversion unseres Korrespondenten hier.

Der Markt preist allmählich die früheren Befürchtungen aus, dass der jüngste Preisrückgang übertrieben war, angesichts des anhaltenden Mangels an flexibler Versorgung und der fortgesetzten Abhängigkeit Europas von LNG-Importen.
LNG und Geopolitik stützen den Markt erneut
Der Haupttreiber der Erholung bleiben Störungen in den globalen LNG-Lieferungen und anhaltende Risiken im Nahen Osten. Die Verlängerung der Force-Majeure-Beschränkungen für einen Teil der Lieferungen aus Katar sowie die anhaltende Unsicherheit über die Sicherheit der Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus haben dem Markt erneut einen erheblichen geopolitischen Aufschlag verliehen. Vor diesem Hintergrund konkurrieren europäische Händler aggressiver um verfügbare LNG-Ladungen, was die Preise trotz saisonal schwächerer Frühjahrsnachfrage stützt.
Europa beschleunigt Einspeicherungen, aber das Gleichgewicht bleibt fragil
Trotz einer allmählichen Erholung der Einspeicherungsraten sehen Analysten das europäische Gleichgewicht weiterhin als angespannt an. Nach einer anspruchsvolleren Wintersaison liegen die Speicherstände weiterhin unter komfortablen Schwellenwerten, und um die Zielwerte bis zum Herbst zu erreichen, sind Rekord-LNG-Zuflüsse erforderlich. Rabobank und ABN AMRO warnen, dass der Markt das Risiko von Engpässen im Falle eines heißen Sommers, neuer Lieferstörungen oder einer stärkeren asiatischen Nachfrage weiterhin unterschätzt. Aus diesem Grund sehen viele Marktteilnehmer die aktuelle Preiserholung nicht als kurzfristigen Ausschlag, sondern als Rückkehr zu einer realistischeren Risikobewertung.
Strategischer Ausblick: Korrektur macht nachhaltiger Erholung Platz
Aktuelle Einschätzungen der IEA, Kpler und großer Handelshäuser deuten darauf hin, dass sich der Markt allmählich von Überangebotssorgen zu einem moderat bullischen Gleichgewichtsszenario verschiebt. Zusätzliche LNG-Kapazitäten in den USA werden das Defizit letztlich verringern, der Haupteffekt wird jedoch erst 2027–2028 erwartet. Bis dahin könnten sich Verschlechterungen der Wetterbedingungen, steigende asiatische Nachfrage oder neue geopolitische Störungen rasch in Preisen über 60 €/MWh niederschlagen. Daher wird die aktuelle Erholung zunehmend als Beginn eines neuen Aufwärtszyklus und nicht nur als temporäre Erholung nach dem Frühlingsrückgang gesehen.
Kurzfristiger Ausblick
Nach dem Ausbruch über den Widerstand bei etwa 3,02 $ sind die NATGAS-Preise auf ein starkes Widerstandsniveau bei 3,24 $ gestiegen, das derzeit den bullischen Schwung begrenzt. Dies könnte Gewinnmitnahmen bei Long-Positionen und einen Rücksetzer in den Bereich von 3,05–3,02 $ auslösen, wie im Artikel Erdgas steigt aufgrund von LNG-Knappheit und Wetterfaktoren beschrieben. Ein Ausbruch über diesen Widerstand würde den Weg für einen Anstieg in Richtung 3,30 $ ebnen. Gleichzeitig gibt es derzeit keine Anzeichen für eine Trendwende.
Neueste Natural Gas Nachrichten
- Forex
- Crypto