Berliner CDU bestätigt Wegner trotz Gegenkandidatur als Spitzenkandidaten
Vor der Berlin-Wahl am 20. September sichert sich Kai Wegner auf einem CDU-Parteitag in Neukölln die erneute Nominierung als Spitzenkandidat. Die Abstimmung erhält zusätzliche Aufmerksamkeit, weil Wolfram Wickert überraschend eine Gegenkandidatur anmeldet und damit eine geheime Wahl erzwingt.
Höhepunkte
- Wegner sichert sich mit 252 von 272 Stimmen und 92,4 Prozent trotz überraschender Gegenkandidatur erneut die Spitzenkandidatur der Berliner CDU.
- Der CDU-Landeschef bleibt beim pragmatischen Mitte-Kurs, erklärt die Wahl zur Schicksalswahl und will eine Übernahme des Roten Rathauses durch die Linke verhindern.
- Das Regierungsprogramm der CDU Berlin umfasst ein Verbot des Straßenstrichs, Videoüberwachung an Müll-Hotspots und 20.000 neue Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld.
Nominierung mit unerwarteter Gegenkandidatur
Wie BILD.de berichtet, unterbricht Wolfram Wickert den durchgeplanten Parteitag in der früheren Zigarettenfabrik von Philip Morris mit seiner Bewerbung gegen den amtierenden Regierenden Bürgermeister. Der 85-Jährige sagt zur Begründung seiner Kandidatur, mit Wegner sacke Berlin ab.Wickert ist der Bruder des TV-Journalisten Ulrich Wickert und war jahrzehntelang in der SPD. Vor rund einem halben Jahrhundert arbeitet er im Büro des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, nach dem Mauerfall berät er zudem die Regierung von Lothar de Maiziere; außerdem ist er als Maler unter dem Künstlernamen Lao Lang bekannt.
Durch die spontane Bewerbung muss die Berliner CDU kurzfristig eine geheime Wahl organisieren. Am Ende entfallen 18 Stimmen auf Wickert, während Wegner 252 Stimmen und damit 92,4 Prozent erhält.
Wahlkampfkurs und politische Bedeutung für Berlin
Wegner wertet das Ergebnis als klare Unterstützung und betont, dass er Regierender Bürgermeister bleiben will. Nach seiner einstündigen Bewerbungsrede erhält er erneut stehende Ovationen, während Parteifreunde mit dem Slogan „Berlin wird“ werben.Der CDU-Landeschef setzt nach eigenen Worten weiter auf einen pragmatischen Mitte-Kurs und will verhindern, dass die Linke das Rote Rathaus übernimmt. Er bezeichnet die anstehende Abstimmung als Schicksalswahl für Berlin.
Die Union nennt ihre Berliner Vorhaben Regierungsprogramm statt Wahlprogramm. Zu den hervorgehobenen Punkten gehören ein Verbot des Straßenstrichs, die Videoüberwachung von Müll-Hotspots und der Bau von 20.000 Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld.
In unserem früheren Artikel zur Aussetzung der Diätenerhöhung im Bundestag haben wir erläutert, dass CDU/CSU und SPD die automatische Anpassung der Abgeordnetenbezüge zum 1. Juli 2024 einmalig stoppen wollen. Begründet wird der Schritt mit der angespannten Haushalts- und Wirtschaftslage sowie dem Ziel, ein Sparsignal zu setzen; zugleich gab es dafür breite Zustimmung im Parlament und deutlichen Rückhalt in Umfragen.
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