Hauptzollamt Lörrach deckt Prüfbedarf bei 20 Taxi- und Mietwagenbetrieben auf
Bei einer groß angelegten Kontrolle der Taxi- und Mietwagenbranche im Bezirk des Hauptzollamts Lörrach geraten 20 von 45 überprüften Unternehmen wegen möglicher Unstimmigkeiten in den Fokus weiterer Ermittlungen. Die Maßnahme an den Standorten Lörrach, Freiburg und Offenburg umfasst mehr als 90 Befragungen von Beschäftigten und weist auf Risiken bei Mindestlohn, Sozialabgaben und unerlaubtem Leistungsbezug hin.
Höhepunkte
- In einer Kontrolle am 9. Juni 2026 untersucht das Hauptzollamt Lörrach 45 Taxi- und Mietwagenbetriebe; bei 20 besteht erhöhter Prüfbedarf.
- In mindestens fünf Unternehmen rund um Offenburg, Freiburg und der Ortenau vermutet der Zoll Verstöße gegen Mindestlohn- und Sozialversicherungspflichten.
- In vier Fällen gehen Behörden von unrechtmäßigem Sozialleistungsbezug durch Fahrer aus, zudem wird gegen einen Fahrer ohne gültigen Aufenthaltstitel ein Strafverfahren eingeleitet.
Kontrolle in Südbaden mit mehreren Verdachtsfällen
Wie das Hauptzollamt Lörrach mitteilt, kontrollieren am 9. Juni 2026 mehr als 60 Beamtinnen und Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit 45 Betriebe der Taxi- und Mietwagenbranche rund um Lörrach, Freiburg und Offenburg, wie von Zoll berichtet. Dabei befragen sie mehr als 90 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsbedingungen.Bei 20 Unternehmen sind nach Angaben des Zolls weitere und intensivere Prüfungen erforderlich. In je einem Unternehmen im Raum Offenburg und im Raum Freiburg gibt es Hinweise auf Verstöße gegen den Mindestlohn, zudem gehen die Behörden bei einem Betrieb in der Ortenau sowie bei zwei Unternehmen im Raum Freiburg davon aus, dass Sozialabgaben nicht oder nicht in korrekter Höhe abgeführt werden.
Darüber hinaus gehen die Beamten in vier Fällen derzeit davon aus, dass Fahrerinnen oder Fahrer neben ihrem Arbeitslohn zu Unrecht Sozialleistungen beziehen. Die zuständige Leistungsbehörde ist über diese Beschäftigungen mutmaßlich nicht informiert.
In der Ortenau überprüfen die Einsatzkräfte außerdem einen Fahrer mit irakischer Staatsbürgerschaft, dessen Aufenthaltstitel abgelaufen ist und dessen Verlängerung versagt wird. Gegen ihn wird ein Strafverfahren eingeleitet.
Präventiver Druck auf die Personenbeförderungsbranche
Die Sonderprüfung erfolgt laut Zoll ohne konkreten Anlass und ohne vorangegangene Hinweise auf einzelne Betriebe. Solche verdachtslosen Kontrollen dienen nach Darstellung der Behörde auch einem präventiven Zweck und sollen Unternehmen sowie Öffentlichkeit die finanziellen Folgen von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung vor Augen führen.Für die regionale Personenbeförderungsbranche unterstreicht der Einsatz den anhaltenden Kontrolldruck bei arbeits- und sozialrechtlichen Pflichten. Neben möglichen finanziellen Nachforderungen können sich für betroffene Unternehmen auch rechtliche und operative Belastungen ergeben.
In unserem früheren Artikel über den koordinierten Zugriff gegen mutmaßlichen organisierten Tabakschmuggel ging es um die Aushebung einer getarnten illegalen Zigarettenproduktion und die Sicherstellung von Millionen unversteuerter Zigaretten sowie großer Tabakmengen in mehreren Bundesländern. Die Ermittler bezifferten den Steuerschaden auf 5,4 Millionen Euro und beschrieben eine strukturierte Lieferkette, die den Druck auf den legalen Markt und die Kontrollbehörden erhöht.
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