Deutschland unterstützt G7-Arbeitsagenda und ILO-Arbeitsschutzabkommen in Genf
Bei den internationalen Arbeitsgesprächen in Genf rückt die Bundesregierung die soziale Dimension der G7-Agenda und den weltweiten Schutz menschenwürdiger Arbeit in den Mittelpunkt. Neben dem G7-Treffen vertritt Staatssekretärin Lilian Tschan Deutschland auch auf der 114. Internationalen Arbeitskonferenz der ILO und übergibt dort die Ratifikationsurkunde für das Übereinkommen Nr. 155.
Höhepunkte
- Staatssekretärin Lilian Tschan unterstützt auf dem G7-Treffen in Genf die Förderung hochwertiger Arbeitsplätze und menschenwürdiger Arbeit weltweit.
- Die G7-Minister beraten über einen digitalen KI-Fortbildungshub für KMU, Maßnahmen gegen Zwangsarbeit im Rohstoffsektor und neue Leitlinien zum Arbeitsschutz angesichts des Klimawandels.
- Deutschland ratifiziert auf der ILO-Konferenz das Übereinkommen Nr. 155 zu Arbeitsschutz, womit Arbeitssicherheit als grundlegendes Menschenrecht eingestuft wird.
Genfer Treffen mit Fokus auf Arbeitsmarktpolitik
Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mitteilt, nimmt Staatssekretärin Lilian Tschan am 9. Juni am Treffen der G7-Arbeits- und Beschäftigungsministerinnen und -minister unter französischer Präsidentschaft in Genf teil. Geleitet wird das hochrangige Treffen vom französischen Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou, im Zentrum stehen die Förderung hochwertiger Arbeitsplätze und die Stärkung menschenwürdiger Arbeit in den G7-Staaten sowie weltweit.Am Rande der Internationalen Arbeitskonferenz beraten die Teilnehmer zudem über einen digitalen KI-Fortbildungshub für kleine und mittlere Unternehmen, Maßnahmen gegen Zwangsarbeit beim Abbau kritischer Rohstoffe sowie die Förderung von Arbeitsmarktmobilität, individuellen Karrierewegen und einer möglichst breiten Teilhabe aller Altersgruppen am Arbeitsmarkt.
Die französische Präsidentschaft wirbt außerdem für einen Leitfaden zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz vor dem Hintergrund des Klimawandels sowie für eine faire Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte. Tschan unterstützt diese Anliegen ausdrücklich, während sich die G7-Ministerinnen und -Minister auf ein gemeinsames Kommuniqué einigen und die U.S. im kommenden Jahr den G7-Vorsitz übernehmen.
Signalwirkung für Arbeitsschutz und Multilateralismus
Auf der 114. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO vertritt Tschan zusätzlich die Bundesregierung und trifft dort auch ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo. Im Rahmen der Konferenz übergibt sie der ILO die Ratifikationsurkunde, mit der das Übereinkommen Nr. 155 über Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft treten kann.Für die arbeits- und sozialpolitische Agenda hat dieser Schritt zusätzliche Bedeutung, weil die ILO den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit im Jahr 2022 zu einem grundlegenden Recht erklärt hat. Damit erhalten beide Bereiche als Kernarbeitsnorm den Rang einer menschenrechtlichen Norm, was die deutsche Ratifikation nach Angaben Tschans als Zeichen für weltweiten Arbeitsschutz und regelbasierten Multilateralismus positioniert.
Unsere frühere Berichterstattung zum G7-Arbeitsministertreffen in Genf und zur 114. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO beleuchtete die Schwerpunkte auf menschenwürdiger Arbeit, KI-Weiterbildung für KMU sowie Maßnahmen gegen Zwangsarbeit in Lieferketten. Zudem wurde dargestellt, wie Deutschland mit der Ratifikation des ILO-Übereinkommens Nr. 155 den Arbeitsschutz und die Arbeitsumwelt als international verbindliche Standards stärkt und damit ein Signal für regelbasierten Multilateralismus setzt.
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