Deutschland steigert Stromerzeugung, Anteil erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr 2026 höher
Die deutsche Stromproduktion legt im ersten Halbjahr 2026 zu, wobei erneuerbare Energien ihren Anteil an der inländischen Einspeisung weiter ausbauen. Windkraft bleibt der wichtigste Energieträger, während zugleich die Stromimporte sinken und die Exporte anziehen.
Das Wichtigste
- Deutschland erzeugte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom, 4,5 % mehr als im Vorjahr, mit einem Ökostromanteil von 59,1 %.
- Die Einspeisung aus Windkraft stieg um 12,3 % auf 67,7 Milliarden Kilowattstunden und erreichte einen Anteil von 29,4 % an der inländischen Stromproduktion.
- Stromimporte nach Deutschland sanken um 8,7 % auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden, während Stromexporte um 14,9 % auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden stiegen.
Mehr Einspeisung und höherer Ökostromanteil
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist, 4,5 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Einspeisung aus erneuerbaren Energiequellen stieg nach vorläufigen Ergebnissen um 6,5 % auf 136,4 Milliarden Kilowattstunden.Damit stammten 59,1 % des gesamten inländisch produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen, nach 58,0 % im ersten Halbjahr 2025. Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern erhöhte sich zwar ebenfalls, allerdings nur um 1,7 % auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden, wodurch ihr Anteil an der gesamten Stromproduktion auf 40,9 % sank.
Besonders deutlich wuchs die Stromproduktion aus Windkraft, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,3 % auf 67,7 Milliarden Kilowattstunden zunahm. Ihr Anteil an der gesamten inländischen Stromerzeugung stieg damit auf 29,4 %, womit Windkraft ihre Position als wichtigster Energieträger behauptet.
Auch Photovoltaik legte zu und erreichte 41,0 Milliarden Kilowattstunden, ein Plus von 3,5 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Mit einem Anteil von 17,8 % blieb Solarstrom die drittwichtigste Energiequelle in der inländischen Stromerzeugung.
Verschiebungen bei fossilen Energieträgern und Außenhandel
Bei den konventionellen Energieträgern sank die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge leicht um 0,5 % auf 49,4 Milliarden Kilowattstunden. Kohle blieb mit einem Anteil von 21,4 % dennoch der zweitwichtigste Energieträger in der deutschen Stromerzeugung.Die Stromerzeugung aus Erdgas stieg dagegen um 6,4 % auf 38,0 Milliarden Kilowattstunden. Erdgas kam damit auf einen Anteil von 16,5 % und blieb der viertwichtigste Energieträger.
Im grenzüberschreitenden Stromhandel sank die nach Deutschland importierte Strommenge im ersten Halbjahr 2026 um 8,7 % auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig stiegen die Stromexporte um 14,9 % auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden, sodass Deutschland per saldo noch 0,6 Milliarden Kilowattstunden mehr importierte als exportierte.
Die Kosten für das Netzengpassmanagement im deutschen Stromnetz bleiben hoch und steigen 2025 leicht an. In unserem früheren Beitrag haben wir erläutert, dass vor allem Redispatch-Maßnahmen sowie die Vorhaltung und der Abruf von Reservekraftwerken die größten Kostenblöcke bilden. Die Daten verdeutlichen damit den anhaltenden operativen Aufwand, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität trotz Strukturwandel in der Stromerzeugung zu gewährleisten.
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