Die Linke erzielt Rekordergebnis bei Berliner Abgeordnetenhauswahl
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erreicht Die Linke mit 25,7 Prozent ihr bestes Ergebnis in der Hauptstadt und gewinnt mehr als 468.000 Stimmen. Besonders stark ist die Partei laut den vorliegenden Wahltagsbefragungen bei jüngeren Wählern, während Wohnen und Mieten zu den zentralen Themen des Urnengangs zählen.
Das Wichtigste
- Die Linke erzielt mit 25,7 Prozent ihr historisch bestes Ergebnis bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl, ein Plus von 13,4 Prozentpunkten gegenüber 2021.
- Besonders hohe Stimmanteile erreicht Die Linke bei jungen Wählern, mit 43 Prozent (16–24 Jahre) und 49 Prozent (25–34 Jahre); zentrale Themen sind Mieten und Wohnungsmarkt.
- In Friedrichshain-Kreuzberg erzielt Die Linke rund 44 Prozent, überholt die Grünen deutlich und verschiebt soziale Wählergruppen weiter, während 60 Prozent der Berliner Linken-Kritik an Israel zustimmen.
Wählerstruktur und Wahlmotive in Berlin
Wie BILD unter Verweis auf Wahltagsbefragungen von Infratest für die ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF berichtet, übertrifft Die Linke mit 25,7 Prozent ihr bisheriges Rekordergebnis in Berlin deutlich. Gegenüber der Wahl 2021 legt die Partei um 13,4 Prozentpunkte zu und erreicht damit ihr historisch bestes Resultat in der Hauptstadt.Besonders stark schneidet die Partei bei jüngeren Wählern ab. In der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen kommt sie auf 43 Prozent, bei den 25- bis 34-Jährigen auf 49 Prozent. In älteren Gruppen liegen die Werte deutlich niedriger, darunter 19 Prozent bei den 45- bis 49-Jährigen, 16 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen und 14 Prozent bei den über 70-Jährigen.
Auch thematisch profitiert Die Linke vor allem von sozialen Fragen. Für 54 Prozent der Berliner stehen Mieten und Wohnungsmarkt im Vordergrund, gefolgt von Verkehr mit 23 Prozent und Kriminalität mit 18 Prozent. Das Programm zur Enteignung als Mittel gegen Wohnungsnot erhält insgesamt 37 Prozent Zustimmung, unter Linke-Wählern sind es 80 Prozent.
Politische Folgen und gesellschaftliche Reaktionen
Regional besonders stark ist Die Linke in Friedrichshain-Kreuzberg, wo sie rund 44 Prozent erreicht und die Grünen mit 21 Prozent klar hinter sich lässt. Bei der Wahl 2023 hatten dort noch die Grünen mit 33,5 Prozent vor der Linken mit 21,1 Prozent gelegen.Unter Arbeitern liegt hingegen die AfD mit 29 Prozent vorn, während Die Linke auf 25 Prozent kommt. Bei finanziell schlechter gestellten Wählern dominieren beide Parteien ebenfalls, mit 32 Prozent für Die Linke und 25 Prozent für die AfD. Das deutet auf eine weitere Verschiebung klassischer sozialer Wählergruppen im Berliner Parteienwettbewerb hin.
Zusätzliche politische Spannungen entstehen durch die Debatte über Israel und Antisemitismus. Laut den im Text genannten Daten unterstützen 60 Prozent der Berliner die Kritik der Linken am Staat Israel, unter Linke-Anhängern sind es 88 Prozent. Zentralratspräsident Josef Schuster zeigt sich wegen des Wahlausgangs besorgt und verweist auf aus seiner Sicht antisemitische Grenzüberschreitungen im Wahlkampf.
In unserem früheren Bericht zum Wahlsieg der Linken bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben wir die zugespitzte Debatte über mögliche Koalitionen im Roten Rathaus eingeordnet. Dabei stand die Warnung von Zentralratspräsident Josef Schuster im Mittelpunkt, SPD und Grüne sollten der Linken wegen antisemitischer Vorfälle im Wahlkampf nicht den Weg in eine Landesregierung ebnen.
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