EUR/USD-Kurs hält sich vor den US-VPI-Daten über $ 1,16
EUR/USD handelt knapp über der Marke von 1,16 und hält sich damit nach einem zweitägigen Pullback vom Erholungshoch der letzten Woche bei 1,17 stabil. Die Paarung eröffnete den Handel bei 1,1617 und bleibt zwischen dem 50%- und dem 61,8%-Fibonacci-Retracement-Niveau der Juli-Erholung bei 1,1590 bzw. 1,1636 eingegrenzt.
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Höhepunkte
- EUR/USD konsolidiert sich im Vorfeld der US-VPI-Daten zwischen 1,1595 und 1,1666.
- Ein Ausbruch über 1,1666 könnte das Ziel 1,1720 erreichen, während ein Rückgang unter 1,1595 ein Risiko von 1,1543 darstellt.
- Die politischen Divergenzen zwischen der EZB und der Fed halten das Paar vorerst in einer Handelsspanne.
Diese Spanne hat eine kurzfristige Entscheidungszone geschaffen, da die Händler die bevorstehenden US-Inflationsdaten und deren Auswirkungen auf die Politik der Federal Reserve abwägen. Eine absteigende Trendlinie, die Ende Juli bei 1,1787 ihren Höchststand erreichte, begrenzt weiterhin die Kursentwicklung. Bislang hat der Verkaufsdruck die Unterstützung bei 1,1595 bis 1,1600 absorbiert und ein tieferes Abrutschen verhindert. Solange dieses Regal nicht durchbrochen wird, ist der Pullback von 1,1700 eher als Konsolidierungsphase denn als Beginn eines neuen Abwärtstrends zu betrachten.
Technische Signale deuten auf einen entscheidenden Widerstand hin
Die Vier-Stunden-Chart zeigt, dass EUR/USD unter dem Parabolic SAR bei 1,1666 zum Stillstand gekommen ist, wobei die gepunkteten Markierungen immer noch über dem Kurs liegen, was bedeutet, dass die Verkäufer weiterhin die Kontrolle haben. Ein Schlusskurs über 1,1666 würde diese Tendenz umkehren und den Weg für einen erneuten Test der 1,1700 und möglicherweise der 1,1720-Zone freimachen, wo sich frühere Höchststände mit dem 78,6%-Retracement überschneiden.

EUR/USD-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Die Momentum-Indikatoren sind ausgeglichen. Der RSI der vierten Stunde liegt bei 48,5 und seine Glättungslinie bei 53,4, was auf einen Markt im Gleichgewicht hindeutet. Ein Anstieg des RSI über 55 in Verbindung mit einem Durchbruch bei 1,1666 würde ein erneutes zinsbullisches Momentum bestätigen, während ein Rückgang unter 45 in Verbindung mit einem Durchbruch von 1,1595 die Kontrolle auf die Verkäufer übertragen würde. Auf der Abwärtsseite stellt 1,1543 das nächste Ziel dar, das mit dem 38,2 %-Retracement und den früheren Reaktionstiefs von Anfang August übereinstimmt.Der makroökonomische Kontext untermauert das derzeitige Patt. Die Märkte verdauen einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine, eine 90-tägige Verlängerung des Zollstopps zwischen den USA und China sowie die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex für Juli, die diese Woche ansteht. Der Konsens geht davon aus, dass der Gesamtverbraucherpreisindex leicht ansteigt und die Kerninflation nahe 3 % liegt. Ein höherer Wert könnte die Erwartungen für eine Zinssenkung im September dämpfen, den Dollar stärken und EUR/USD in Richtung 1,1543 drücken. Ein schwächeres Ergebnis, insbesondere bei der Kerninflation, könnte die Renditen senken und den Euro über 1,1666 steigen lassen.
Politische Divergenz hält Spanne intakt
Nach acht Zinssenkungen im vergangenen Jahr hat die Europäische Zentralbank im Juli eine Zinspause eingelegt und damit ein langsameres Tempo angedeutet. Das BIP der Eurozone wuchs im zweiten Quartal um 0,1 %, wobei die Inflation in der Nähe des EZB-Ziels von 2 % lag und keinen starken Katalysator für eine Straffung der Politik bot. Im Gegensatz dazu haben die jüngsten Daten aus den USA, darunter die schwächeren Beschäftigtenzahlen und die schwächere Dienstleistungskonjunktur, die Markterwartungen in Richtung einer nächsten Zinssenkung durch die Fed gedreht.
Diese Divergenz birgt für EUR/USD ein zweiseitiges Risiko. Eine abwartende Haltung der US-Notenbank könnte die Kursgewinne des Euro unterstützen, aber anhaltende Handelsrisiken, einschließlich der Möglichkeit neuer US-Zölle auf europäische Waren, könnten eine Erholung bis in den Bereich von 1,17 begrenzen. Politische Entwicklungen wie das bevorstehende Treffen zwischen Trump und Putin könnten die Stimmung ebenfalls beeinflussen, wenn sie sich auf die europäische Energiesicherheit auswirken. Kurzfristig beobachten Händler den Korridor zwischen 1,1595 und 1,1666 auf einen Ausbruch. Eine bestätigte Bewegung oberhalb der oberen Begrenzung könnte das Paar in Richtung 1,1720 und schließlich 1,1780 treiben. Umgekehrt könnte ein Abschluss unter 1,1595 einen Rückgang auf 1,1543 und möglicherweise 1,1486 auslösen. Bis sich ein Katalysator herauskristallisiert, dürfte die Struktur innerhalb der Handelsspanne fortbestehen.
In früheren Berichten haben wir 1,17 als einen wichtigen Drehpunkt nach der Erholung im Juli von 1,1393 hervorgehoben. Das derzeitige Verhalten innerhalb der Handelsspanne steht im Einklang mit dieser Ansicht, da das Paar in Erwartung eines fundamentalen Auslösers in einem Haltemuster verharrt. Die bevorstehende Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex könnte für die nötige Volatilität sorgen, um diese Konsolidierung aufzulösen.
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