EUR/USD-Kurs rutscht unter $1,167, da die politische Unsicherheit in Frankreich die Stimmung belastet
Der Euro schwächte sich am Montag ab und fiel um 0,5% auf 1,1658 $, den niedrigsten Stand seit dem 25. September, da die erneute politische Instabilität in Frankreich die Anleger verunsicherte. Der Rücktritt von Premierminister Sébastien Lecornu, kaum Wochen nach seinem Amtsantritt, hat die Regierung von Präsident Emmanuel Macron im Vorfeld umstrittener Steuerreformen ins Chaos gestürzt.
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Höhepunkte
- Euro fällt auf 1,1658 $, da die politischen Turbulenzen in Frankreich das Vertrauen der Märkte untergraben.
- Der Rücktritt von Lecornu und die fiskalische Unsicherheit lassen eine Instabilität der Eurozone befürchten.
- EUR/USD durchbricht die wichtige Unterstützung bei $1,167 und setzt sich damit einem Abwärtstrend in Richtung $1,16 und $1,155 aus.
Die Entwicklung hat die Befürchtungen über einen politischen Stillstand in der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums neu entfacht, eine Sorge, die aufkommt, da die Europäische Zentralbank (EZB) darum kämpft, das schwache Wachstum mit der anhaltenden Inflation in Einklang zu bringen. Die wachsende politische Risikoprämie hat den Druck auf die Einheitswährung erhöht, die bereits durch die Stärke des US-Dollars und uneinheitliche Daten aus der Eurozone unter Druck geraten ist.
Technische Struktur deutet auf weitere Schwäche hin
Aus technischer Sicht ist das EUR/USD-Paar entscheidend unter seine aufsteigende Trendlinie gebrochen, die seit Anfang August gehalten hat. Der Durchbruch der Marke von 1,167 $ bestätigt eine Verschiebung der Struktur, wobei sich Abwärtsziele bei 1,16 $ und 1,155 $ abzeichnen.

EUR/USD-Kursanalyse (Quelle: TradingView)
Die Gruppe der exponentiellen gleitenden Durchschnitte zwischen 1,172 $ und 1,174 $, die die 20-, 50-, 100- und 200-Perioden-EMAs abdecken, bilden nun eine starke Widerstandsgrenze. Solange das Paar diese Zone nicht zurückerobert, bleibt die allgemeine Tendenz rückläufig.
Die Momentum-Indikatoren spiegeln diese Vorsicht wider. Der RSI auf dem 4-Stunden-Chart liegt bei 31,8, was auf eine stark überverkaufte Situation hinweist, aber auch deutlich macht, dass die Verkäufer weiterhin die Kontrolle haben. Während eine kurzfristige Erholung nicht ausgeschlossen werden kann, wäre für eine nachhaltige Erholung ein Durchbruch über 1,174 $ erforderlich, um den derzeitigen Abwärtstrend zu neutralisieren.
Politische Spannungen verstärken den makroökonomischen Gegenwind
Frankreichs Regierung sieht sich nun einer verschärften Prüfung ausgesetzt, da sie sich darauf vorbereitet, dem Parlament einen umstrittenen Haushaltsplan vorzulegen. Das französische Haushaltsdefizit ist nach wie vor das größte in der Eurozone und lässt in einer Zeit stagnierenden Wachstums nur begrenzten finanzpolitischen Spielraum. Jede weitere politische Pattsituation könnte das Vertrauen der Anleger untergraben und die Bedenken hinsichtlich der finanzpolitischen Koordinierung innerhalb der Eurozone verstärken.
Im Gegensatz dazu profitiert der US-Dollar weiterhin von einem robusten makroökonomischen Hintergrund. Stärker als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktindikatoren und Zuflüsse aus sicheren Häfen haben die Dollarnachfrage gestützt, zumal die US-Wirtschaftsdaten den schwächeren Aussichten in Europa standhalten. Die Divergenz der Fundamentaldaten treibt die wachsende Kluft zwischen den beiden Währungen weiter voran.
Ausblick und zu beachtende Niveaus
Die kurzfristigen Aussichten für EUR/USD bleiben rückläufig, solange das Paar unter dem Widerstandsbereich von $ 1,172 bis $ 1,174 gehandelt wird. Ein Durchbruch unter $1,1600 würde einen weiteren Abwärtstrend in Richtung $1,155 und möglicherweise $1,15 eröffnen, wo sich tiefere Fibonacci-Retracement-Niveaus befinden. Umgekehrt könnte eine Erholung über die Marke von $ 1,1740 eine kurzfristige Erholung in Richtung $ 1,1800 auslösen, obwohl eine solche Bewegung eine verbesserte Stimmung in Bezug auf die französische Politik oder bessere Daten für die Eurozone voraussetzen würde.
Das Gesamtbild zeigt, dass der Euro zwischen der politischen Fragilität in Europa und einem stabilen Hintergrund des US-Dollars gefangen ist. Vor der Präsentation der französischen Haushaltspolitik und etwaigen Kommentaren der EZB, die sich mit dem Gleichgewicht zwischen Inflationsrisiken und fiskalischer Unsicherheit befassen, werden Händler wahrscheinlich vorsichtig bleiben.
In früheren Analysen hatte sich EUR/USD in der Hoffnung auf eine kurzfristige Erholung der EZB in der Nähe der Marke von $ 1,175 gehalten. Die jüngsten politischen Unruhen in Frankreich und der Zusammenbruch der technischen Unterstützung haben jedoch zu einem deutlichen Stimmungsumschwung nach unten geführt. Die Unfähigkeit des Paares, eine Dynamik über 1,17 $ aufrechtzuerhalten, verstärkt die Ansicht, dass weitere Verluste wahrscheinlich sind, solange keine politische Stabilität einkehrt.
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