Goldpreis-Prognose: XAU rutscht aufgrund von ETF-Abflüssen und Gewinnmitnahmen unter $4.100
Der Goldpreis fiel am Freitag wieder unter die Marke von $ 4.100 pro Unze und steuerte damit auf den stärksten Wochenverlust seit dem Frühsommer zu und drohte, eine neunwöchige Gewinnsträhne zu beenden. Der Rückschlag folgt auf einen außergewöhnlichen Lauf, der den Goldpreis auf ein Allzeithoch getrieben hat, aber die Dynamik hat sich abgekühlt, da Händler Gewinne mitnehmen und börsengehandelte Fonds den größten Abfluss an einem Tag seit fünf Monaten verzeichnen.
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Höhepunkte
- Gold fällt unter die Marke von 4.100 $ und verzeichnet damit den stärksten Wochenrückgang seit Juni.
- ETF-Anleger verzeichnen die größten Abflüsse seit fünf Monaten.
- Wichtige Unterstützung wird bei $4.050-$4.070 gesehen; tieferes Risiko in Richtung $3.800, wenn sie durchbrochen wird.
Auf dem Tages-Chart befindet sich Gold an einem kritischen Punkt. Die Preise testen ein steigendes Unterstützungsband zwischen $ 4.050 und $ 4.070, wo der exponentielle gleitende 20-Tage-Durchschnitt (EMA) bei $ 4.047 nun als kurzfristiger Drehpunkt fungiert. Solange sich der Goldpreis oberhalb dieses Bereichs hält, bleibt die allgemeine zinsbullische Tendenz intakt. Ein klarer Durchbruch darunter könnte jedoch die Tür zum 50-Tages-EMA bei 3.828 $ und zur sekundären Unterstützung bei 3.620 $ öffnen - Niveaus, die die erste bedeutende Korrektur seit Monaten signalisieren würden.

XAU-Kursdynamik (Quelle: TradingView)
Der Aufwärtswiderstand ist nach wie vor steil und wird von der oberen Trendlinie des Septemberanstiegs begrenzt, die jetzt bei 4.250 $ bis 4.300 $ verläuft. Der drastische Einbruch von 5 % zu Beginn dieser Woche - der stärkste Einbruch des Goldpreises an einem Tag seit fünf Jahren - spiegelt einen überdehnten Markt wider, wobei die spekulative Long-Positionierung vor dem Ausverkauf ein Mehrmonatshoch erreichte.
Trotz des Rückgangs liegt Gold im Jahr 2025 immer noch mehr als 55 % im Plus und unterstreicht damit seine Widerstandsfähigkeit als bevorzugtes Wertaufbewahrungsmittel in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld. Erhöhte geopolitische Risiken, von den laufenden Sanktionen gegen Russland bis hin zur Instabilität in Osteuropa, stützen weiterhin ein Sicherheitsangebot, selbst wenn sich der spekulative Schaum abbaut.
Makrofokus verlagert sich auf die US-Inflation und den Ausblick der Fed
Der nächste richtungsweisende Hinweis wird wahrscheinlich von den US-Inflationsdaten kommen, die am Freitag veröffentlicht werden. Ökonomen erwarten, dass die Verbraucherpreise im Jahresvergleich über 3 % steigen werden, was die Erwartung bestärkt, dass die Federal Reserve ihre lockere Politik bis ins nächste Jahr hinein fortsetzen wird. Ein stärker als erwartet ausgefallener Verbraucherpreisindex könnte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung erhöhen, die Renditen von Staatsanleihen unter Druck setzen und Gold erneut stützen. Umgekehrt könnte ein schwacher Inflationswert den Goldpreis belasten, da die Nachfrage nach Zufluchtsorten nachlässt.
Die Positionierung von börsengehandelten Fonds und Futures bleibt derweil in Bewegung. Die Daten dieser Woche zeigten einen erheblichen Rückgang der Bestände, was darauf hindeutet, dass die kurzfristigen Anleger nach dem Rekordlauf Gewinne verbuchen. Dennoch haben die physische Nachfrage aus Asien und die Käufe der Zentralbanken einen teilweisen Ausgleich geschaffen und die längerfristigen Fundamentaldaten stabil gehalten.
Analysten weisen darauf hin, dass der Markt möglicherweise eher in eine Konsolidierungsphase als in eine Umkehr eintritt. "Der parabolische Anstieg des Goldpreises war kurzfristig nicht haltbar, aber die strukturellen Triebkräfte - niedrige Realrenditen, globale Unsicherheit und starke Nachfrage nach Reserven - sind intakt", so ein Rohstoffstratege.
Ausblick: Halten der 4.050 $-Marke bleibt entscheidend
Wie bereits erwähnt, hängen die Aussichten des Goldpreises davon ab, ob er die Untergrenze von 4.050 $ bis 4.070 $ halten kann. Das Halten dieser Zone könnte die Stimmung stabilisieren und den Weg für einen weiteren Test der 4.250 $-Marke ebnen, während bei einem entscheidenden Durchbruch ein tieferes Abrutschen in Richtung der 3.800 $-Marke droht.
Angesichts der hohen Volatilität und der zunehmenden politischen Ungewissheit rechnen die Händler mit starken Schwankungen im Zusammenhang mit den Inflationsdaten und der nächste Woche stattfindenden Sitzung der Federal Reserve. Für die Märkte stellt sich nun die Frage , ob die Umkehr in dieser Woche eine gesunde Pause innerhalb des langfristigen Aufwärtstrends markiert - oder das erste Anzeichen dafür, dass die rekordverdächtige Rallye des Goldpreises endgültig zu Ende ist.
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