Bafin und ukrainische NSSMC bauen Aufsichtskooperation aus
Die Finanzaufsichten Deutschlands und der Ukraine vertiefen ihre seit 2024 bestehende Verwaltungspartnerschaft mit einem stärkeren Fokus auf datenbasierte Aufsicht. Die am 22. Juni vereinbarte Ausweitung umfasst zusätzlich die Anlegerentschädigung, die Datennutzung und die Nachhandelsinfrastruktur.
Höhepunkte
- Bafin und NSSMC intensivieren ab 2024 ihre Zusammenarbeit bei Anlegerentschädigung, Datennutzung und Nachhandelsinfrastruktur mit Schwerpunkt auf datenbasierter Aufsicht.
- Bafin unterstützt im Rahmen der Verwaltungspartnerschaft die NSSMC bei der Übernahme europäischer Rechtsvorschriften zur stärkeren Angleichung an EU-Standards.
- Die Kooperation fördert die Modernisierung von Verwaltungsstrukturen und eine datengestützte Marktüberwachung, was Reformen im ukrainischen Finanzsektor begünstigen soll.
Erweiterte Zusammenarbeit bei Daten und Marktinfrastruktur
Wie die Bafin mitteilte, arbeiten die deutsche Finanzaufsicht und die ukrainische Wertpapieraufsicht NSSMC künftig auch bei der Anlegerentschädigung, der Datennutzung und der Nachhandelsinfrastruktur enger zusammen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer datenbasierten Aufsicht, die das Erheben und Auswerten von Daten, die frühzeitige Risikoerkennung sowie die Entwicklung geeigneter technologischer Lösungen umfasst.Bafin-Präsident Mark Branson sagt, schnelle und fundierte Datenanalysen seien essenziell für die Aufsicht über Europas zusammenwachsende Kapitalmärkte. Die Kooperation mit den ukrainischen Partnern auf diesem Feld werde daher vertieft, zudem könnten beide Behörden voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen und Konzepte entwickeln.
Partnerschaft unterstützt Reformen und EU-Angleichung
Die Bafin und die Nationale Wertpapier- und Börsenkommission der Ukraine sind seit 2024 durch eine Verwaltungspartnerschaft verbunden. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit unterstützt die deutsche Behörde die NSSMC dabei, europäische Rechtsvorschriften, den sogenannten Acquis communautaire, zu übernehmen.Solche bilateralen Verwaltungspartnerschaften sollen Reformen in ausgewählten Partnerländern voranbringen und Verwaltungsstrukturen modernisieren. Für den Finanzsektor bedeutet die nun ausgeweitete Kooperation eine engere Anbindung an europäische Aufsichtsstandards und einen stärkeren Fokus auf datengestützte Marktüberwachung.
Unsere frühere Berichterstattung zu US-Beschränkungen beim Zugang zu fortschrittlichen KI-Modellen zeigte, wie schnell sich Abhängigkeiten von proprietären Diensten für europäische Unternehmen in ein strategisches Risiko verwandeln können. Demnach reagieren viele Konzerne mit Multi-Provider-Ansätzen, stärkerer Kostenkontrolle und dem Fokus auf betreibbare Modelle auf eigener Infrastruktur, um Resilienz und Kontrolle zu erhöhen.
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